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R. L. Drake Company, Miamisburg, OH

Drake R - 7 / R - 7 A

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überarbeitet am 23.7.2010

Im Jahre 1979 stellte Drake die Urversion des R-7 vor, zunächst als als Empfänger mit Analoganzeige für die Amateurfunkbänder geplant. Schon bald gehörte die Digitalanzeige zur Standardausstattung, mit Anzahl der standardmässig integrierten Optionen stieg auch der Listenpreis von 1295 US$ auf 1800 US$ an:

  • DR - 7: Frequenzzähler mit Digitalanzeige und Ausweitung des Empfangsbereichs durchgehend von 0,5 - 30 MHz
  • AUX - 7: Zusatzboard erlaubt die Wahl von 8 zusätzlichen 500 MHz-Bereichen mit dem AUX-Schalter, für jeden Bereich wurde mittels Dioden auf einem RRM - 7 Frequenzbereichsmodul der entsprechende Bereich festgelegt
  • Filter - Board: neben dem 2,3 kHz-Filter in der Standardausstattung konnten auf einem Zusatz- ZF-Filterboard weitere Filter installiert werden, empfohlen waren 6 oder 4 kHz für AM, 1,8 MHz für SSB, 500 / 300 Hz für CW.
  • NB - 7A: Noise Blanker, der Störaustaster
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  • RV - 75: ein externer VFO, ein Zusatzabstimmungknopf, erlaubt den raschen Wechsel zwischen zwei Frequenzen
  • MS - 7: der externe Lautsprecher

Dreifachsuper, ZF 48,05 MHz, 5,645 MHz, 50 kHz

Digitalanzeige 100 Hz

AM, USB, LSB

Empfindlichkeit 5 MHz
AM <2 uV, SSB <0,5 uV für 10 dB S+N/N

Selektivität
-6/-60 dB 0,5/1,5 kHz, 1,8/3,6 kHz, 2,3/4,4 kHz, 4/8 kHz

RF-Gain, Vorverstärker, Abschwächer, AGC 3x, PBT, opt. NB, Notch

Antennenumschaltung

Die anthrazitfarben - schwarze Frontplatte des 34 x 12+1 x 31,5 cm grossen Stationsempfängers wird dominiert von blau hintergrundbeleuchteten Skalenelementen.
Oberhalb der quer verlaufenden Zierleiste sind die Anzeigeelemente positioniert. Ganz links das blau beleuchtete in S-Stufen geeichte S-Meter, daneben die Anzeigelampen für RIT und Fixfrequenzoperationen. Neben den UP- / DOWN-Tasten zur Bereichswahl der 0,5 MHz-Bereiche die rote LED-Frequenzanzeige, die Empfangsfrequenz wird auf 100 Hz genau angegeben.
Unter der Zierleiste ganz links der Bereichsschalter zur Vorselektion, jeweils nur der zwischen zwei orangefarbenen Ziffern liegende Bereich des Kurzwellenspektrums wird durch den Bandpass geleitet. Rechts davon in zwei Drucktastenreihen die Bedienungselemente für die verschiedenen Sonderfunktionen, darunter der Schalter für bis 8 Zusatzfrequenzbereiche, der Bandbreitenschalter mit 5 Positionen, und ein Doppelregler. Mit dem äusseren Ring wird die Filter-Durchlasskurve im Sinnes das Passbandtuning verschoben und somit auch das Seitenband beim SSB-Empfang gewählt, mit dem inneren Knopf die auf Knopfdruck RIT (Receiver Incremental Tuning) eingeschaltete Frequenzfeinverstimmung eingestellt, allerdings lässt auch der gut untersetzte Hauptabstimmknopf eine genaue Abstimmung bei einigermassen ruhiger Hand problemlos zu, die RIT wird vielleicht einmal bei RTTY-Empfang eingesetzt.
Rechts daneben liegt der grosse mit einer Griffmulde versehene Hautabstimmknopf, in einer sektorförmigen blau hintergrundbeleuchteten Skala kann auf zwei transparenten Plastikscheiben die Empfangsfrequenz auf 5 kHz genau abgelesen werden, für die 1 kHz- Stelle gibt's Markierungen auf einem Metallring des Abstimmknopfs, ähnlich wie beim Drake R-4. In der Regel (ausser vielleicht bei direkter Sonneneinstrahlung) wird die Frequenz wohl meist auf dem über dem Abstimmknopf liegenden roten LED- Display abgelesen.
Rechts vom Abstimmknopf und der Frequenzskala findet sich als Besonderheit des Drake R-7 ein Antennenumschalter: Signale von zwei Aussenantennen auf zwei unterschiedliche Empfänger umschalten, der R-7 ist somit prädisponiert zur Durchführung von Empfängervergleichen. Darunter liegt des Regler des Notchfilters und ganz unten rechts der als Doppelpoti ausgeführte RF/AF-Gain-Regler. Die HF-Verstärkung kann mit dem RF-Gain bei Überladungserscheinungen bei hohen Antenneneingangsspannungen herabgeregelt werden, der Einschalter ist mit dem dem inneren Knopf, dem als AF-Gain bezeichneten Lautstärkeregler kombiniert.

