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de:chr-531

Siemens CHR 531

Hergestellt von Siemens, Siemens AG Bereich Funk- & Radarsysteme, D-8044 Unterschleissheim.

Im Jahre 1984 brachte Siemens nochmals einen hochentwickelten Kommunikationsempfänger heraus, der CHR 531 errfüllte höchste Ansprüche auch im Empfang von Funkfernschreib - Aussendungen und sah sich einer Konkurrenz von Telefunken (E1501) und Rohde & Schwarz (EK070) gegenüber.

Siemens CHR 531

Technische Daten

Stromversorgung

Dimensionen

  • 448 x 153 x 470 mm, Gewicht 23 kg

Zubehör

  • optional mit eingebautem F1-Demodulator: FSK-Empfang 50, 100, 200, 600, 1200 Baud; ± 42,5, 85, 300, 400, 1000 Hz; eine Fernschreibmaschine kann über den entsprechenden Ausgang mit ± 20 mA Doppelstrom oder 40 mA Einfachstrom angesprochen werden.
  • optional mit A3B - Demodulator (6A3B oder 6B8E): ISB (independent side band) - Telephonie

Siemens CHR 531

Bedienung

Der Siemens CHR 531 ist ein in Solid State Technik ausgeführter Allwellenempfänger, der vom Längstwellenbreich von 10 kHz bis zum Kurzwellenbereich alle Frequenzen durchgehend abdeckt.

Mit dem eingebauten FSK-Demodulator können F1 und F4-Funkfernschreibsignale dekodiert und direkt eine Fernschreibmaschine oder ein Fax-Gerät angesteuert werden. ISB-Empfang („independent side band“, zwei unterschiedliche Audiokanäle in zwei Seitenbändern eines Signals) können nur mit dem optionalen Demodulator ausgewertet werden.

Über eine optionale Steuerschnittstelle kann der CHR 531 von einem Rechner aus angesprochen und in den wichtigssten Funktionen ferngesteuert werden. Mit dem Siemens [https://www.radiomuseum.org/r/siemens_telegrafie_demodulator_fse401.html FSE 401]-Telegraphiedemodulator können zusätzlich noch F6 (F7B)-Sendungen demoduliert werden; je nach Konfiguration sind auch verschiedene Diversity-Funktionen möglich. Mit dem ARQ 1000 erlaubt der Empfänger den Empfang von ARQ-Aussendungen.

Der Antennenanschluss ist in der BNC-Norm ausgeführt, hier wird eine Antenne mit einer Impedanz von 50 Ohm angeschlossen.

Der Netzschalter links unten auf der Frontplatte leuchtet beim Einschalten, gleich daneben liegend die Buchsen für Lautsprecher und Kopfhörer und der Lautstärkeregler, wenn der Knopf herausgezogen wird, ist der interne Monitorlautsprecher abgeschaltet.

Gleich daneben liegen die Regler für die HF-Verstärkung RF Gain und der Schalter für die AGC, die automatische Verstärkungskontrolle.

In den beiden rechten Positionen des RF GAIN Schalters ist automatische Verstärkungsregelung mit kurzer (AM) und langer (CW, FSK) Regelkonstante wählbar, in den beiden Positionen links davon die gemischt automatisch / manuelle Regelung und in der Position ganz links die Handregelung der HF-Verstärkung. In den Betriebsarten mit manueller Regelung zeigt das S-Meter den Pegel an, ab der die automatische Verstärkungregelung eingreift resp. Verzerrungen auftreten. Das Aufleuchten der Lampe RF ATT leuchtet bei hohen HF-Eingangsspannungen auf, wenn das Signal im Vorverstärker vor der Verarbeitung aufgrund seines hohen Pegels abgedämpft werden muss.

Die nächsten beiden Schalter sind der Betriebsartenschalter MODE und der Wahlschalter für die ZF-Filter - Bandbreite.

Mit dem Betriebsartenschalter werden die entsprechenden Betriebsarten aufgerufen, sofern die entsprechenden Filter und Optionen bestückt sind. Zum CW-Empfang wird A1 gewählt, mit dem BFO-Regler wird die Tonhöhe des Überlagerungsoszillators eingestellt. Einseitenbandempfang ist in der Betriebsart A3J gewählt, das Obere resp. das Untere Seitenband (man sitzt vor einem deutschen Gerät, also entsprechend deutsche Abkürzungen) werden mit dem Filterschalter geschaltet.

In der Position F1/F4 wird der FSK-Modulator aktiviert, ganz rechts sind die Bedienelemente für die Baudrate (meist 50) und die Shift (Abstand zwischen den Mark- und Space-Signalen) gewählt. Die LED-Zeile unterstützt bei der korrekten Einstellung; die Polarität des empfangenen Signals kann mit dem Regler Π / U gewählt werden, in der Mittelposition STOP ist die Fernschreibmaschine im Stillstand.

