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R. L. Drake Company, Miamisburg, OH

R - 4 C

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überarbeitet am 23.7.2010

1973 wurde der in den sich ähnelnden Versionen R - 4 bis R - 4B Kurzwellenempfänger von einer Nachfolgeversion mit verwechselbarem Äusseren abgelöst. Der Drake R - 4C war als letzter der Kurzwellenempfänger von Drake noch teilweise röhrenbestückt, der mehr auf Empfang der Rundfunkbänder ausgelegte SPR-4, der 1969 auf den Markt kam, war schon vollständig halbleiterbestückt.

Dreifachsuper, ZF 5,645 / 5,695 MHz, 50kHz

lineare Analoganzeige 1 kHz

Amateurfunkbänder & 15 bequarzbare 500 kHz- Bereiche,
durchgehend mit FS-4

AM, USB/LSB

Empfindlichkeit 5 MHz
AM / SSB < 0,25 uV

Selektivität -6/-60 dB
SSB 2,4/4,2 kHz, AM 8/28 kHz, optional CW 0,25/0,6 0,5/1 1,5/3,0 kHz

RF-Gain, AGC 3x, PBT in SSB, Notch, (NB optional)

Das Gehäuse des 7,7 kg schweren Empfängers gleicht mit seinen Abmessungen von 14 x 27,3 x 29,7 cm dem der Vorgängermodelle. Im oberen hellgrau gefärbten Teil der Frontplatte liegt neben dem hellblau beleuchteten S-Meter genau gleich der Hauptschalter, mit dem sich der Empfänger in Standby-Betrieb und einschalten lässt und mit dem auch der optionale Noise Blanker und der Eichmarkengeber eingeschaltet wird. Daneben liegt der Betriebsartenschalter, mit den Stellungen AM mit einem 8 kHz ZF-Filter und SSB mit dem hervorragenden 2,4 kHz-Filter im Signalweg, hier lassen sich die optionalen CW-Filter mit 0,25, 0,5 und 1,5 kHz Breite schalten. Ganz rechts daneben liegt die Frequenzskala auf der die Frequenz von zwei hineinanderliegenden transparenten Plexiglasscheiben mit entsprechenden Markierungen dargestellt wird, der daruntergelegene Hauptabstimmknopf ist mit einer Fingermulde versehen.

Im unteren dunkelgrauen Teil der Frontplatte liegen zuäusserst links wie beim R - 4B übereinander der Frequenzbereichs-Schalter, der fünfzehn zusätzliche bequarzbaren Empfangsbereiche schaltet, und darunter der Wählschalter für die sechs Amateurfunkbänder. Daneben liegt oben der Preselektor mit Feintrieb und einem Zeiger, der den Durchlassbereich der momentanen Einstellung angibt. Unterhalb findet sich ein Doppelregler, mit dem die Lautstärke / AF-Gain und mit einem auf der gleichen Achse sitzenden kleinen Hebel der RF-Gain, die Hochfrequenzverstärkung eingestellt werden. Leider kann es beim Verstellen der Lautstärke so gern zum unbeabsichtigten Verstellen des RF-Gain kommen. Weiter rechts liegt der wichtige Passband - Tuning- Regler, mit dem sich die ZF-Filter- Durchlasskurve verschieben lässt, dass PBT ist beim R - 4C leider nur im SSB- Betrieb aktiv. Ganz unten rechts der Regler für die AGC-Abfallzeit und Handregelung, das Notchfilter wird unverändert mit einem Drehknopf links der Hauptabstimmung geschaltet und ist auf Zwischenfrequenzebene aktiv.

Auf der Rückseite finden sich die gewohnt in Chinch-Norm ausgeführten Anschlüsse für den externen Lautsprecher, den Antennenanschluss und die und die Stummschaltungen beim Transceive-Betrieb. Oberhalb davon die Steckplätze für die optionalen 500 - kHz - Bereichsquarze und 12 Buchsen für die drei als Option erhältlichen schmalbandigen CW-Filter.

