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Lowe Electronics Ltd., Matlock, U.K.

Testbericht HF-125 - © weltweit hören 10 / 1987

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überarbeitet am 27.8.2010

Lowe HF-125: Ein Allwellenempfänger aus England

Doppelsuper

Digitalanzeige auf 1 kHz genau, 30 kHz - 30 MHz

AM, CW, USB / LSB

Empfindlichkeit SSB < 0.3 uV

Selektivität -6 dB
10 / 7 / 4 / 2,5 kHz

S-Meter, ATT

30 Speicher

Mit typisch britischem Understatement steht der handliche Empfänger freundlich in altweiss und beige gehalten vor uns. Zunächst fällt uns die spartanisch knappe Verwendung von Bedienelementen auf, die sich bei Betrieb des Gerätes als völlig ausreichend erweisen. Es zeigt sich, daß das Gerät wirklich gut und leicht zu bedienen ist, dank der günstigen Umschaltfunktion und besonders der kleinen Abstimmschritte, deren Weite mit der Drehgeschwindigkeit variiert.

Die einzelnen Betriebsarten lassen sich durch einfaches Drücken der Taste "Filter Select" in Bandbreiten von 2,5 bis 10 kHz bei SSB und AM sowie von 400 Hz bis 2,5 kHz bei CW schalten. Das reicht in den meisten Fällen, um Störungen von benachbarten Frequenzen auszugrenzen.

Die Frequenzeingabe geschieht auf verschiedene Weise.
a) durch Drehen des VFO-Knopfes, wobei der MHz-Bereich mit Drucktasten "DOWN" und "UP" rasch voreingestellt werden kann;
b) durch die als Zubehör erhältliche Genie-Pad Frequenztastatur zur direkten Frequenzeingabe. Anders als bei Empfängern sonst üblich ist hier die Tastatur in einem besonderen, abgesetzten Kästchen enthalten, das neben das Gerät gestellt werden kann. Die Tastatur ist eine besondere Hilfe für Sehbehinderte, die ohne Schwierigkeiten ihre Frequenzen leicht anwählen können. Der Empfänger verfügt überinsgesamt 30 Speicherplätze. Auf Stellung "AM" normale Demodulation, wie gewohnt; in "AMS" wird dem selektiven Fading zugesetzt, wenn auch mit merklich vermindertem NF-Pegel und ohne Bestimmbarkeit des jeweiligen Seitenbandes. Freude macht sich geradezu breit bei SSB-Betrieb - dank der angenehmen und feinfühligen Frequenzverstimmung. In Stellung "CW" / AL-Empfang, war der Betrieb zunächst problemlos, bis ein Umstand eintrat, der konstruktiv leicht behoben werden kann: bei Schrägstellung des Gerätes durch den Bügel am Boden ändert sich die Belastung des Bodenbleches und es überträgt nun membranartig kapazitiv Vibrationen oder Schwingungen des Tisches oder der Umgebung auf den Oszillator, wodurch ein Wobbeleffekt entsteht. Dies war wohl der einzige Wermutstropfen. Die Filter scheinen in Stufung und Qualität dem Gerät angemessen, sicher läßt sich des Guten hier noch mehr tun. Die von uns mit zwei Rohde & Schwarz-Geräten gemessenen Werte wiesen - bei diesem Gerät mit kleiner Serien-Nr. und ohne jeglichen Nachgleich - Werte aus, die Respekt fordern. Hohe Empfindlichkeit bei geringem Grundrauschen, sinnvolle Umschaltung der Bandbreiten, sowohl über die Betriebsart als auch manuell - und die vorgenannten kleinen Abstimmschritte (15,6 Hz) - bringen hohen Nutzwert des sehr, sehr sauber aufgebauten Gerätes.

Der HF 125 hat einen zuschaltbaren Vorverstärker. der für kurze Peitschenantennen gedacht ist - er wurde in die Messungen mit einbezogen. Die im Handbuch genannten Empfindlichkeitswerte von 0,7 uV für 10 dB bei F=500 kHz bei M=0,7 machten zunächst skeptisch - wir haben, wie üblich mit 30% Modulation gemessen und kamen zu nachstehend aufgeführten Werten, die sich nirgendwo verstecken brauchen:

Empfindlichkeit 1 uV - 30 %; F = 2,5 kHz

3 MHz 16 dB 12 MHz 18 dB 20 MHz 17,5 dB 28 MHz 16 dB
6 MHz 17 dB 14 MHz 15 dB 22 MHz 17,5 dB 30 MHz 14 dB
8 MHz 17 dB 16 MHz 17 dB 24 MHz 15,5 dB 6 MHz, 0,5 uV
F4K: 10dB
10 MHz 15 dB 18 MHz 16 dB 26 MHz 16 dB 6 MHz, 0,5uV
F7K: 9 dB

 

Anzeige S-Meter UE bei 6 MHz UE bei 14 MHz
S 5 1 uV 0,7 uV
S 7 5 uV 4 uV
S 9 25 uV 20 uV
S 9 +10 dB 1000 uV 1000 uV
S 9 +30 dB 5500 uV 4500 uV
S 9 +50 dB 20000 uV 15000 uV

FM: 1 uV UE, 5 Khz Hub = 30dB bei 28MHz
Abschwächer: rund—20 dB
Eingangsspannungen von 100 mV werden gut verkraftet.

Das Gerät ist sowohl für den interessierten Rundfunkhörer als auch für den Funkamateur und SWL gut geeignet. Das gilt für alle Betriebsarten (AM, SSB, CW). Zusätzlich kann auch FM geschaltet werden, was für den Empfang von Amateurfunkstationen im 10 m-Band gilt (28 bis 30 MHz). Ein besonderer Vorzug ist der Synchron-Detektor (AMS), der selektives Fading bei Rundfunksendern reduziert und die Empfindlichkeit steigert.
In der Grundausstattung soll der HF-125 1.095 DM kosten. Komplett ist die Ausstattung nach unserer Meinung aber erst, wenn auch der FM/AM-Synchrondetektor (195 DM) und die Frequenztastatur (178 DM) mit beschafft sind. Hinzu kommt ein entsprechendes Netzgerät, welches als Portabel Set (bestehend aus NiCd Satz mit Lader) und aktiver Teleskop-Antenne geliefert wird (219 DM). Die Gesamtkosten addieren sich dann auf 1.687 DM. In dieser Preisklasse gibt es allerdings auch kompetente Konkurrenz auf dem Markt.
In der Amateurfunkausführung ist der Empfang von 30 kHz bis 30 MHz mög lich, eine postalische Genehmigung mit einem Bereich von 150 Khz bis 26,1 MHz ist bereits unter A 637 198 V für Lowe Electronics erteilt. Ein ausführliches Bedienhandbuch mit Schaltplänen und Anleitungen für den Antennenbau - leider nur in Englisch - liegt jedem Gerät bei.

© tth, weltweit hören 10 /87