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Lowe Electronics Ltd., Matlock, U.K.

Testbericht HF-250 - © kurier 23 / 1995

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überarbeitet am 27.8.2010

Kommunikationsempfänger Lowe HF-250

Doppelsuper, 45 MHz, 455 kHz

Digitalanzeige auf 1 kHz genau, 30 kHz - 30 MHz

AM, CW, USB / LSB, FM opt.

Empfindlichkeit SSB < 0.5 uV

Selektivität -6 dB
10 / 7 / 4 / 2,2 kHz

S-Meter, ATT, CW, NF-Filter

30 Speicher

Seit einigen Wochen ist der neue Kommunikationsempfänger aus dem Hause Lowe nun tatsächlich lieferbar. Bereits auf der diesjährigen EDXC-Konferenz in Dänemark hatten wir die Gelegenheit, uns mit einem Prototyp des HF-250 eine DX-Nacht lang zu beschäftigen. Der erste Eindruck war nicht schlecht. Ob sich dieser jetzt im Rahmen eines intensiven Praxistests bestätigen ließ, verrät der folgende Testbericht.

Eines sei vorausgeschickt: Wer den HF-225 bzw. HF-225 Europa kennt, wird sich auch mit der Bedienung des HF-250 schnell zurechtfinden. Der Empfänger überstreicht den Empfangsbereich von 30 kHz bis 30 MHz in den Betriebsarten AM, SSB (LSB/USB) und CW. Schmalband-FM und AM-Synch (Synchrondemodulator) sind als Zubehör gegen Aufpreis möglich. Der HF-250 ist ausgelegt als Doppelsuper mit den Zwischenfrequenzen 45 MHz und 455 kHz. Die Frequenzabstimmung erfolgt in 8 Hz-Schritten (50 Hz in AM), auf dem Display wird die Frequenz auf 100 Hz genau angezeigt. Ausgestattet ist der Empfänger ab Werk komplett mit vier Bandbreiten: 2.2, 4, 7 und 10 kHz. Bei CW-Betrieb stehen das 2.2 kHz- und ein 200 Hz-(Ton)Filter zur Verfügung. Für Fax- und RTTY-Empfang ist keine eigene Betriebsart vorgesehen, man empfiehlt hierfür den Empfang in LSB mit 2.2 kHz Bandbreite. Das Gerät ist in einem konkurrenzlos massiven schwarzen Metallgehäuse (Format: 280 x 108 x 205 mm BxHxT; Gewicht: 2,7 kg) untergebracht. Zum Lieferumfang gehören ein 12 Volt-Netzgerät, die eingebaute RS-232-Schnittstelle und ein entsprechendes Steuerungsprogramm für DOS. Der eingebaute Lautsprecher ist versenkt auf der Gehäuseoberseite angebracht; der Staub, der sich dort einmal gesammelt hat, wird schwerlich wieder zu entfernen sein. Der Empfänger wird mittels an der Unterseite angebrachter Stutzen in eine für die Bedienung optimale Schrägstellung gebracht. Eingeschaltet wird das Gerät am Lautstärkeknopf, rechts daneben findet sich eine Tonblende, mit deren Hilfe sich so manches Mal die Ton- und damit die Empfangsqualität tatsächlich verbessern läßt. Zur komfortablen Frequenzeinstellung dient ein massiver Hauptabstimmknopf mit Schwungradeffekt, der fast schon zu leichtgängig und mit einer Fingermulde ausgestattet ist. Diesbezüglich bleibt kaum ein Wunsch offen. Die Abstimmschritte werden größer, wenn man die Hauptabstimmknopf schneller dreht. Wem die "Kurbelei" zur nächsten interessanten Frequenz trotzdem zu lange dauert, kann umstellen auf 1 kHz-"Hüpfer" bzw. auf 1 MHz- "Sprünge", wenn der Bereich gewechselt werden soll.
Die Betriebsartenwahl erfolgt bei Tastenbedienung etwas umständlich: Zunächst wird die Taste "Mode" gedrückt, dann über die "up"- und "down"-Tasten aus dem Betriebsarten-Karussel die gewünschte ausgewählt. Schließlich wird dieser Modus durch ein weiteres abschliessendes Betätigen der "Mode’’-Taste wieder verlassen. Unterbleibt der letztgenannte Schritt, kann man z.B. nicht in den Speichermodus gelangen. Ähnlich beim Speicher-Modus, den man erst per Tastendruck verlassen muß. um sich die Uhrzeit anzeigen lassen zu können. Dazu später mehr. Auch die Bandbreitenfilter werden nach dem Karussel-Prinzip aufgerufen. Nicht ganz klar ist, wozu die 10 kHz Bandbreite dienen soll. Denn befindet sich kein weiterer Sender in der Nähe der Empfangsfrequenz, reicht die Tonqualität der 7 kHz Bandbreite völlig aus, während das 10 kHz Filter keine weitere Verbesserung bringt. Sicherlich besser gewesen wäre die beim HF-225 Europa vorgesehene Bandbreitenbestückung mit einer zusätzlichen 3.5 kHz Bandbreite anstelle der 10 kHz. Der zuschaltbare Abschwächer ist wie schon beim HF-225 nach der "Holzhammer"-Methode ausgelegt: keine Abschwächung oder 20 dB Abschwächung des Eingangssignals! Zwei VFOs stehen zur Verfügung, zwischen denen schnell hin- und hergewechselt werden kann. Zum Schutz gegen versehentliches Verstellen der aktuellen Parameter läßt sich das Tastenfeld elektronisch sperren. Auf der Vorderseite findet sich der Kopfhörerausgang. Weitere Anschlußmöglichkeiten sind auf der Rückseite des HF-250 untergebracht: RS232-Computerschnittstelle, PL-Buchse für 50 Ohm-Antennen, Klemmbuchsen für Drahtantenne (600 Ohm), Antennenerdung, Empfängererdung, Mute (Stummschaltung bei Transceive- Betrieb), Line-Ausgang für Mitschnitt auf Band bzw. die Ansteuerung von Decodern (fester Ausgangspegel), externer Lautsprecher, 12 Volt - Stromversorgung (Netzteil oder Batterie).