Zum praktischen Empfang wird eine externe Antenne mittels Chinch-Stecker an die MAIN Antennenbuchse angeschlossen und der Antennenwahlschalter im rechten oberen Bereich der Frontplatte auf die zweite (MAIN/Alt) oder dritte Position gestellt. Nach Einschalten mit dem Lautstärkeregler/AF-Gain Regler sollte man sich vergewissern, dass der RF-Gain-Regler voll aufgedreht ist, ansonsten wird das Empfangssignal abgeschwächt. Wie im Handbuch beschrieben, sollte neben der AM-Taste keine der 12 Funktionstasten eingedrückt sein, der AUX-PROGRAM Wähler auf OFF stehen und mit SELECTIVITY ein Filter von 2,3 (in der Regel bestückt) oder 4 MHz zum AM-Empfang gewählt werden. Um den österreichischen Rundfunk auf 6155 kHz zu hören wird nun der BAND (Vorselektions-) Schalter auf 5 (6,155 liegt zwischen 4,5 und 7 MHz) eingestellt, mit den UP/DOWN-Tasten der Bereich 6000 - 6500 kHz gewählt und mit dem Abstimmknopf auf 6155,0 kHz eingestellt. Zum Einseitenbandempfang wird von AM aus SSB/CW umgeschaltet und mit dem PBT-Regler das entsprechende Seitenband gewählt, die Standardeinstellung ist für LSB und USB jeweils mit einem Punkt bezeichnet.

Die Empfangseigenschaften des Drake R-7 waren zum Zeitpunkt seines Erscheinend hervorragend und können auch heute noch problemlos mit denen moderner Stationsempfänger mithalten, die Grosssignalfestigkeit ist gut, vor allem mit voller Filterbestückung kann von CW bis zum AM-Empfang fast jedes Signal gut aufbereitet werden, ohne dass eine digitale DSP-Schaltung am Signal herumwerkelt. Die Frequenzstabilität nach dem Aufwärmen ist gut, allerdings nicht hundertprozentig wie bei den modernen PLL-Designs. Im Gegensatz zu den neueren NRD-Empfängern, Drakes R-8 oder dem mit Fernbedienung versehenen AOR 7030 ist das Vergleichen mehrerer Parallelfrequenzen in verschiedenen Kurzwellenbändern nicht ganz so rasch und einfach wie bei direkter Frequenzeingabe über ein Tastenfeld zu bewerkstelligen, allerdings ist die Zahl der Kurzwellenstationen, die Ausstrahlungen auf 5 - 8 Parallelfrequenzen anbieten, in den letzten zehn Jahren ohnehin auf eine Handvoll zurückgegangen. Zum Suchempfang in einem Band in einem Band lässt der Drake R-7 mit den Möglichkeiten der Signaloptimierung mittels Passbandtuning und Notchfilter, Anpassung der AGC-Konstante und falls vorhanden einer schönen Filterauswahl nur wenig Wünsche offen.

Ein gelegentlich offener Wunsch könnte sein, einen gebrauchten R-7 / R-7A zu erwerben, Geräte werden auf dem Gebrauchtmarkt, auf Amateurfunkmessen und auch bei ebay selten angeboten.

weitere Lektüre:
d: Drake R-7 Testbericht © Horst Marx, Rudi Waurich, addx kurier
e: THE DRAKE R7 COMMUNICATIONS RECEIVER REVISITED, Jerry Strawman, fine tuning Proceedings 1988
e: THE DRAKE R-7 / R-7A RECEIVER: An Outline of Major Features, Modifications and Accessories, David Clark, Jon Williams, fine tuning Proceedings 1988

© Martin Bösch 14.8.2003