Unter der grossen LED-Frequenzanzeige liegt der ebenfalls grosse Abstimmknopf, daneben die Kontroll-LEDs für die Abstimmung. Die oberste LED signalisiert, dass die dekadische Abstimmung aktiviert ist. Mit einem Knopf unter jeder Ziffer der Frequenzanzeige wird die Frequenz um eine Ziffer nach oben geschaltet. So wird mit der Taste unterhalb der 1 MHz-Anzeige die Empfangsfrequenz in Schritten von 1 MHz erhöht. Wenn man allerdings um ein MHz nach unten abstimmen möchte, muss man die Taste entsprechend zahlreiche Male drücken.

Alernativ ist der Empfänger vollständig durchstimmbar. Mit den drei Tasten 1, 2, 3 rechts neben dem Abstimmknopf kann die langsame (200 Hz pro Umdrehung), mittlere (2 kHz pro Umdrehung) oder schnelle (20 kHz pro Umdrehung) Abstimmschrittweite geschaltet werden.

Alternativ kann mit dem Drehschalter MEMORY links von der Frequenzanzeige in den Speicherbetrieb gewechselt werden. Mit dem Schalter wird einer von zwölf Speicherkanälen gewählt. Mit einem Druck auf STO und gleichzeitig RCL wird eine Frequenz im entsprechenden Speicherslot abgelegt, mit RCL wieder abgerufen. Ein NiCd Akkumulator erhält die Speicherinhalte während drei Monaten Nichtbenutzung.

Das analoge Messinstrument zeigt verschiedene Betriebszustände an, üblicherweise wird in Position RF der HF-Pegel angezeigt, das Instrument wirkt als S-Meter. In der Position AF wird der Pegel des Audiosignals zwischen -10 und +3 dBm angezeigt. In Stellung ∼ wird die Netzspannung durch Messung der Spannung nach dem Netztransformator angezeigt, in Stellung = die geräteinterne 5 V Gleichspannung.

Zur Kontrolle der Seitenbandfilter wird das Gerät auf 10 MHz abgestimmt, der Instrumentenschalter auf Position BITE, mit RF Gain am rechten Anschlag und eingeschaltetem oberen oder unterem Seitenband wird zwischen 9997 - 9999.7 resp. 10000.03 - 10003 kHz durchgestimmt und der Instrumentenzeiger muss im grünen Sektor liegen. Die AM-Filter werden ähnlich durchgetestet, indem von 10 MHz um die halbe Filterbandbreite nach oben oder unten abgestimmt wird und der Zeiger des Instruments ebenfalls im grünen Sektor bleiben muss.

In der Position TP werden Spannungen an verschiedenen Testpunkten im Gerät kontrolliert.

Eine eingebaute Prüfeinrichtung erlaubt die Kontrolle der Gerätefunktion und Fehleranalyse. Bei geöffnetem Gehäusedeckel wird nur eine Testleitung benötigt. Mit dem Instrumentenschalter in Stellung TP wird die Messleitung mit verschiedenen Messpunkten im Gerät verbunden, das Instrument muss in den roten Bereich ausschlagen.

Technisches Prinzip

Der Empfänger ist in Solid State - Technologie vollständig mit Halbleitern aufgebaut.

Das Signal durchläuft zunächst einen 30 MHz-Tiefpass und dann eine Baugruppe Vorselektion. Im Innern auf deem Preselektormodul zeigt eine LED an, welcher Frequenzbereich geschaltet ist: 0.01 - 1.5 / 1.5 - 2 / 2 - 3 / 3 - 5 / 5 - 7 / 7- 10 / 10 - 13 / 13 - 17 / 17 - 22 / 22 - 30 MHz.

Nach einem HF-Verstärker wird das Signal auf die zur Vermeidung von Spiegelfrequenzempfängen hohe Zwischenfrequenz von 70,030 MHz, umgesetzt, der Oszillator schwingt dabei zwischen 73.030 - 103.03 MHz. Nach einem ± 10 kHz breiten Filter wird mit dem Signal eines auf 73 MHz schwingenden Oszillators auf die zweite Zwischenfrequenz von 30 kHz umgesetzt. Auf dieser zweiten ZF wirken die ZF-Filter, die die Selektivität des Empfängers ausmachen, es sind sieben Filterpositionen verfügbar, die bestückt werden können.

Im Geräteinnern finden sich zwei LEDs, die an die Phasendiskriminatoren angeschlossen sind und aufleuchten, wenn eine der beiden Phasenregelschleifen aufgrund eines Fehlers nicht synchronisiert.

Bestückung

Das Gerät ist halbleiterbestückt.

Technische Unterlagen

Entwicklung

Weitere Informationen

de/chr-531.txt · Zuletzt geändert: 2021/03/04 22:18 von mb