Frequenzanzeige
Lowe hat seinem neuesten Empfänger eine Frequenzanzeige mit einer Genauigkeit von 100 Hz spendiert und ist damit einem oft geäusserten Wunsch von Besitzern von HF-150 und/oder HF-225 entgegengekommen. Ansonsten orientiert man sich an den bereits vom HF-225 her bekannten und bewährten Eigenschaften: Das großzügig bemessene Display erlaubt das Ablesen der gerade eingestellten Frequenz aus jedem Blickwinkel und unter allen Lichtverhältnissen - selbst bei direkter Sonneneinstrahlung. Die Hintergrundbeleuchtung erfolgt in einem dezenten Rot, das auch bei nächtlichem Dauerbetrieb bei gedämpften Licht das Auge nicht überfordert. Auch die schon bekannte - sehr klein geratene - analoge Anzeige für die Signalstärke wird rot beleuchtet. Die gerade aktivierte Betriebsart wird jeweils über eine LED angezeigt - natürlich ebenfalls in rot. Wechselt man in den Speichermodus, wird dies durch eine LED angezeigt, die beinahe schon überraschend grün leuchtet.
Im ausgeschalteten Zustand zeigt das Display die sekundengenaue Uhrzeit an, ebenfalls hintergrundbeleuchtet. Glücklicherweise ist es möglich, auch während des Empfangsbetriebs zwischen Frequenz- und Zeitanzeige zu wechseln. Verbleibt man also auf einer Frequenz für längere Zeit, um z.B. für einen Empfangsbericht Programmdetails zu sammeln oder interessante Funkaktivitäten zu beobachten, läßt man sich auf dem Display anstelle der Frequenz die Uhrzeit anzeigen, um sekundengenau Notizen anzufertigen. Gleichzeitig ist die Frequenzabstimmung gegen versehentliches Verstellen geschützt. Stattet man einen Empfänger mit einer Uhr aus, so liegt nur nahe, daß man diese auch als Schaltuhr verwenden kann. In der Tat stehen zwei frei programmierbare Timer zur Verfügung, um den Empfänger jeweils zu einer bestimmten Zeit ein- und auszuschalten. Wie beim Sony ICF-2001D der Fall, wird dem Timer dabei ein kompletter, in einem Speicherplatz abgelegter Frequenz-Datensatz (also inkl. Betriebsart, Bandbreite etc.) zugeordnet. Man hat auch den letzten Schritt, den Timerbetrieb möglichst komfortabel und praxisgerecht zu gestalten, getan: ein Schaltausgang zur Steuerung eines Aufzeichnungsgerätes ist in die RS232-Computerschnittstelle auf der Rückseite des HF-250 integriert.

