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Testbericht AR7030 © ADDX

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Empfängerliste

überarbeitet am 18.3.2002

Vergleich AOR AR7030 /
Kneisner + Doering KWZ-30

Doppelsuper, ZF 45 MHz, 455 kHz

Digitalanzeige 10 Hz

AM, AM-Sync, USB/LSB, CW/Data, FM-n

Empfindlichkeit 5 MHz
AM 0,35 uV, SSB 0,2 uV

Selektivität-6/-60 dB
2,3/3,3 kHz, 5,5/9,1 kHz, 7/11,6 kHz

RF-Gain, Abschwächer 4x, AGC 3x, PBT, (NB, Notch optional)

100 (optional 400) Speicher (optional alphanumerisch), RS232-Schnittstelle

 

Während man bei AOR auf die Ausreizung der traditionellen analogen Technologie setzt, wagt sich Kneisner + Doering auf das im Bereich der Empfangstechnik noch etwas rutschige Parkett der digitalen Signalverarbeitung (DSP) und beweist damit Mut, Neuland zu betreten. Beide Empfänger bringen erstaunliche Empfangsergebnisse, wie frühere ausführliche Einzeltests bereits ergeben haben. Wie sich die Geräte in direkter Relation zueinander verhalten, erbrachte ein Vergleichstcst an einem verlängerten Wochenende.

Testaufbau
Ausführliche Testberichte der Einzelgetäte sind bereits in der Fachpresse erschienen, so daß wir uns aus Platzgründen die erneute detaillierte Vorstellung der Empfänger an dieser Stelle sparen. Beim Testaufbau wurde sorgfältig darauf geachtet, beiden Probanden möglichst identische Grundvoraussetzungen zu bieten: Als Antenne diente zunächst eine DX-One professional Aktivantenne von RF Systems, deren Steuergerät den Anschluß von gleichzeitig zwei Empfängern erlaubt. Als zweite Antenne wurde ein etwa 15 Meter langer Empfangsdraht eingesetzt, über MLB abgeschirmt einem Antennenverteiler DA-4 von RF Systems zugeleitet, von wo aus die Empfänger ihr damit erneut identisches Antennensignal erhielten. Damit auch der subjektive Höreindruck möglichst gut vergleichbar wurde, wurden Kopfhörer und Empfänger an einem Audio-Umschaltgerät angeschlossen, wodurch ein unmittelbarer Vergleich ermöglicht wurde.

Empfangsergebnisse
Beide Empfänger im Test stammten aus der Serie, sollten also die normale Empfangsleistung bringen, die man von ihnen nach dem Kauf erwarten kann. Die Stromversorgung erfolgte während der Testphase über die mitgelieferten externen Netzteile. Das Design der Empfänger ist jeweils gewöhnungsbedürftig: Hier avantgardistisches HiFi-Design, dort eher nüchternes Industriedesign. Auf die Eigenheiten in der Bedienung soll an dieser Stelle nicht erneut eingegangen werden. Nur soviel: Nicht jeder wird sich mit der jeweiligen Menüführung anfreunden können, obwohl man sich sicherlich daran gewöhnt. Beide Empfänger bieten eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten. Beim KWZ-30 lassen sich die vom jeweiligen Nutzer am häufigsten eingesetzten Features je nach Bedarf auf vier Funktionstasten für einen unmittelbar(er)en Zugriff programmieren (für Tropenband-DX z.B. LSB, USB, Passbandtuning, und VFO 1/2; das Multinotchfilter hat einen eigenen Knopf). Nun zu den einzelnen Empfangsergebnissen:

60-150 kHz: Im Längstwellenbereich lagen beide Empfänger gleichauf und brachten die vorhandenen Signale in verwertbarer Qualität - Auch der Empfang der Rundfunksender auf Langwelle gelang mit AR7030 und KWZ-30 in gleicher Qualität.

261 kHz AM RadioRopa: Um die Effektivität des jeweils eingebauten Notchfilters (Option gegen Aufpreis beim AR7030) zu testen, wurde dieser Sender in USB auf 260 kHz gehört, so daß ein kräftiger 1 kHz-Störton entstand. Beide Notchfilter meisterten nach deren Aktivierung diese Aufgabe augenblicklich. Beim KWZ-30 genügt dafür die Betätigung einer dafür eigens vorgesehenen Taste, um das Automatikfilter zu aktivieren. Beim AR7030 sind mehrere Bedienvorgänge notwendig. Das DSP-Notchfilter beseitigt mehrere verschiedene Störtöne; das Notchfilter des AR7030 hilft nur gegen einen Störton zur Zeit. Ein Vorteil des beim AR7010 integrierten Notchfilters liegt in der Möglichkeit, dieses zusätzlich zur Automatikfunktion auch manuell abzustimmen, was in einigen Störsituationen Vorteile bringt.

