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Hammarlund Mfg. Co., New York / Mars Hill NC

SP-600-JX / Super Pro SP-600

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überarbeitet am 24.7.2010

Doppelsuper (oberhalb 7 MHz), ZF (3955) / 455 kHz

Analoganzeige, Bandspreizskala mit mechanisch gekoppelter Logskala

AM, CW mit BFO

Empfindlichkeit < 0,75 uV CW, < 2 uV AM

Selektivität (- 6 dB)
0,2 / 0,5 / 1,3 (crystal)/ 3 / 8 / 13 kHz

RF-Gain, Bandspreizung, Crystal Phasing - Notchfilter

Beim Super Pro / SP-600 handelt es sich um das späteste Gerät aus der Super Pro - Reihe von Hammarlund, das vorwiegend 1951 bis 1961 in einer Vielzahl von Varianten für den militärischen und zivilen Markt produziert wurde.

Beim Gerät handelt es sich um einen veritablen Boatanchor, der in der Version mit Tschgehäuse mit 55 x 32 x 44 cm ein Gewicht von 39,4 kg und in der Rack - Version mit 48 x 26,6 x 44 cm immerhin 30 kg auf die Waage bringt. Der Empfänger kann mit zahlreichen Versorgungsspannungen von 90 - 270 V, 50-60 Hz, in gewissen J-Versionen 25 - 60 Hz betrieben werden und benötigt etwa 130 Watt.

Fontpanel SP-600 Die Frontplatte wird dominiert von den zwei Skalen und den Abstimmknöpfen. Der Bandschalter unter der linken Skala bewegt auch einen stift-ähnlichen Zeiger, der auf das eingestellte Bandsegment hinweist, der rechte grosse Knopf betätigt die Hauptabstimmung, die Logskala im rechten Skalenfenster ist mechanisch mit der Hauptabstimmung gekoppelt und erlaubt eine gute Wiederkehrgenauigkeit um eine einmal abgestimmte Station später wiederzufinden. Die Ablesegauigkeit auf der Frequenzskala beträgt im 49m-Band um 25 kHz, in den höheren Frequenzen ist sie deutlich schlechter, beispielsweise im 19m-Band um 50 - 100 kHz. Mit dem TUNING LOCK Knopf kann die Abstimmung mechanisch blockiert werden.

Eingeschaltet wird mit dem mit dem Netzschalter gekoppelten RF-Gain - Schalter, dieser regelt die HV-Verstärkung, solange der AVC-Schalter in der rechten unteren Ecke auf MAN(uell) steht. Der Lautstärkeregler findet sich in der Mitte zwischen Bandschalter und Hauptabstimmung.
Rechts auf der Frontplatte findet sich des weiteren unten der Kopf zur Aktivierung des BFO zum CW-Empfang, die BFO-Frequenz kann mit BEAT OSC fein geregelt werden, die AGC-Charakteristik wird zum CW-Empfang umgeschaltet. Weiter oben findet sich bei den X-Versionen der Schalter für sechs bequarzbare Fixfrequenzen mit einer entsprechenden Merktabelle und einem Feinabstimmregler. Die notwendige Quarzfrequenz beträgt in den Bereichen 2 und 3 die gewünschte Empfangs- frequenz + 455 kHz, in den Bereichen 4 und 5 einen Drittel des Wertes von (gewünschter Empfangsfrequenz + 3955) (dritte Harmonische der Quarzfrequenz - ZF 3955 kHz).
An derselben Stelle findet sich beim SP-600-J-4 / R-320A ein Regler für die ZF-Verstärkung.

Links unten auf der Frontplatte liegt zwischen den Schaltern für den Sende- Empfangsbetrieb (zusammen mit einem passenden Sender) und dem Störbegrenzer auch die Kopfhörerbuchse. Ein eingebauter Lautsprecher ist beim SP-600 nicht vorgesehen. Die Regler SELECTIVITY und PHASING schalten die verschiedenen Bandbreiten und die Notch- Frequenz des Quarzfilters in den drei schmalen ZF-Bandbreiten. Das Anzeigeinstrument kann mit dem kleinen Kippschalter zur Anzeige des HF- und NF-Pegels umgeschaltet werden.

Blockschaltbild SP-600

Das von der Antenne herkommende HF-Signal wird zunächst in zwei Stufen verstärkt (V1 und V2, je 6BA6), im ersten Mischer (V5: 6BE6) wird entweder das vom Quarzoszillator (V3: 6AC7) herkommende Signal für den Festfrequenzempfangs oder das Signal des VFO (V4: 6C4) zugemischt und in den Bändern 1 - 3 direkt auf die Zwischenfrequenz von 455 kHz umgesetzt und verstärkt (V7: 6BA6). In den Bändern 4 und 5 wird auf 3955 kHz als erste ZF umgesetzt und mit einem 3,5 MHz-Oszillatorsignal (V8: 6C4) im zweiten Mischer (V6: 6BE6) ebenfalls auf 455 kHz umgesetzt.
Nach Durchlaufen der ZF-Filterbank wird das Signal in zwei Stufen (V9: 6BA6 / V10: 6BA6) verstärkt und über eine Treiberstufe (V11: 6BA6) der Demodulatorstufe zugeführt. Hier wird das AC-Steuersignal abgenommen (V14B: 1/2 6AL5) und bei gewissen Varianten (V16A: 1/2 12AU7) am ZF-Ausgang zur Weiterverarbeitung bereit gestellt.
Das zweite System von V14A (1/2 6AL5) wirkt als Diodendemodulator, hier wird auch das BFO-Signal (V13: 6C4 / Verstärkung V12: 6BA6) zugemischt.
Nach Abzweigen des Signals für den Störaustaster (V15A: 1/2 6AL5) wird das NF-Signal der Vorverstärker- (V16B: 1/2 12AU7) und Endverstärkerstufe (V17: 6V6GT) zugeführt.
Zur Anzeige des NF-Pegels wird in der V15B (1/2 6AL5) gleichgerichtet. Als Netzgleichrichter wirkt V19: 5R4GY, ein Spannungsstabilisator V:18 0A2, der RF GAIN wird durch Veränderung der Gittervorspannung über V20: 6AL5 verändert.
Im Technischen Handbuch TM 11-851 ist die Wirkungsweise aller Stufen eingehend beschrieben und mit Schemaauszügen bebildert.

Auf dem Typenschild, das auf dem Deckel der HF-Einheit zu finden ist, bedeutet ein J, dass Komponenten nach JAN (Joint Army Navy - Standard) verbaut sind, ein X dass bequarzte Fixfrequenzen schaltbar sind, und ein L, dass das Gerät anstelle des vollständigen Mittelwellenbereichs den (in den USA für Baken genutzten) Langwellenbereich abdeckt. Weitere Informationen zu den einzelnen Gerätevarianten (basierend auf der Zusammenstellung von Les Locklear) finden sich > > > hier < < <.

© Martin Bösch 28.4.2008

weitere Lektüre:
e: Osterman, F.: Shortwave Receivers - Past and Present