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Frequenzanzeige

Um an einem Empfänger die Frequenz eines empfangenen Signals bestimmen zu können, oder ein Signal auf einer bekannten Frequenz gezielt aufsuchen zu können, muss der Empfänger über eine brauchbare Frequenzanzeige verfügen.

Zum einen dienen dazu Frequenzskalen, auf denen die Empfangsfrequenz abgelesen resp. eingestellt werden kann, zum anderen - vor allem in hochwertigen „Weltempfängern“ wird die Frequenz direkt angezeigt.

Frequenzskalen

  • Rundskalen: frühe Geräte verfügen über Rundskalen, die bei den ersten Geräten lediglich mit einer 0 - 100 Teilung versehen waren, die Empfangsfrequenz musste ggf. anhand einer Frequenz - Eichkurve auf Millimeterpapier bestimmt werden. Später wurden die sich drehenden oder fix montierten Rundskalen mit einem sich drehenden Skalenzeiger direkt in Frequenzen geeicht. Die Ablesegenauig hängt vom überstrichenen Frequenzbereich ab und ist generell zum sicheren Auffinden einer Frequenz nicht genügend.
  • Linearskalen: ab den Vierzigerjahren wurden die Geräte oft mit horizontalen Frequenzskalen ausgerüstet, auf denen dank eines Skalenzeigers, der von einem Seilzug bewegt wird, die Frequenz abgelesen werden kann. Auch hier hängt die Brauchbarkeit der Frequenzeichung vom überstrichenen Frequenzbereich ab. Wenn über dieSkelenbereite von 30 cm der Mittelwellenbereich überstrichen wird, kann eine Station im 9 kHz-Raster noch vernünftig aufgesucht werden, wenn der gesamte Kurzwellenbereich von 6 - 16 MHz auf derselben Skalenbreite abgedeckt wird, werden mit wenigen Millimeter Skalenweg mehrere hundert Kilohertz überstrichen und eine Frequenz kann nicht mehr genau bestimmt werden.
  • Logskalen: oft befindet sich auf der Frequenzskala eine 0 - 100 Einteilung, eine bekannte Frequenz kann auf einer Eichtabelle schriftlich festgehalten werden und wieder eingestellt werden, indem man die entsprechende Zahl einstellt.
  • Bandspeizskalen: um im Kurzwellenbereich eine Frequenzablesung einigermassen brauchbar umzusetzen, wurde in vielen Geräten der Kurzwellenbereich unterteilt und auf der Skala kleine Frequenzbereiche gespreizt dargestellt, in der Regel den Kurzwellen-Rundfunkbändern entsprechend. Die Ablesegenauigkeit kann hier 10 - 20 kHz erreichen, was für eine Freqzuenzbestimmung knapp ausreichend ist.
  • Projektionsskalen: in hochwertigen Empfängern wurden die Skaleninformationen auf Filmstreifen oder Filmscheiben gedruckt oder belichtet, mit einer Vergrösserungsoptik wird diese Skala auf eine Mattscheibe projiziert und erlaubt eine ausreichde Ablesegenauigkeit.

Frequenzanzeige

Um Empfangsfrequenzen mit grosser Genauigkeit einstellen zu können, die Frequenz eines unbekannten Signals bestimmen oder eine Station auf einer gemäss Sendeplan bekannten Frequenz aufsuchen zu können, ist eine Frequenzanzeige eine enorme Hilfe.

  • Frequenzzähler: mit einer Zählerlogik wird die Frequenz eines Signals durch Zählung bestimmt, in den Siebzigerjahren waren aufgrund der hohen Preise zu gewissen Amateur-Geräten externe Frequenzzähler zur Nachrüstung erhältlich. Die Genauigkeit liegt bei 1 - 5 kHz.
  • PLL-Synthese mit Frequenzanzeige: mit der Entwicklung der PLL-Syntheseschaltung (Phase Locked Loop) wurde es möglich, die Frequenzinformation von der Frequenzaufbereitung des Empfängeroszillators direkt auf einem Display anzuzeigen. Die Genauigkeit hängt von der Qualität der Syntheseschaltung ab, teils werden Frequenzen mit einer Genauigkeit von 1 Hz angezeigt.

Zur Anzeige kommen verschiedene Technologien zum Einsatz

  • mechanisch digitale Anzeige: die Abstimmung ist mit einem mechanischen Zählwerk, das ähnlich wie ein Kilometerzähler arbeitet, direkt gekoppelt - die Frequenz kann vom mechanischen Zählwerk abgelesen werden.
  • Nixieröhren: die Frequenz wird auf Nixieröhren angezeigt, in denen Leuchtfäden für alle Ziffern von 0 - 9 direkt angesteuert werden, meist orange-gelblich leuchtend, hoher Energiebedarf, die Nixieröhren verschleissen.
  • Fluoreszenzanzeige: die Frequenz wird auf Fluoreszenzröhren angezeigt, blau - grünlich leuchtend, hoher Energiebedarf, relativ gute Ablesemöglichkeit.
  • LED-Anzeige: die Frequenzen werden mit LED-Siebensegmentanzeigen dargestellt, teils gibt es auch alphanumerische Informationen zur Betriebsart oder Filterwahl. Die roten oder gelegentlich gelben oder grünen Zahlen können schwer ablesbar sein, wenn Licht aufs Display fällt. Der Energiebedarf ist mittelhoch.
  • LCD-Anzeige: Flüssigkeitskristallanzeigen, teils als Siebensegment-Zahlenanzeigen, teils in Form von Sondersymbolen (schmales <> weites ZF-Filter, etc.), teils in Form von Punktmatrixanzeigen, sind universell verwendbar und kommen in den Empfängern der letzten Generation meistens zum Einsatz. Die benötigen wenig Energie (schon beim Anlegen einer Steuerspannung formieren sich die Flüssigkristalle zu einem erkennbaren Symbol), sind aber nicht selbstleuchtend, sondern benötigen meist eine Hintergrundbeleuchtung oder einen reflektierenden Hintergrund, was den minimalen Energiebedarf etwas in die Höhe treibt.
  • Punktmatrixdisplay, beispielsweise TFT-Display: die Anzeigetechnologie der modernen Smartphones erlaubt mehrfarbige Darstellungen von Frequenz, Betriebsart, Bandbelegung (Wassserfalldisplay) und sogar die Darstellung von Fernsehbildern; zum Einsatz kommt sie u.a. bei semiprofessionellen Empfängern der letzten Generation.
  • Blackbox-Geräte: die gesamte Empfängerelektronik ist in einem Gehäuse praktisch ohne Bedien- und Anzeigeelemente untergebracht und die gesamte Steuerung erfolgt durch einen angeschlossenen Computer. Den Anzeigeoptionen ist quasi keine Grenze gesetzt, durch den Energiebedarf ds angeschlossenen (Notebook-)Computers ist der Energiebedarf beispielsweise bei Mobilbetrieb weiterhin ein limitierender Faktor.
de/frequenzanzeige.txt · Zuletzt geändert: 2018/07/05 08:09 von mboesch