Um einen durchgehenden Empfang im gesamten Bereich von 1,5 bis 30 MHz zu ermöglichen, war ein externer Frequenzsynthesizer FS-4 erhältlich, mit dem sämtliche 500 kHz-Abschnitte eingestellt werden konnten, das Signal des FS-4 wird über den ersten Zusatzquarz-Steckplatz dem Empfänger zugeführt. Dieses für den (Rundfunk-)Dxer ausgesprochen nützliche Zusatzgerät wurde offenbar nur in kleinen Stückzahlen gebaut und wertet einen damit ausgerüsteten Occasionsempfänger ausgesprochen auf, da der Erwerb von Zusatzquarzen für alle interessierenden Frequenzbereiche eine aufwendige und kostspielige Angelegenheit ist.

Das Signal wird von der Antennenbuchse nach dem permeabilitätsabgestimmten Preselektor und einer ersten Verstärkerstufe dem ersten Mischer zugeführt und dort auf die erste Zwischenfrequenz von 5645 kHz umgesetzt, nach weiterer Verstärkung wird im zweiten Mischer das BFO-Signal zum Einseitenbandempfang zugemischt, das auf 50 kHz umgesetzte Signal durchläuft die ZF-Filter und wird nach dem dritten Mischer dem SSB-Produktdetektor oder AM-Dioden-Demodulator zugeführt.

Zum Empfang muss zunächst der 500 kHz-Kurzwellenbereich mit dem Bandschalter oder die entsprechende Zusatzquarzfunktion vorgewählt, mit dem Preselektor muss ein empfangenes Signal resp. das Grundrauschen auf Maximum abgestimmt werden. Für die Rundfunkbänder werden in einer Tabelle im Handbuch optimale Band/Preselektorstellungsvorschläge gemacht, teils liessen sich aber mit anderen Kombinationen zugunsten der Grossignalfestigkeit noch bessere Empfindlichkeiten erreichen, Probierfreudigkeit zahlt sich immer wieder aus. Die eingestellte Frequenz lässt sich auf der Skala auf ein kHz genau ablesen, zwei hintereinander rotierende Plexiglasscheiben dienen zur Anzeige der 100- und 10 kHz-Stellen. Ein empfangenes Rundfunksignal lässt sich auf verschiedene Weisen bereinigen, schmalere ZF-Filter mussten zum R - 4 C separat erworben werden, das serienmässige 8 kHz-Filter trennt im in den Rundfunkbändern üblichen 5 kHz-Raster nur ungenügend. Hervorragende Trennschärfe liefert das 2,4 kHz-Quarzfilter, welches leider nur im SSB-Modus geschaltet ist, auch nur im SSB-Modus ist das Passbandtuning aktiv, mit dem sich die ZF-Filterdurchlasskurve bezüglich des Empfangssignals verschieben lässt; im Vorgängermodell R - 4B liessen sich sämtliche Filter wie auch dass PBT auch im AM-Modus einsetzen. Mit dem steilflankigen auf Zwischenfrequenzebene wirksamen Notchfilter lässt sich ein Störsignal aus dem Empfangssignal herausstanzen, ein gleichermassen wirksames Notchfilter wurde in zahlreichen Empfängern neuerer Bauart immer wieder vermisst. Auch der als Option erhältliche Noise Blanker zur Elimination von Störungen von Zündfunken und anderen elektrischen Störungen wird als sehr wirkungsvoll beschrieben.

Empfangsmässig kann der R - 4C als sehr empfindlicher und grossignalfester Stationsempfänger mit geringem Grundrauschen mit modernen Stationsempfängern mithalten und stellt auch die notwendigen Möglichkeiten zur Signalnachbearbeitung zur Verfügung, angesichts der knappen ZF-Filterbestückung in der Grundversion und des nur im SSB-Betrieb aktiven Passbandtunings ist der R - 4B zum Rundfunkempfang und der R - 4C vor allem mit den schmalen Filtern für den CW- und Funkfernschreibempfang zu bevorzugen. Für den Kurzwellenhörer der nicht nur die Amateurfunkbänder empfangen will macht erst der externe Frequenzsynthesizer FS - 4 den R - 4 zum Universalempfänger, andererseits lohnt es sich für RundfunkDXer eventuell auch, sich nach einem volltransistorisierten SPR-4 umzusehen.

weitere Lektüre:
d/e: Drake R-4C at www.radiomuseum.org
e: The Drake R-4B and R-4C, Two Receivers From the Past, Jon Williams, fine tuning's proceedings 1989

© Martin Boesch 28.7.1999