Frequenzspeicher
Beeindruckende 255 Speicherplätze stehen zur Verfügung, in denen neben der Frequenz auch Bandbreite, Betriebsart und gegebenenfalls die Stellung des Synchrondetektors und des Abschwächers abgelegt werden. Dies stellt eine deutliche Verbesserung gegenüber den Möglichkeiten des HF-225 dar, der über lediglich 30 Speicher verfügte, in denen jeweils einzig die Frequenz Platz fand. Eine derart hohe Zahl von Speicherplätzen macht natürlich nur dann Sinn, wenn deren Verwaltung auch vernünftig gelöst ist: Hier hat man bei Lowe zunächst den Kompromiß weiterverfolgt, der bereits vom HF-225 her bekannt ist: Die in letzter Zeit in mehreren Empfängern anderer Hersteller vorgesehene Möglichkeit der alphanumerischen Speicherbenennung bietet der HF-250 nicht. Dafür kann man jedoch in bewährter Weise im "Channel"-Modus sehr schnell von Speicher zu Speicher wechseln, indem man die Speicherplätze über den sonst für die Frequenzabstimmung vorgesehenen Abstimmknopf anwählt und diese jeweils automatisch aufgerufen werden. Die Zahl von 255 Speicherplätzen reicht aus, um z.B. sämtliche Mittelwellenkanäle für Überseeempfang hintereinander abzulegen, die Frequenzen bolivianischer Tropenbandsender, die Kanäle interessanter Flugfunk- oder Wetterfunkstationen, die Europafrequenzen deutschsprachiger Auslandsdienste etc. Da im HF-250 auch Betriebsarten gespeichert werden, kann diese bereits vom HF-225 bekannte Art der schnellen und bequemen Speicheranwahl nun wirklich vernünftig genutzt werden. Sie hat sich in der DX-Praxis sehr bewährt. Mit der Notwendigkeit, sich den Inhalt von "schlimmstenfalls" 255 Speichern zu notieren, kann man - jedenfalls bis zu einem künftigen Modell HF-275 - leben.

Wer über einen PC verfügt, hat die Möglichkeit, den HF-250 per Computersteuerung mit Frequenzen komfortabel zu "füttern" bzw. Speicherdaten vom Empfänger z.B. auf eine Diskette zu sichern. Eine entsprechende RS-232-Schnittstelle ist serienmässig im HF-250 eingebaut. Auch ein Steuerprogramm liegt dem Empfänger bei, das sehr an jenes erinnert, das Lowe für den HF-150 anbietet. Hier werden findige Programmierer sicherlich schnell weitere Programme entwickeln. Die Erfahrung hat allerdings immer wieder gezeigt, das es im Prinzip nur eine einzige wirklich sinnvolle Möglichkeit gibt, einen PC zur Empfängersteuerung einzusetzen: Computer anschalten, Frequenzen in den Empfänger laden, Computer ausschalten - und diesen erst dann wieder anschalten, wenn man den Empfänger ausschaltet! Ansonsten decken die von PC oder Monitor ausgehenden Störungen nur allzu oft gerade die interessanten schwachen Signale zu.