1.544 kHz AM La Voz de Sahara Libre: Nach 22.00 UTC war das schwache Signal an der Drahtantenne mit beiden Empfängern in übereinstimmender Lautstärke und Lesbarkeit zu hören. Nach 00.00 UTC ist ein Programm in Spanisch zu hören (jedenfalls sonntags). In diesem Fall ließ sich eine gegenüber des AR7030 geringere Empfindlichkeit dem KWZ-30 auf Mittelwelle in der Praxis nicht nachweisen.

3.380 kHz AM Radio Malawi: Bei nur mittelmäßigen Afrikabedingungen wurde de dieser Sender aus dein südlichen Teil des Kontinents mit dem KWZ-30 etwas verständlicher aufgenommen. Das weniger steilflankige 2.3 kHz-Filter des AR7030 ließ noch zusätzliche Störungen durchkommen.

3.679 kHz LSB Gesprächsrunde blinder Funkamateure: Die teilnehmenden Stationen waren gegen 08.30 UTC mit beiden Empfängern in gleicher Lautstärke aufzunehmen. Das S-Meter des AR7030 zeigte zwar einen etwas höheren Wert an als das des KWZ-30, die wichtigere Lesbarkeit war hingegen beim DSP-Empfänger merkbar besser. SSB-Empfang klingt beim KWZ-30 eindeutig besser als beim analogen Gerät; noch mehr Verständlichkeit wird aus dieser Betriebsart kaum herauszuholen sein.

3.920.2 kHz AM Radio Dr. Tim: Wahrscheinlich als AM-Ausstrahlung gedacht, war diese bekannte Freie Radiostation nur in LSB lesbar auf zunehmen. Am besten hörte sich das Oldie- und Schlager-Programm über Kopfhörer mit dem KWZ-30 an

60m-Tropenband: Bei bemerkenswert schlechten Ausbreitungsbedingungen in Richtung Lateinamerika waren die schwachen Signale bei beiden Empfängern in identischer Qualität wahrzunehmen. War ein Sender einigermaßen lesbar zu hören, konnte bei ECSS-Betrieb der DSP-Empfänger die Vorteile seiner glasklaren Wiedergabe ausspielen. In AM brachte der KWZ-30 das Signal mit deutlich weniger Verzerrungen an den Kopfhörer, während der SYNCH des AR7030 Schwierigkeiten hatte mit dem Einrasten und sich dafür zu viel Zeit ließ.

5.020 kHz AM ORTN Niamey: Niger konnte mit einem Programm lokaler Musik gegen 2 1.00 UTC in Ortssenderqualität gehört werden. In ECSS klang der Empfang mit dem AR7030 etwas weicher als der KWZ-30 mit seinen steilflankigeren Filtern.

5.025 kHz AM NTSS Katherine: Eine Überraschung war der Empfang dieses australischen Inlandssenders (im 21,30 UTC. Das schwache und schwankende Signal war diesmal mit dem AR7030 in ECSS etwas besser verständlich aufzunehmen als mit dem KWZ-30.

5.163 kHz AM CPBS2: Das zweite Programm des zentralen chinesischen Inlandssenders war um 21.50 UTC mit beiden Empfängern recht schwach aufzunehmen. Da der KWZ-30 jedoch ein deutlich ruhigeres Signal an den Kopfhörer lieferte, war die Lesbarkeit dort eine Spur besser.

6.050 kHz AM Radio HCJB: Der Inlandsdienst dieses bekannten Senders aus Ecuador kam um 22.30 UTC bei mittlerer Signalstärke und ECSS-Empfang besser verständlich mit dem KWZ-30. Die hörbare Lautstärke war bei beiden Empfängern identisch.

6.135 kHz AM Radio Santa Cruz: Dieser bolivianische Kirchensender sorgte mit der Liveübertragung eines Musikwettbewerbs für kurzweilige Unterhaltung. Gleichzeitig war auf 6.135.1 kHz das Programm eines Senders aus Brasilien zu hören (22.40 UTC). Beide Empfänger erreichten gleichzeitig das Ziel.

