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Sony Corporation, Tokyo

ICF - SW1000T: Testbericht © WWH, 4 / 1996

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Empfänger - Manuals

überarbeitet am 26.9.2010

Doppelsuper

Digitalanzeige, 1 kHz

AM, AM-sync, SSB, UKW-FM

Selektivität -6 dB/ -60 dB

Sensitivität

Keypad, 40 Speicher, Uhr, Timer, Cassettenrecorder

Das Gerät wird in einer kleinen Packung von ca. 245 x 65 x 155 mm (Breite x Höhe x Tiefe) ausgeliefert und ist selbst nur ca. 176 x 105 x 40 mm groß. Es hat nicht mehr Volumen als die mitgelieferte fünfsprachige Bedienungsanleitung (Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Niederländisch). Kleiner als der im Empfängerkonzept sehr ähnliche Sony ICF-SW 7600G, dessen Empfangsleistungen und Ausstattung er sogar noch geringfügig übertrifft, beinhaltet der ICF-SW1OOOT auf der Rückseite auch noch ein Cassettenlaufwerk mit Auto-Reverse und Stereoteil. Es ist somit der kleinste dem Verfasser bekannte Stereo-Radiorecorder mit AM-Teil mit einem Frequenzgang von 150 kHz bis 30 MHz und UKW (Stereo) von 76 bis 108 MHz. Die Kombination, die in dieser Kleinheit und mit so geringem Gewicht (weniger als 600 g einschliesslich Batterien) inklusive einer Audiocassette, der Tragetasche, Handschlaufe, Wurfantenne AN-71, Kopfhörer und Stereomikrophon für den Reisenden den Wecker, den UKW-Stereo-Radiocecorder, den Weltempfänger, das Reportagegerät und den Walkman in sich vereint, ist natürlich nicht ohne Kompromisse möglich. Diese liegen aber nicht im Empfänger selbst, der im AM-Bereich neben USB/LSB(CW) und SYNC, beides wählbar für das obere und untere Seitenband, eine minimale Abstimm-Schrittweite von 100 Hz (!) bietet, und in FM bei einer Abstimm-Schrittweite von 50 kHz zwischen Stereo und Mono umgeschaltet werden kann. Stereoempfang und auch die Wiedergabe von in Stereo bespielten Cassetten ist nur über den Kopfhörer bzw. externe Aktivboxen möglich.

Gezählt wurden 43 Bedienelemente einschliesslich der Klemmen für die beiden Batterieschlitten für I x 2 Zellen der Größe AA zur Speisung des Empfängers und der Uhr und I x I Zelle derselben Größe für den Cassettenrecorder, die Teleskopantenne, die Trageschlaufe, die beleuchtbare Digitalskala, der Lautsprecher und vier Buchsen (3 V externe Gleichspannung, Stereo-Kopfhörer, Stereo-Mikrofon und externe Antenne), die auf allen sechs Flächen dieses Quaders angeordnet sind. Das Angreifen des Gerätes alleine kann bereits versehentlich die eine oder andere Funktion auslösen, wenn man dies nicht vorsorglich durch Betätigen des HOLD-Schalters, der alle elektrischen Funktionen blockiert, verhindert hat. Hier ist also der Benutzer gefordert, und spitze Finger sind dabei sicher von Vorteil.

Weitere Kompromisse liegen in dem recht kleinen Lautsprecher von nur 45 mm Durchmesser, der NF-Endstufenleistung von angegebenen 250 mW (bei 10 % Gesamtverzerrung), was für die Beschallung von mehr als einer Person nur bei sehr ruhiger Umgebung ausreicht, und in der Verwendung von nur drei Zellen der Größe AA. Das Gerät verträgt allerdings problemlos den Betrieb mit Nickel-Cadmium-Akkus, die anstatt der Nennspannung von 1,5 V - wie dies Primärelemente aufweisen - nur eine von 1,2 V haben. Wer jedoch immer einen Satz Reserveakkus bei sich führt, wird die geringe Betriebsdauer (besonders bei Cassettenbetrieb) nicht als Nachteil empfinden, weil der Batteriewechsel aufgrund einer pfiffigen Schlittenkonstruktion sehr einfach 711 bewerkstelligen ist. Allerdings ist darauf zu achten, daß es auch Akkus gibt, bei denen der +Pol größer ist als die dafür vorgesehenen Ausnehmungen der Batterieschlitten. Der Betrieb mit dem als Zubehör erhältlichen Netzgerät AC-E30HG wurde nicht getestet, weil der Einsatz des ICF-SW1000T doch fast ausschliesslich im portablen Bereich liegen dürfte, zudem das Netzgerät auch unverhältnismäßig teuer erscheint.

Wer nach dem Studium der mit 45 Seiten pro Sprache ziemlich umfangreichen Betriebsanleitung, in der auch noch die verschiedenen Such- und Speichermodi in allen Einzelheiten beschrieben werden, in die Empfangspraxis geht, wird wohl kaum etwas zum Meckern finden. Der Wunsch nach schmäleren Filterbandbreiten sei hier vorgebracht, sowohl im AM (4 kHz sind eingebaut), um die SYNC-Schaltung besser nutzen zu können, als auch in FM (280 kHz eingebaut), um zumindest 200 kHz auseinander liegende Stationen sauber trennen zu können. Eine diesbezüglich Modifikation sollte kein Problem sein, wenn das für dieses Gerät erhältliche Service-Manual (Sony Teile-Nr. 99604171]) zu Rate gezogen wird und die entsprechenden Filter (Gruppe J für AM und 150 kHz nominell für FM) verfügbar sind. Der "Operateur" sollte unbedingt über Kenntnisse für die Arbeit mit Mikroelektronik nebst Uhrmachermechanik verfügen, denn Bastelobjekt ist diese Gerät beileibe keines.

Mit den erwähnten Einschränkungen wird der Sony ICF-SW1000T trotz des hoch erscheinenden Preises von öS 6990,- bzw. DM 980,- sicher seine Käufer finden, da er derzeit in seinem Marktsegment keine Konkurrenz haben dürfte.

weitere Lektüre:
d: Verpackungskünstler: Sony ICF-SW1000T, Harald Kuhl, kurier 22 / 964
d: Alles drin: Sony ICF - SW 1000 T, Harald Kuhl, Radio hören 8 / 96

© Georg Lechner wwh 4 / 1996