Zubehör: Fort- & Rückschritt
Während beim HF-150 praktisch alles abgesehen von der Frequenztastatur- von Anfang an drin war, musste man beim HF-225 bereits zusätzlich investieren, um einen kompletten Empfänger mit Frequenztastatur und Synchrondetektor (inkl. FM-Option) zu bekommen. Beim HF-225 Europa waren diese nach Meinung des Autors unverzichtbaren "Zugaben" dann gleich im Lieferumfang enthalten. Der "nackte" HF-250 wird leider wieder ohne Sychrondetektoreinheit und ohne Fernbedienung geliefert. Da jedoch der Sychrondetektor im Falle von auf Kurzwelle sehr häufig vorkommenden Seitenbandstörungen beim Rundfunkempfang wahre Wunderdinge an Störungsunterdrückung und zusätzlicher Verständlichkeit vollbringen kann, und die Bedienung des HF-250 wie beschrieben ohne Fernsteuerung recht umständlich ist, kann das Konzept, beide Features nur gegen Aufpreis als Zubehör anzubieten, nur als inkonsequent bezeichnet werden. Ein etwas höherer Preis für ein dann komplettes Gerät wäre durchaus angemessen gewesen. Dann würde auch der Abstand zum weiterhin erhältlichen Lowe HF-225 Europa deutlicher werden.
Die Fernsteuerung verfügt über 23 Tasten, mit denen Frequenzen eingegeben und gespeichert bzw. Speicher aufgerufen werden, die Uhrzeit aufgerufen und Schaltuhrbetrieb aktiviert wird, Betriebsart, Bandbreite und Abschwächer veränderbar sind. Frequenzen können nur auf volle 1 kHz eingegeben werden. Die Lautstärke läßt sich erwartungsgemäss nicht ferngesteuert regeln. Die Fernsteuerung arbeitet drahtlos. Wie beim TV-Gerät üblich, muß man die Fernsteuerung auf das Gerät richten, um mit dieser die Einstellungen zu ändern. Es ist also nicht möglich, die Fernsteuerung wie beim HF-150/HF-225 neben das Gerät zu legen und zu bedienen! Hier hat man also zwei Schritte vor, und (mindestens) einen wieder zurück gemacht. Ist der Synchrondetektor "DU-250" installiert, empfängt der HF-250 zusätzlich Schmalband-FM (z.B. CB Funk oder Rundfunk-Feeder) und bietet eine Squelch- Funktion. Wichtiger ist zweifellos die Synch-Funktion für AM-Empfang, und zwar jetzt mit getrennt wählbaren Seitenbändern oder in DSB. Als weiteres Zubehör ist eine Aktivantenne "WA-250" erhältlich, bestehend aus einer Teleskopantenne zum Anschluß an die PL-Buchse des Empfängers und einem Vorverstärker, der in den HF-250 eingebaut wird. Schließlich bietet man ein Kabel zur Stromversorgung über KFZ-Bordnetz (Zigarettenanzünder) an.

Die Empfangspraxis
Die Empfänger von Lowe sind bekannt für ihren exzellenten Klang, den sie der Kurz- und Mittelwelle entlocken. Auch der HF-250 setzt diese Tradition fort. Die Wiedergabe in AM und SSB ist auch bei schwachen Signalen sehr klar, ECSS-Betrieb für Rundfunkempfang in SSB ist mit diesem Empfänger sehr gut möglich - auch ohne Passband Tuning. Der eingebaute Lautsprecher klingt recht gut, so lange man die Lautstärke nicht zu weit aufdreht. Denn dann kommt es zu Übersteuerungen und der Klang wird ungeniessbar, worauf auch die englische Bedienungsanleitung hinweist. Wenn es nach Einbruch der Dunkelheit eng wird im 80m Amateurfunkband, regelt die für derartige Situationen viel zu träge AGC so manches Signal kaputt. Der schon beim HF-225 geäusserte Wunsch nach einer von Hand regelbaren oder gar abschaltbaren AGC wurde leider auch beim HF-250 nicht erfüllt. Damit ist ein Teil des dem Empfänger innenwohnenden Potentials nicht zugänglich, schwache Nutzsignale in der Nähe starker Störsignale werden zugeregelt.
Zu leistungsstarke Antennen (Beam, Doppeldipol) verträgt der HF-250 nicht: es kommt zu Überladungen, die man mit Hilfe des "Holzhammers" in Form des integrierten 20 dB Abschwächers zumeist in den Griff bekommt. Leider hat man sich bei Lowe noch immer nicht zu einem zweistufigen Abschwächer durchringen können (10 dB, 20 dB). Anstelle des Abschwächers schafft ein leistungsfähiger Preselector wie der PSE61 oder ein FRT-7700 von Yaesu auf wesentlich elegantere Weise Abhilfe. An den gängigen Antennen, die von Kurzwellenhörern im Normalfall eingesetzt werden (10-20m Draht, Aktivantenne o.ä.), gab es keine Probleme mit Überladungen. Eine Beverage konnte noch nicht ausprobiert werden, der HF-225 Europa verträgt solche Antennen klaglos. Die Empfindlichkeit ist über den gesamten Empfangsbereich hinweg recht gut und selbst an dessen unterem Ende gelingt der Empfang der Wetterfaxstationen auf Langwelle problemlos. Wie schon andere Geräte von Lowe, schlägt auch der HF-250 auf Mittelwelle fast alle Mitbewerber. In den oberen Frequenzbereichen ab etwa 10 MHz konnte ein leichtes Eigenrauschen festgestellt werden, während darunter der Empfang absolut ruhig ist. Durch die Abstimmung in SSB in 8 Hz-Schritten eignet sich der Empfänger im Zusammenspiel mit einem hochwertigen Decoder auch für den Empfang selbst komplizierter Fernschreibcodes. Die englische Bedienungsanleitung könnte man übrigens als wenig gelungen bezeichnen, der deutsche Importeur arbeitet derzeit an einer verbesserten deutschsprachigen Version.

