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Kenwood / Trio - Kenwood Communications, Tokyo

R - 1000

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überarbeitet am 26.7.2010

Als 1979 der Kenwood R - 1000 vorgestellt wurde, brachte er die Fachwelt durch das bis dahin wesentlich teureren (semi)professionellen Kommunikationsmepfängern technische Design zum Staunen. Neben einer elektronischen durch Oktavfilter umschaltbaren Vorselektion verfügte der Empfänger über eine PLL-Syntheseschaltung und somit eine digitale Frequenzaufbereitung und -anzeige. Der Kurzwellenfernempfang wurde mit diesem Empfänger erstmals zum Kinderspiel: Einschalten, Lautstärke einstellen, MHZ wählen, Kilohertz einstellen und hören.

Doppelsuper: 48,055 MHz, 455 kHz

Digitalanzeige, 1 kHz

AM, CW, USB / LSB

200 kHz - 30 MHz

Empfindlichkeit SSB < 0.5 uV; AM < 2 uV

Selektivität -6/-50 dB
12/25 / 6/18 / 2,7/5 kHz

S-Meter, Noise Blanker, ATTx3, Uhr/ Timer

Mit dem Kenwood R-1000 brachte Kenwood auf den Beginn der achziger Jahre erstmals einen mit elektronischer Vorselektion und digitaler PLL-Frequenzaufbereitung ausgerüsteten Kommunikationsempfänger zu einem Preis von um 1000.- DM auf den Markt.

Der 30 x 11,5 x 21,8 cm (b x h x t) messende und mit einem kräftigen auch als Aufstellbügel dienenden Tragegriff ausgestattete Empfänger bringt 5,5 kg auf die Waage. Das Gehäuse ist in anthrazitgrau gehalten, durch Lösen von vier Schrauben auf den Geräteseiten lässt sich der Gerätedeckel abnehmen, die Anschlusselemente auf der Rückseite sind etwas nach Innen abgesetzt, weshalb der Empfänger bequem auf vier Kunststoffüssen auf der Geräterückseite hingestellt werden kann, ohne dass die Anschlussbuchsen Schaden nehmen.

Die Frontplatte gliedert sich in drei Elemente: Links liegen die Schaltelemente für Netzteil und Schaltuhrbetrieb, in der Mitte das Anzeigefenster und der Hauptabstimmknopf und rechts die Bedienelemente zur Empfang.
Mit dem Drehschalter links oben wird die Anzeige des R-1000 von Frequenzanzeige auf Anzeige der Uhrzeit und Anzeige der Ein- oder Ausschaltzeit des Timers umgestellt. In den Stellungen CLOCK, Timer ON/OFF lassen sich mit den danebenligenden Tasten für Stunde resp. Minute die Uhr- und die Schaltzeiten einstellen, bei Druck auf beide Tasten springt die Anzeige auf 0:00. Mit dem Netzschalter links darunter wird das Gerät eingeschaltet, in Stellung CLOCK oder TIMER werden die entsprechenden Zeiten auch bei ausgeschaltetem Gerät angezeigt. Auf Druck auf die Taste TIMER verstummt das Gerät, um sich zum vorprogrammierten Zeitpunkt ein- und wieder auszuschalten. Darunter liegen die Buchen zum Kopfhörer- und Tonbandanschluss.

Im Anzeigefenster gibt die grünleuchtende Floureszenzanzeige die Empfangsfrequenz auf 1 kHz genau an, die Uhrzeige erfolgt im 12h-Format, wobei nach amerikanischem Muster Vor-/Nachmittag durch die LEDs AM/PM signalisiert werden. Rechts neben der Frequenzanzeige verfügt der R-1000 über eine Analog-Rundskala, auf welcher die Empfangsfrequenz auf ca. 5 kHz genau abgelesen werden kann, zum Nacheichen kann die Skala durch Drehen am Ring hinter dem Abstimmknopf verschoben werden. Der Drehknopf ist kräftig und mit einer Fingermulde ausgestattet, durch eine Untersetzung gelingt das Abstimmen auf 1 kHz genau recht gut, da auf eine separate Feinabstimmung verzichtet wurde, muss bei Abstimmung einer SSB-Station oder ECSS-Empfang der Abstimmknopf feinfühlig bedient werden. An beiden Enden des 1 MHz-Bandes überlappt die Frequenz um je ca. 100 kHz, die Frequenz läuft im Gegensatz zum Icom R-70 beim Überschreiten der 1 MHz-Grenze mit, beim Weiterdrehen von 11.995 über die 1000(kHz)-Marke zeigt das Display korrekt 12.005 kHz an.
Unter der Frequenzanzeige findet sich das in S-Stufen geeichte S-Meter und darunter die Schalter zum Abdunkeln der Beleuchtung in der Nacht und für den Störaustaster (Noise Blanker).

