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Grundig, Fürth

Satellit 1400

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überarbeitet am 24.7.2010

Das jüngste und kleinste Geschwister in der Reihe der letzten grossen Kofferempfänger von Grundig war der Satellit 1400. Er gleicht einem etwas abgespeckten Satellit 3000/3400, verfügt aber über eine LCD- anstelle der Leuchtdioden-Frequenzanzeige. Der technische Sprung war grösser, als den Anschein hat: Grundig nahm mit dem Satellit 1400 und seinem grossen Bruder Satellit 2400 Anschied vom Prinzip des Trommeltuners, der bei sämtlichen Geräten der Satellit- Baureihe seit deren Einführung seinen Platz hatte. Damit ist der Satellit 1400 deutlich weniger störanfällig.

Grundig Satellit 1400

Doppelsuper, ZF 2 MHz, 460 kHz

Digitalanzeige, UKW, LW, MW, KW - 28 MHz

AM, SSB(BFO), FM (UKW)

Empfindlichkeit AM 1,4 - 3 uV, SSB 0,8 - 1,5 uV

Selektivität (-6 dB) 3,4 / 11,5 kHz

S-Meter, AGC

Der Grundig Satellt 1400 ist mit seinen 41 x 26 x 12 cm (bxhxt) deutlich schmaler als der 3000/3400, mit 5,5 kg auch wesentlich leichter. Die Tragbarkeit des mit einem Handgriff und zwei Schutzbügeln ausgestatteten Geräts hält sich allerdings in Grenzen. Weltempfänger mussten zu Beginn der achziger Jahre noch unter den Flugzeugsitz resp. in die Gepäckablage passen, um als Reiseempfänger zu gelten...

Die linke Hälfte der Frontplatte nimmt der Lautsprechergrill ein, in den unteren Teil ist die Kopfhörerbuchse eingelassen. Unter den grossen aber übersichtlichen Grobskalen mit grün eingezeichneten Rundfunkbändern finden sich in einer Reihe links die Schalter für Zusatzfunktionen (PHONO-Verstärkerbetrieb, die Rauschsperre und AFC für den UKW-Betrieb), das auf 1 kHz genaue LCD-Frequenzdisplay und das S-Meter, das Grundig-typisch nicht in S-Stufen sondern von 1 - 10 geeicht ist.
Unter den Anzeigen liegen links die Regler für Lautstärke, Bässe und Höhen, der äussere Ring des Abstimmknopfs dient zur Grob- der innere zur Feinabstimmung. Rechts davon liegen die Bandschalter, oben für LW, MW und UKW, mit dem unteren Knopf werden die Kurzwellenbereiche geschaltet. Diese Drehschalter erweisen sich über die Jahre als wesentlich weniger störanfällig, als die jahrelang gebräuchlichen Drucktastenaggregate, die von oben her durch Staub verschmutzt werden.
In der untersten Reihe der Bedienelemente liegen linke der Hauptschalter, der Schalter zur Zuschaltung des Hochtonlautsprechers, der Schalter für Skalenbeleuchtung und Frequenzzähler, beide können bei Batteriebetrieb zur Stromersparnis ausgeschaltet werden. Unter dem Abstimmknopf liegen der als AGC/MGC bezeichnete RF-Gain-Regler für die HF-Verstärkungsregelung, der Schalter und die Feinabstimmung für den BFO. Einzigartig bei den Grundig Satelliten der 1400 - 3400er-Reihe ist hier, dass die Schalterstellung für LSB in den Kurzwellenbereichen 1 und 2-6 unterschiedlich ist...

Die Bedienung des Grundig Satellit 1400 ist nochmals einfacher, als vom Satellit 3400 her gewohnt. unten links einschalten, mit dem darüber liegenden Lautstärkeregler ein leises Rauschen einstellen. Dann mit dem rechts des Abstimmknopfs liegenden Bereichsschalter SW2-6 und mit dem drunter liegenden Bandschalter SW2 wählen und drehen, bis in der Region des grün bezeichneten 49m-Band 6195 kHz angezeigt werden, hier ertönt die BBC aus London.
Die Klangqualität ist für ungestörte Sender gut - hervorragend, schwieriger wird's, wenn ein Nachbarkanal im 5 kHz-Abstand ebenfalls belegt ist, dann ertönt aufgrund der Breite und vor allem der schlechten Flankensteilheit des ZF-Filters ein Interferenz- Pfeifen. ein schmäleres ZF-Filter wird ebenso vermisst, wie ein Notchfilter, Passbandtuning und andere Goodies, die den Satellit 1400 Prof. deutlich von echten semiprofessionellen oder Profigeräten unterscheiden SSB-Empfang ist mit dem BFO behelfsmässig möglich, stabiler ECSS- oder gar Funkdienstempfang würde zur Überforderung des Geräte führen. Die Digitaltechnik wird bei dem ansonsten in Analogtechnik ausgeführten Gerät lediglich zur Frequenzanzeige eingesetzt, Senderspeicher oder eine Schaltuhr fehlen.

Zusamenfassend ist der Grundig Satellit heute als Reiseempfänger technisch überholt, erfüllt aber als Zweitempfänger oder für Einsteiger, zum Hören der internationalen Kurzwellendienste weiterhin seinen Zweck. Das UKW-Teil erscheit überdurchschnittlich und stellt japanische Vergleichsgeräte in den Schatten, vor allem wenn der Grundig sich am im gleichen Zeitraum auf dem Markt eingeführten Sony ICF-6800W messen muss. Da der Satellit 1400 ohne Drucktastenaggregat auskommt, ist seine Zuverlässigkeit auch als Gebrauchtgerät in der Regel recht gut.

weitere Lektüre:
d: Die Grundig Satellit - Story, H.-E.Roeder, Siebel-Verlag 1997, ISBN 3-89632-020-3
d: Testbericht Grundig Satellit 1400, Kurzwellenempfänger - Qual der Wahl, R. Lichte

© Martin Bösch 16.12.2004