6.200 kHz AM United Christian Broadcasters: Um die Mittagszeit war das Signal dieses wohl in Irland beheimateten Senders mit beiden Empfängern in identischer Stärke zu hören. Das schwankende Signal war mit dem KWZ-30 mit weniger Verzerrungen aufzunehmen. Bei Signalmaximum brachte hingegen der AR7030 einen angenehmeren Klang an den Kopfhörer (bei jeweils 3.6 kHz Bandbreite in AM). Bei ECSS-Betrieb (AMEmpfang in SSB) brachte wieder die quasi rauschfreie Wiedergabe des KWZ-30 hörbare Vorteile.

6.549.4 kHz AM Voice of Lebanon: Erstaunlich laut zu hören war um 15.35 UTC mit beiden Geräten dieser Sender mit einem Programm in Arabisch, bestehend aus einer seltsamen Mischung politischer Nachrichten, arabischer und westlicher Musik. Die AM-Wiedergabe war (bei Kopfhörerbetrieb) beim KWZ-30 deutlich besser.

6.955 kHz USB Radio Free Euphoria und KNBS: Diese U.S.-amerikanischen Freien Radios waren nach 00.00 UTC in recht annehmbarer Qualität zu hören. Die ungestörte Frequenz erlaubte es dem AR7030, seinen etwas weicheren SSB-Klang in die Waagschale zu werfen. Die Signalstärke war erneut identisch.

7.306 kHz USB Radio Europa: Nur an Wochenenden sendet diese italienische Kurzwellenstation, in deren Programmen auch Tips von PLAY-DX-Chef Dario Monferini zu hören sind (samstags gegen 10.00 UTC im Programm "PLAY-DX Music"; auch wer kein Italienisch versteht, wird an dem wahrlich chaotischen Programm seine Freude haben). Der Empfang des kräftigen USB-Signals gelang mit beiden Empfängern gleich gut. Einen etwas weicheren Klang lieferte der AR7030 mit dem nachgerüsteten 23 kHz-Filter von Collins, während der KWZ das Rundfunkprogramm erst bei Umschaltung auf das 3.0 kHz-DSP-Filter in dieser Klangqualität bot. Die sonst nur von professionellen Empfängern erreichten Filtermöglichkeiten des KWZ-30 bieten zweifellos Vorteile, wenn man flexibel auf die jeweiligen Empfangsgegebenheiten reagieren will.

7.745.8 kHz AM Radio Cristal: Das sehr schwache Signal dieser neuen peruanischen (freien?) Radiostation war um 00.30-02.30 UTC mit beiden Empfängern an der Grasnarbe gerade noch wahrnehmbar mit einem Programm, überwiegend bestehend aus Musik. Da der Frequenzbereich frei von Störungen war, konnte mit dem AR7030 und zugeschaltetem SYNCH in Filterstellung 5.1 kHz das beste Ergebnis erzielt werden. Der Unterschied zum KWZ-30 war allerdings marginal.

9.410 kHz AM BBC World Service: Wie die anderen Empfangsbeispiele zeigen, lag der Schwerpunkt bei diesein Vergleichstest beim Empfang schwacher und schwächster Signale in teilweise schwierigen Störsituationen. Wer nur kräftige Signale von Auslandsdiensten hören will, benötigt dafür keinen Kommunikationsempfänger, sondern kommt bereits mit einem Weltempfänger aus. Wie aber verhalten sich die hier verglichenen Empfänger, wenn es um die Aufnahme extrem starker Signale geht? Bei Verwendung des 6 kHz-Filters in der Betriebsart AM zog der KWZ-30 mit seinem erstaunlich guten (Kopfhörer-)Klang ganz klar davon. Es ist schon beeindruckend, was die DSP-Technik der Kurzwelle an Brillianz zu entlocken imstande ist. Wenn der völlig zu Recht für seine hervorragende Wiedergabe gelobte AR7030 das Maximum an möglicher Kurzwellen- Klangqualität darstellt, die mit herkömmlicher Analogtechnik erreichbar ist, dann gehört die Zukunft im Bereich der hochwertigen Kurzwellenempfänger zweifellos der DSP-Technik. Der KWZ-30 bestätigt somit voll und ganz den zuvor bereits beim Watkins-Johnson HF- 1000 gewonnenen Höreindruck.

