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Siemens & Halske Aktiengesellschaft, Berlin

Siemens E 309 / Funk 745 E 309 a,b

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überarbeitet am 20.9.2010

Der E 309 wurde von Siemens vornehmlich zum Einsatz im Seefunk und in kommerziellen Funkdiensten entwickelt: das Gerät ist zum einen durchstimmbar, zum andern ist ein Quarzbetrieb auf einer von drei Fixfrequenzen möglich.

Einfachsuper, ZF 1326 kHz

Analoganzeige, ca. 12 kHz

AM, CW, SSB (BFO)

255 - 525 kHz, 1,5 - 30 MHz

Selektivität
variabel +/- 100 Hz - +/- 4 kHz

Sensitivität
< 0,5 uV CW, < 5 uV AM

RF-Gain, AGC, Störbegrenzer, Eichmarkengeber 100 kHz, elektronische 20 kHz Frequenzlupe, S-Meter

Der 52 x 36 x 41 cm grosse und 38 kg schwere Allwellenempfänger ist in ein stabiles Stahlblechgehäuse eingebaut, zwei Handgriffe auf der Frontplatte dienen zum Schutz der Bedienelemente, wenn das Gerät einmal nach vorn gekippt wird.
Das Gerät kann mit dem integrierten Netzteil mit 110, 125 oder 220 Volt Wechselstrom oder mit einem optional erhältlichen Wechselrichter von 12 oder 24 V Gleichspannung gespiesen werden.

Deutlich kleiner als beim E-310 ist die Frequenzskala in der Mitte der Frontplatte ausgefallen. Im Skalenfenster wird ein Sektor der sich drehenden Skala angezeigt, die Frequenzgrenzen der einzelnen Bänder sind jeweils auf den Seiten der Skala angegeben und die aktive Skala ist durch eine Leuchtmarkierung hinter der feststehenden Skelenmarke erkennbar. Mit Bestätigung der Bandumschaltung verschiebt sich die Leuchtmarke.
Zur Linken der Frequenzskala findet sich der Grill für den eingebauten kleinen zuschaltbaren Monitorlautsprecher, daneben der Schalter für den Störbegrenzer. Der Drehschalter darunter aktiviert die verschiedenen Betriebsarten mit und ohne automatischer Verstärkungsregelung und den Eichmarkengeben, noch darunter findet sich der Knebelschalter für die Frequenzbänder, die auch in einem kleinen Sichtfenster angezeigt werden.
Das runde Messinstrument zur Rechten neben der Frequenzskala kann zu Messzwecken und zur Frequenzbestimmung herangezogen werden. Gleich darunter findet sich der Umschalter für durchstimmaren Betrieb und Betrieb auf drei bequarzbaren Festfrequenzen, mit einem Feinabstimmregler "Quarzfrequenzkorrektur" kann dann optimal auf das Signal abgestimmt werden. Mit dem Schalter Kontrollmessungen kann das Messinstrument zur Anzeige der HF-Signalstärke (als S-Meter), des NF-Pegels und zur Kontrolle verschiedener Betriebsspannungen der Röhren eingesetzt werden.
In der untersten Reihe der Bedienelemente finden sich ganz links die beiden Drehregler für die HF- und NF-Verstärkung, der mechanisch blockeirbare Hauptabstimmknopf, der Regler für die Frequenzbestimmung, daneben der Regler für die variable ZF-Bandbreite und die Tonhöhe des Telegraphie - Überlagerungsoszillators BFO.
Der Netzschalter und die Kopfhörerbuchsen sind ganz zuunterst auf der Frontplatte positioniert.