Im rechten Feld findet sich oben der als Doppelpoti ausgeführte kombinierte Lautstärke- und Klangregler, rechts davon der in Stufen bis -60 db geschaltete Abschwächer, der im Falle von Überladungen an langen Antennen die Eingangsstufe schützt, die HF-Verstärkungsregelung erfolgt mittels AGC automatisch und ist nicht abschaltbar.
Unterhalb liegen links die Betriebsartentasten für AM-wide und AM-narrow, für USB und LSB-CW, da die AM-Filter mit 12 und 6 kHz Durchlassbreite zum Empfang in stark belegten Bändern Nachbarkanalstörungen ungenügend ausfiltern, kann durch Umstecken einer Steckverbindung das 6 kHz-Filter auf AM-breit und das günstigere 2,7 kHz-SSB-Filter auf AM-schmal gelegt werden. Rechts der Betriebhsartentaster liegt der Schalter für die MHZ-Bänder von 0 - 29, in der internationalen Version lassen sich also Frequenzen von ca. 200 kHz bis etwas über 30 MHz einstellen, in einer auf den damals in Deutschland zugelassenen Frequenzbereich eingeschränkten Version erreicht der Empfänger nur die FTZ-konformen 26,1 MHz.

Auf der Geräterückseite finden sich leicht nach Innen versetzt und somit vor Beschädigung geschützt der auf vier Spannung umschaltbare Netzeingang, eine 13,8 V-Gleichspannungs- Buchse, ein Anschluss für eine externe Steuerung von Tonbandgerät oder zum Muting bei Amateurfunksendebetrieb, der Lautsprecherausgang (zum Gerät wurde der Kenwood SP-100 Lautsprecher empfohlen) und die Antennenanschlüsse, umschaltbar als niederohmiger SO239/PL- und hochohmiger Langdrahtantennen - Klemmenanschluss für separate Kurzwellen- und Mittelwellenantennen.

Kaum ein Kommunikationsempfänger war zu der Zeit, als der Kenwood R-1000 in die Läden kam, so einfach zu bedienen, und auch heute liegt der R-1000 in punkto Bedienbarkeit einfach an der Spitze. Es gibt keine Bandumschaltung, kein Preselektor, kein Rf-Gain-Regler der verstellt sein kann, keine Frequenzeingabe- Tastatur die Fehlbedienungen mit Piepsen oder Error-Meldungen quittiert...
Ein Knopfdruck auf Power schaltet den Empfänger an und die Lichter gehen an, zwei Meter Draht an die Antennenbuchse SW-B geklemmt (der Schalter unterhalb sollte auch auf dieser Stellung stehen). Mit dem Drehknopf 0 - 29 wird das MHz-Band gwählt, mit dem Abstimmknopf die letzten drei Stellen der Frequenz eingestellt, der Lautstärkeregler auf eine angenehme Lautstärke eingestellt, fertig. Wenn's nun noch heult beim Abstimmen, steht das Gerät wohl noch auf USB oder LSB zum Einseitenbandempfang, für die ersten Schritte in den Rundfunkbändern ist eher AM das richtige, bei Nachbarkanalstörungen muss auf AM-NARrow gestellt werden, wenn's zu leise ist, Check - vielleicht steht der Abschwächer noch nicht auf 0.
Erst beim Betrieb des Timers und vor allem, wenn die Pin-Belegung der Kontakte an der Rückseite, die mit der Pausenfunktion eines Bandgeräts verbunden werden müssen um dieses automatisch anlaufen zu lassen, gefragt sind, wird ein Blick ins gut gemachte Handbuch nötig.

Der Empfänger ist empfindlich und verkraftet auch gute Langdrahtantennen, die Trennschärfe ist zur Trennung von Nachbarkanalstationen mit den üblichen 5 kHz Abstand, vor allem in Stellung AM-wide, nicht genügend. Durch Umstecken eines Steckverbinders im Geräteinneren einer einer bei http://mods.dk beschriebenen Modifikation kann das mit 2,7 kHz schmalere SSB- Filter als AM-NARrow und das 6 kHz Filter als AM-WIDE benutzt werden.
Zum Einstieg in den Kurzwellenfernempfang ist der Kenwood R-1000 für mich ohne Kompromisse zu empfehlen, wenn das Gerät noch irgendwo aufgetrieben werden kann, da der Empfang von Funkdiensten über Konverter etwas schwierig ist - der Empfänger verfügt nicht über eine Feinabstimmung und muss auch in SSB über den Hauptabstimmknopf eingestellt werden - kann der R-1000 als Zweiempfänger neben einem Top-SSB-Teil noch jahrelang treue Dienste leisten.

weitere Lektüre:
d: Klein und fein: Kenwood R- 1000, Nils Schiffhauer, KW-Oldie-Empfänger
d: Kenwood R-1000, addx-kurier 14 / 1983
d: Kenwood R-1000, Rainer Lichte, Kurzwellenempfänger - Qual der Wahl

© Martin Bösch 15.6.2004