14.200 kHz USB EA 1 XF: Bei eher schlechten Ausbreitungsbedingungen für den Europaverkehr war das sehr schwache Signal dieser spanischen Station vormittags mit dem AR7030 bei aktiviertem +10 dB-Vorverstärker in merkbar besserer Signalstärke aufzunehmen. Der KWZ-30 verfügt nicht über einen zuschaltbaren Vorverstärker, man kann sich bei Bedarf jedoch mit einem (hochwertigen!) externen Vorverstärker behelfen (z.B. KWA-45 von SSB Electronic). Schaltete man den Vorverstärker des AR7030 ab, so brachte in diesem Frequenzbereich der KWZ-30 die schwächsten Signale in lesbarerer Qualität- Da es heim AR7030 bei Dunkelheit vereinzelt zu Mischprodukten kommen kann, muß der interene Vorverstärker dann abgeschaltet werden. Erst bei Betrieb ohne Vorverstärker erreicht der AR7030 seinen hohen IP3-Wert, der das Auftreten solcher Mischprodukte ausschließt; allerdings dann deutlich merkbar auf Kosten der Empfindlichkeit auf den höheren Frequenzen.

14.250.3 kHz USB VK3AJJ Gegen 08.00 UTC kam diese australische Amateurfunkstation bei beiden Empfängern in identischer (guter) Lautstärke von ihrem Standort bei Melbourne in Europa an- Auffällig war, daß das 2.3 kHz DSPFilter des KWZ-30 die Station noch ein Stück präsenter an den Kopfhörer brachte als das 2.3 kHz (analoge) Filter von Collins des AR7030. Diese Tatsache brachte dem DSP-Empfänger Vorteile beim SSB-Empfang gestörter Stationen. Das Filter von Collins klingt breiter, erzielt dafür bei ungestörten Signalen einen etwas angenehmeren Klang.

14.670 kHz USB CHU: Der kanadische Zeitzeichensender bietet eine gute Möglichkeit, die Ausbreitungsbedingungen im Frequenzbereich 14-16 MHz zwischen Europa und Nordamerika zu überprüfen. Beide Geräte empfingen das Signal bei mittleren Bedingungen am späten Nachmittag in identischer Qualität.

15.009.75 kHz AM Voice of Vietnam: Am späten Nachmittag war dieser Sender aus Asien an der "Grasnarbe" noch wahrnehmbar. In der Betriebsart AM lagen beide Empfänger gleichauf, bei ECSS-Betrieb konnte ein hauchdünner Vorsprung bezüglich der Verständlichkeit für den AR7030 verzeichnet werden. Sobald der Signalpegel ein Stückchen über die berühmte Grasnarbe rutschte, erschien das vom KWZ-30 gelieferte Signal ein wenig besser lesbar. Für einen Empfangsbericht hätte die Empfangsqualität allerdings in beiden Fällen kaum gereicht.

18.316 kHz USB: Gegen 12.00 UTC war hier das Signal einer unidentifizierten Fernschreibstation aufzunehmen. Bei aktiviertem Vorverstärker hatte der AR7030 hier leichte Vorteile die Signalstärke betreffend. Die noch beim Prototyp des KWZ-30 bemängelte geringe Empfindlichkeit auf den oberen Bändern ist beim Seriengerät offenbar behoben.

21.580 kHz AM RFI Paris: Mittags war das schwache Signal mit dem AR7030 hörbar besser aufzunehmen, Der akivierte Vorverstärker brachte dem AOR-Empfänger Vorteile.

21.262.3 kHz USB ZW5B: Das schwache Signal aus Brasilien kam um 14.40 UTC bei beiden Empfängern in identischer Lesbarkeit an den Kopfhörer.

Sitzt man direkt vor dem Empfänger, bietet die Fernsteuerung des KWZ-30 Vorteile gegenüber der des AR7030, die meistens in die Hand genommen und direkt auf den Empfänger gerichtet werden muß. Für den praktischen Empfangsbetrieb besser geeignet ist die des KWZ-30, die mittels Kabel angeschlossen wird und optimal für den Nutzer positioniert werden kann. Allerdings konnten vereinzelt Störungen (vom Display?) festgestellt werden, die über das Kabel der Fernsteuerung in den KWZ-30 gelangen. Zog man die KWZ-TT ab, waren diese Störungen weg. Ansonsten hat man die früher beanstandeten Eigenstörungen beim KWZ-30 offensichtlich weitestgehend in den Griff bekommen. Es empfiehlt sich in jedem Fall die Verwendung einer Außenantenne mit abgeschirmter Zuleitung.