Die Bedienung des E-309 ist an sich unproblematisch. Mit dem Netzschalter wird der Empfänger in Betrieb gesetzt, die NF-Verstärkung soll etwa halb aufgedreht sein, zum AM-Empfang wird dann der Betriebsartenschalter auf "A3, automat. Regelung" gebracht, der HF-Verstärkungsregler soll am rechten Anschlag stehen.
Mit dem Bandschalter wird das entsprechende Frequenzband eingestellt und am Hauptabstimmknopf die der Sendefrequenz entsprechende Position aufgesucht, die Ablesbarkeit der Analogskala liegt um +/- 10 kHz in den Kurzwellenbereichen. Mit etwas Glück kann die gewünschte Station nun aufgrund der Sprache und des Pausenzeichens identifiziert werden. Um eine Station auf einer bekannten Frequenz genau zu identifizieren, kann die Eichung des Empfängers mit dem eingebauten Eichmarkengeber kontrolliert und ggf. die Stellung der Marke auf der Frequenzskala korrigiert werden.
Als Besonderheit verfügt der E-309 über eine elektronische Skalendehnung, mit der unter Zuhilfenahme des Messinstruments eine Frequenz im Bereich zwischen zwei 20 kHz- Marken genau eingestellt werden kann. Zunächst wird bei im Normalbetrieb herausgezogenem Abstimmknopf auf die nächste unterhalb der Zielfrequenz gelegene 20 kHz-Marke abgestimmt. Durch Hineindrücken des Abstimmknopfes wir nun ein Drehwiderstand mechanisch mit der Abstimmung gekoppelt und auf die nächste oberhalb der Zielfrequenz gelegene 20 kHz - Marke abgestimmt. Mit dem Drehknopf "Vollausschlag bei Skalendehnung" wird nun der Ausschlag des Messinstrumentes auf die 20 kHz-Marke eingestellt, es versteht sich von selbst, dass es dazu auf "Skalendehnung" geschaltet werden muss. Beim Zurückdrehen der Hauptabstimmung kann nun die Frequenz aufgrund der 1 kHz-Marken am Messinstrument gut interpoliert werden. Beim Herausziehen des Hauptabstimmknopfs löst sich die Kopplung der Abstimmung an den Drehwiderstand der Skalendehnungsfunktion wieder.
Bei einem durch Nachbarkanalstörungen beeinträchtigten Signal kann die ZF-Bandbreite bis zum Verschwinden des Störers vermindert werden.

Das HF-Signal wird vom Langdrahtantenneneingang mittels induktiver Kopplung über zwei abgestimmte Vorkreise auf die HF-Vorstufe (EF93) und mit dem Oszillatorsignal (ECC81) auf die Zwischenfrequenz von 1326 kHz umgesetzt (EK90). Es folgen zwei ZF-Verstärkerstufen, jeweils gefolgt von einem Quarzfilter (EF93, EF93). Die stufenlose ZF-Bandbreitenregelung wird durch gegensinniges Verstimmen der beiden Quarzfilterkreise realisiert. Nach einer weiteren ZF-Verstärkerstufe (EF93) erfolgt die Demodulation in einem System der Doppeldiode EB91, das zweite System wird als Seriendiode zur Störunterdrückung eingesetzt. Nach der AF-Vorstufe (ein System der ECC81) wird in der NF-Endröhre (EL90) eine Ausgangsleistung von 2 Watt erreicht.
Im Eichmarkengeber erzeugt ein Oszillator (EF93) Oberwellen mit einem Abstand von 100 kHz, eine weitere EF93 arbeitet als BFO zum CW-Empfang (A1).

Als Zusatzgeräte waren ein Einseitenbanddemodulator Funk 144 K 101 zum Anschluss an den EB/NF-Anschluss, zum F1 Fernschreib- oder Hell-Empfang diente der FSE 2,7, zum Ein- oder Zweikanalfernschreiben der Telegraphie - Empfangszusatz FSE 1300.

Unter modernen Gesichtspunkten ist der E-309 als klassischer Seefunkempfänger ein schwergewichtiges Sammlerstück, das als Einfachsuper unkomplizierten Empfang der signalstarken internationalen Kurzwellenstationen und auch stärkerer lokaler CW-Signale in den Amateurfunkbändern erlaubt. Die Tonqualität ist gut, die Frequenzgenauigkeit auch unter Zuhilfenahme der etwas hakligen "Skalendehnung"stechnik mit der Interpolation zwischen zwei 20 kHz - Marken nicht mehr zeitgemäss, SSB-Empfang ist nur mit grossen Abstrichen möglich, respektive entspricht den Gegebenheiten in den frühen Sechzigern.

© Martin Bösch