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Grundig, Fürth

Yacht Boy 400

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überarbeitet am 24.7.2010

Beim ersten Kontakt irritierte mich die Typenbezeichnung, unter dem Grundig Yacht Boy 400 hatte ich ein ganz anderes Gerät im Kopf: beim beschriebenen Yacht Boy handelt es sich in einen flachen - entsprechend der Entstehungszeit noch etwas klobigen Einfachsuper - Reiseempfänger, der sechs wichtige Kurzwellenbänder gespreizt abdeckt. Unter der gleichen Modellbezeichnung Yacht Boy 400 kam zehn Jahre später ein Reiseempfänger mit Digitalanzeige in die Läden.

Grundig Yacht Boy 400

Einfachsuper

Analoganzeige,

UKW, LW, MW, 6 x KW,
49/ 41/ 31/ 25/ 19/ 16 m-Band gespreizt

AM, FM-UKW

Empfindlichkeit

Digitaluhr, Timer

Der Reiseempfänger ist im Flachformat mit einer Linearskala mit nebeneinanderliegenden Skalen der gespreizten Kurzwellenbänder ausgeführt, von der äusseren Erscheinung her sicherlich vom Ur-Sony 7600 (mit ebensolchen Frequenzbereichen und -skalen) inspiriert.
Das Gerät mit seinem silberfarbenen Kunststoffgehäuse misst 22 x 13,5 x 4 cm (bxhxt) und hat somit in etwas die Ausmasse eines kräftigen Taschenbuchs. Es wird von 5 UM-3 - Batterien (AA) gespiesen, verfügt an der linken Schmalseite auch einen Eingang für ein 7,5 V-Netzteil. Unter einem runden Deckel an der Geräterückseite, der mit einer Münze zu öffnen ist, verbirgt sich eine MR44 Knopfzelle für den Betrieb der Digitaluhr.
Das Grundgelenk der Teleskopantenne an der Oberkante des Gerätes ist versenkbar, an der Oberkante finden sich des weiteren die Tasten zum Einstellen der Uhrzeit, an der linken Schmalseite neben dem Fremdspannungs- Anschluss nur noch eine Ohrhörerbuchse, das wär's, keine weiteren Anschlüsse. Eine Buchse für einen externen Antennenanschluss fehlt ebenso wie ein an der Geräterückseite aufklappbarer Aufstellbügel.

Auf der Frontplatte findet zur linken der hinter einer Metallblende verborgene Lautsprecher Platz. In der mittleren Reihe der Bedienelemente oben der Schieberegler für die Lautstärke, der als Drehpoti ausgeführte Klangregler (für einen guten Ton hatten die Entwickler bei Grundig seit jeher viel Verständnis) und zuunterst der Schiebeschalter zur Anwahl der Kurzwellenbänder.
Die rechte Hälfte der Frontplatte wird vom Anzeigefenster der linealen Analogskalen für die verschiedenen Frequenzbereiche, in den Kurzwellenbereichen liegen die Marken jeweils 100 kHz auseinander und erlauben im 49- und 41m-Band noch recht gut, eine Station aufzusuchen. Auf den höheren Frequenzbändern liegen die Marken wesentlich näher beeinander. Da es das Schicksal wollte, das zwischenzeitlich die Bandgrenzen erweitert wurden, finden auch einige Ausserbandfrequenzen (beispielsweise 15'000 - 15'800 kHz) Platz, das 22m-Rundfunkband wird nicht abgedeckt, dafür gingen damals noch die 9410 kHz mit der BBC. Die Tropenbänder fehlen, dafür stellt der Europäer den Langwellenbereich zur Verfügung.
Die Bereiche KW/LW/MW/UKW werden mit rastenden Drucktasten geschaltet, die auch in gedrücktem Zustand das Gerät einschalten, ein Druck auf den kleinen orangen Aus-Schalter lässt die Taste herausspringen und das Radio verstummen, ganz ähnlich wie bei Grossmutters Heimradio.
Der geriffelte Abstimmknopf findet sic han der rechten oberen Schmalseite, eine kleine Tuning-LED leuchtet bei ausreichendem Eingangssignal schon grosszügig auf, um eine Empfangswürdige Station anzuzeigen, so dient sie auch etwas als Betriebslampe.
Das Diplay links oberhalb des Lautsprechergrills dient zu Anzeige der Uhr- und Weckzeit, kleine Schalter daneben dienen zum Schalten der Anzeige auch Zeit/Weckzeit, zur Aktivierung der Weckfunktion mit Radioempfang oder Summton, etc.

Der Betrieb des Yacht Boy ist völlig unproblematisch: mit einem Druck auf eine der Bandbereichstasten wird das Gerät eingeschaltet, bei Wahl des KW-Bereichs wird mit dem Schiebeschalter das Kurzwellenband ausgewählt und auf die gewünschte Station abgestimmt, Lautstärke und Ton regulieren, fertig. Die Frequenzsuche gestaltet sich bei 100 kHz auseinanderliegenden Frequenzmarken und ohne Unterstützung durch eine digitale Frequenzanzeige recht schwierig, ein Pausenzeichen oder ein bekannter Zungenschlag (beispielsweise des deutschen Dienstes aus Athen) sind hier hilfreich. Ein Druck auf die o-Aus-Taste lässt den Yacht Boy 400 verstummen, beim Einschalten erklingt die gehörte Station wieder mit der bekannten Lautstärke.

Zusammenfassend ist der Grundig Yacht Boy 400 in der alten analogen Version ein brauchbarer einfacher Reiseempfänger mit einer für den Mitteleuropäer akzeptablen Kurzwellenbandabdeckung, der entsprechend seinem Alter eher gross ausgefallen ist, über einen Grundig-typisch guten Klang verfügt und aufgrund der analogen Frequenzanzeige die Frequenzbestimmung resp. das Auffinden einer schwachen Station nicht gerade einfach gestaltet. Mit den Digitaluhrfunktionen ist das Gerät als Reisewecker tauglich und stellt - günstig erworben - eine perfekte Alternative zu den Billigstempfängern von Tschibo und Aldi dar, die teils in einem ganzen Bandbereich kaum eine Station akzeptabel hörbar machen, (m)eine Handvoll Euros ist beim Grundig Yacht Boy 400 doch nicht schlecht angelegt.

Vorsicht: dieses erste Modell des Grundig Yacht Boy 400 darf nicht mit der später eingeführten Version eines digitalen Reisempfängers von Grundig mit gleicher Typenbezeichnung verwechselt werden.

© Martin Bösch 18.8.2004