Testergebnisse

  1. Beide Empfänger sind auf Kurzwelle im praktischen Betrieb etwa gleich empfindlich. Die in Einzelfällen anscheinenden Vorteile bezüglich der Empfindlichkeit des AR7030 sind auf dessen zuschaltbaren Vorverstärker zurückzuführen, der allerdings hin und wieder für Übersteuerungen sorgt und dann abgeschaltet werden muß (nicht umsonst gibt es nun eine verbesserte Version des AR7030, die allerdings auch teurer ist). Hier hilft eine zusätzliche Vorselektion. Die hohe Empfindlichkeit eines JRC NRD-535 auch an weniger leistungsfähigen Antennen wird weder vom KWZ-30 noch vom AR7030 erreicht,
  2. Erreicht ein schwaches Signal ein Mindestlevel, so sorgt die besonders gute Wiedergabe der DSP-Technik für deutlich hörbare Vorteile im Vergleich zur Lesbarkeit bei analogen Spitzengeräten. Dem KWZ-30 spendiert man daher arn besten eine leistungsfähige Außenantenne und/oder einen hochwertigen Vorverstärker. Besteht diese Möglichkeit nicht, werden schwächste Signale mit dem AR7030 eher (lesbar) zu hören sein. Beide Empfänger sind an den hier eingesetzten Antennen gute TropenbandEmpfänger, die für einen Großteil der realisierbaren Empfänge ausreichen.
  3. Die große Auswahl an Filterbandbreiten sowie deren hohe Steilflankigkeit beim KWZ-30 läßt den Mitbewerber so manches Mal hinter sich. Will man den AR7030 mit einer vergleichbaren Filterzahl ausstatten, rutscht dessen Anschaffungspreis schnell deutlich nach oben. Der KWZ-30 ist aufgrund der serienmäßigen Filtermöglichkeiten ein hervorragendes Gerät für Utility und Amateurfunk-DX. Es ist erstaunlich, was ein schmales DSP-Filter noch aus einem Signalknäuel herausholen kann. Selbst bei einer Bandbreite von 50 Hz bleibt ein CW-Signal noch lesbar. Leider funktioniert das Passband Tuning beim KWZ-30 nur in SSB und CW, nicht aber in AM. Diese Beschränkung gibt es beim AR7030 nicht.
  4. Es ist auffällig, daß das S-Meter des AR7030 regelmäßig zu einer recht großzügigen Anzeige neigt, wobei sich ein vermeintlich höheres Signallevel leider nicht durch ein tatsächlich lauter hörbares Signal auswirkt. Die Signalanzeige des KWZ-30 kommt der Realität deutlich näher.
  5. Der KWZ-30 stand für diesen Vergleichstest zwar nur ein verlängertes Wochenende zur Verfügung, dennoch konnte ein eindeutiger Trend festgestellt werden, der das Potential von DSP unter Beweis stellte. Wegen der recht kurzen Testphase ist es allerdings nicht auszuschließen, daß der eine oder andere erwähnenswerte Aspekt positiv wie negativ - keine Berücksichtigung finden konnte. Ein Punkt konnte aufgrund schlechter Ausbreitungsbedingungen nur unbefriedigend überprüft werden: wie sich die Empfänger bei der Jagd nach extrem schwachen Signalen im Mittelwellenbereich zueinander verhalten. Vom AR7030 ist dessen diesbezügliche Tauglichkeit hinlänglich bekannt.
  6. Der Verkaufspreis des DSP-Empfängers wurde deutlich erhöht, so daß die Entscheidung zwischen AR7030 (ab ca. 2.000 Mark einschließlich Fernsteuerung in der Grundversion; zuzüglich ca. 600 Mark für die notwendigen zusätzlichen Filter) und KWZ-30 (3.455 Mark; eventuell zusätzlich 265 Mark für die Fernsteuerung KWZ-TT) nun nicht mehr allein von der jeweiligen Empfangsleistung abhängig gemacht werden kann, sondern auch vom zur Verfügung stehenden Budget. Wer alles hören will mit Schwerpunkt auf die diversen Funkdienste, ist mit dem KWZ-30 bestens bedient. Ausgesprochene Rundfunkhörer sollten zum - in der Grundausstattung - deutlich billigeren AR7030 greifen, eventuell erweitert durch ein (4 kHz) oder zwei (2.4 und 4 kHz) hochwertige Filter.

Je besser Kurzwelle klingt, desto eher wird das Medium auch außerhalb der Hobbygemeinde wieder genutzt. Digitale Signalverarbeitung hilft da ein gutes Stück weiter und macht neugierig auf weitere DSP-Empfänger, die sich bereits angekündigt haben.

© Harald Kuhl, kurier 13/98