Unter dem Strich: Fazit
Es wurde bereits eingangs erwähnt: wer sich mit dem HF-225 auskennt, wird auch mit dem HF-250 zurechtkommen. Dies läßt sich nicht nur auf das Bedienungskonzept anwenden, sondern kann auch auf den Empfangsbetrieb ausgedehnt werden. Kein Wunder, denn in weiten Teilen entspricht die Technik des HF-250 der des HF-225 (nicht HF-225 Europa!), angereichert durch die bereits beschriebenen zusätzlichen Features. Der HF-250 wendet sich demnach nicht primär an den ambitionierten Dxer, der ständig nach schwachen Stationen Ausschau hält Hier werden Einrichtungen wie Passband Tuning, Notchfilter und die regelbare AGC vermisst. Auch die Empfindlichkeit reicht nicht ganz an die von Spitzenamateurempfängern aus Fernost und den USA heran. Das bedeutet natürlich nicht, daß der HF-250 sich nicht auch für Tropenband- oder Mittelwellen-DX eignen würde, ganz im Gegenteil. Nur wünscht man sich in Grenzsituationen die eine oder andere zusätzliche Möglichkeit zur Unterdrückung von Störungen: So war das Signal von Radio Continental aus Peru auf 6055,2 kHz in ECSS mit dem NRD-525 deutlich besser lesbar, weil eine starke europäische Station auf 6055.0 kHz die AGC des HF-250 hochregelte. Befindet sich kein derart starker Sender in der Nähe des DX-Signals, zieht der HF-250 fast immer mit dem NRD-525 gleich, nicht zuletzt aufgrund des wesentlich besseren Klangs in AM und in ECSS/SSB.
Im Hause Lowe scheint man eine Politik der kleinen Schritte zu verfolgen: Es wird weiterhin den HF-225 Europa geben, komplett ausgerüstet mit praxisgerechterer Filterbestückung, Tastatur und Synchrondemodulator. Dann gibt es nun den HF-250, bei dem man für Fernbedienung und Synchrondemodulator zusätzlich investieren muß. Bereits jetzt hat man für das kommende Jahr einen HF-250 Europa geplant, der u.a. mit verbessertem Interceptpunkt und Weitabselektion ausgestattet sein wird. Das irgendwann einmal angekündigte Gerät, das in die Leistungsklasse eines NRD-525 / 535 oder IC-R71 vordringt, befindet sich nach wie vor im Planungsstadium. Von alledem nicht betroffen ist der Verkaufsschlager von Lowe, der drei- bis viermal so teure Geräte in so mancher Situation blass aussehen läßt: der Lowe HF-150.
Der Empfangsbetrieb mit dem HF-250 macht Spaß, und wer nicht gerade langjähriger Tropenbandspezialist ist oder nach schwächsten Signalen in einem überfüllten Afuband suchen will, braucht kein anderes Radio. Dem idealen Empfänger für den anspruchsvollen Programmhörer und gelegentlichen Dxer ist Lowe mit dem HF-250 noch ein gutes Stück nähergekommen. Und wer als Dxer schon einen HF-225 Europa besitzt, sollte diesen behalten.

© Harald Kuhl, kurier 23 / 1995

d: Solid as a Rock - Der Komunikationsempfänger Lowe HF - 250, Harald Kuhl, Radio hören 5 / 1996
d: Erste Produktvorstellung: Lowe HF 250 KW - Stationsempfänger, Christoph Ratzer, wwh 6 / 1995
d: Lange erwartet: Lowe HF 250 Europa, Christoph Ratzer, OE2CRM, wwh
e: Lowe HF - 250, Radio Netherlands Receiver Shopping List