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Grundig, Fürth

Satellit 300

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überarbeitet am 24.7.2010

1983 kam Grundig im Gefolge des Sony ICF-2001 mit dem ersten Satelliten mit digitaler Frequenzaufbereitung auf den Markt. Der Satellit 300 war allerdings nur ein Einfachsuper und glänzte mit ausgesprochen mässigen Empfangsleistungen bei erklecklichem Preis, man warf dem Gerät vor, es hätte mit einer Bezeichnung "Yacht Boy" seinem Namen mehr Ehre gemacht.

Grundig Satellit 300

Einfachsuper,

Digitalanzeige, 1 kHz

UKW, LW, MW, KW - 30 MHz

AM, FM (UKW)

Empfindlichkeit

Selektivität (-6 dB)

S-Meter, direkte Frequenzeingabe, 35 Speicher. Uhr/Timer

Dank dem Wechsel auf die Digitaltechnologie konnte die Grösse des Satellit 300 nun auf echte Reiseradio- resp. Handtaschengrösse reduziert werden, im Koffer haben nun noch andere Reiseutensilien Platz... Das 30,5 x 18 x 7 cm (bxhxt) grosse und 2,15 kg schwere Gerät verfügt über einen Netzanschluss, kann aber auch mit 6 UM-2 / Babyzellen für den Radiobetrieb und 3 UM-3 Uhr-/Speicherstützbatterien betrieben werden.

Schalter an der Geräteoberkante schalten die verschiedenen Wellenbereiche, neckischerweise muss zwischen den Kurzwellenbereichen 1 (3,9 - 10,5 MHz) und 2 (10,5 - 22 MHz) manuell umgeschaltet werden.
Den Grossteil der linken Hälfte der Frontplatte nimmt der Lautsprechergrill ein, wenigstens verbindet der gute Klang den Satellit 300 mit seinen Geschwistern... Unten findet sich der Hauptschalter, der auch di Timerfunktion aktiviert.
Rechts unter dem angenehm grossen S-Meter sind die drei Schieberegler für Lautstärke, Bässe und Höhen angeordnet, die Schieberegler drohen leider bei älteren geräten gern zu Fehlfunktion infolge Verschmutzung.
Rechts unterhalb des Frequenzdisplays, das die Empfangsfrequenz in den AM-Bereichen auf 1 kHz genau ausgibt, finden sich eine ganze Reihe Tasten für die Suchlauf- Timer- und Speicherfunktionen, beispielsweise kann mit SET 6 - 0 - 7 - 5 FREQ die deutsche Welle auf 6075 kHz aufgerufen werden, vorausgesetzt, der richtige Kurzwellenbereich SW1 ist aktiviert, ansonsten weist ein Blinken der Anzeige auf die Fehlangabe hin. Mittels SET - Ziffertaste 1 - 9 STORE können in jedem Bereich Sender gespeichert werden, die AUTO-TUNING Taste aktiviert einen Suchlauf im aktivierten Band. Glücklicherweise kann der Satellit 300 auch noch manuell abgestimmt werden, er verfügt über einen magnetisch gerasteten Abstimmknopf mit elektronischem Schwungradeffekt.

Der Betrieb ist, wie bei allen mikroprozessorgesteuerten Geräten etwas gewöhnungsbedürftig, immerhin kann man den Entwicklungsingenieuren die Bedienungsschritte nachempfinden, es gibt Empfänger mit deutlich mühsameren Steuersequenzen, so leicht wie Sony machen's einem nicht alle. Da das Gerät ganz ohne technische Gimmicks wie ein Preselector, der verstellt sein kann, BFO oder Passbandtuning daherkommt, kommen Fehlbedienungen nicht so oft vor.

Satellit 300, schwarz Das Gerät kam nicht nur in der Ausführung "silber", wie oben gezeigt, sondern auch in schwarz auf den Markt.

Zusammenfassend machte der Satellit 300 als erster mikroprozessorgesteuerter Weltempfänger von Grundig seinem Namen keine Ehre. Empfangsleistungen und Grossignalfestigkeit sind ungenügend, es wird nur ein Teil des Kurzwellenspektrums abgedeckt, schmale ZF-Filter oder sogar Möglichkeiten von SSB-Empfang und Signalnachbearbeitung fehlen. Der hohe Preis, der dadurch bedingt war, dass die Mikroprozessortechnik noch in den Anfängen und entsprechend teuer war, ist heute in keiner Weise mehr gerechtfertigt. Günstig erworben, kann der kleine Satellit aber problemlos mit billigen Warenhausempfängern mithalten und stellt sie in Punkto Klang in den Schatten. Dass die "Stiftung Warentest" offenbar für das Gerät das Qualitätsurteil "gut" abgab, war damals schon vielen Kurzwellenhören unklar...

weitere Lektüre:
d: Die Grundig Satellit - Story, H.-E.Roeder, Siebel-Verlag 1997, ISBN 3-89632-020-3

© Martin Bösch 16.12.2004