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Sony Corporation, Tokyo

ICF - SW12: Testbericht © addx kurier 15 / 1998

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Empfänger - Manuals

überarbeitet am 26.9.2010

Doppelsuper

Analoganzeige

AM, UKW-FM

UKW, MW, 9 x SW (60 - 13 m)

Selektivität -6 dB/ -60 dB

Sensitivität

Uhr

Auf den ersten Blick könnte man meinen, beim neuen Sony-Weltempfänger ICFSW 12 hätte man es mit einem Gerät von der Klasse eines SW-100 zu tun, dem derzeit kleinsten vollwertigen Weltempfänger mit allen Betriebsarten und digitaler Frequenzanzeige. Doch der ICF-SW12 spielt in einer völlig anderen Liga. Der Empfänger ist in einem Kunststoffgehäuse mit dem Format 11x3x9 cm (inklusive überstehender Teile) untergebracht und wiegt 230 Gramm, einschließlich der notwendigen beiden Batterien der Größe Mignon. Der Anschluß eines externen Netzgerätes ist nicht möglich, wohl aber der eines Kopfhörers (MonoKlinkenbuchse auf der linken Gehäuseseite). Letzterer befindet sich nicht im Lieferumfang. Mitgeliefert wird hingegen eine Lithium-Knopfzelle, die zum Betrieb der Uhrenfunktion dient und laut Hersteller ca. ein Jahr halten soll. Eine auf 47 cm Länge ausziehbare Teleskopantenne läßt sich in sämtlichen Ebenen schwenken. Ein mitgeliefertes Faltblatt gibt Auskunft über Sendefrequenzen einer Handvoll Auslandsdienste.
Wie schon vom ICF-SW 100 her bekannt, gelangt man zu den Displays des ICF-SW 12, indem man die obere Hälfte des Radios aufklappt ("Notebook-Prinzip"). Die dann im "Deckel" sichtbare numerische Ziffernanzeige (beleuchtbar) gehört leider ausschließlich zu der vergleichsweise umfangreichen Uhrenfunktion des Radios; diese kann als Weltzeituhr dienen oder als Wecker, Im unteren Teil des SW1 2 befindet sich das eigentliche Radio, mit dem die Bereiche UKW (85.7-108 MHz), Mittelwelle (530 - 1.605 kHz) und Kurzwelle (neun Teilbereiehe: ca. 4,750-5.060, 5.900-6.200, 7.100 - 7.350, 9.400-9.990, 11.600-12.100, 13.570 - 13.870, 15.100-15.800, 17.480-17.900, 21.450-21.750 kHz) empfangen werden können. Damit fehlen neben der Langwelle auch das 75m- und 11m-Rundfunkband. Letzteres wird mit zunehmender Sonnenaktivität in den kommenden Monaten und Jahren wieder an Bedeutung gewinnen. SSB- Empfang ist nicht möglich, Frequenzspeicher sind keine vorhanden, und: die Frequenzabstimmung erfolgt manuell auf einer analogen Skala. Die Bandwahl geschieht über einen rastenden Schiebeschalter, wie er auch von anderen Weltempfängern mit analoger Frequenzabstimmung bereits bekannt ist. Auf der rechten Gehäuseseite finden sich Drehregler für die manuelle Frequenzabstimmung sowie zur Regelung der Lautstärke.

Empfangspraxis
Die Tatsache, daß in der ohnehin knappen Bedienungsanleitung die Beschreibung, der Uhrenfunktionen (Weltzeituhr, Wecker etc.) fast mehr Raum einnimmt als die Anleitung für den Radioempfang, ist symptomatisch für den ICF-SW12. Während der eingebaute Lautsprecher einen gerade noch akzeptablen Klang liefert - eine Tonblende ist allerdings nicht vorhanden -, erlebt man eine kleine Überraschung, will man einen der heute üblichen Stereo- Kopfhörer an der vorhandenen Kopfhörerbuchse betreiben. Denn diese ist nur für Mono-Betrieb ausgelegt, d.h. ein Stereo-Kopfhörer kann nur mit Hilfe eines zusätzlichen Adapters sinnvoll betrieben werden, will man nicht lediglich auf einer Seite des Kopfhörers hören. Solcherlei unüberlegte Kleinigkeiten war man von den Weltempfängern dieses Herstellers bislang nicht gewohnt. Dennoch: Über Kopfhörer klingen starke Kurzwellensender deutlich besser als über den eingebauten Lautsprecher, so daß man sich unbedingt einen entsprechenden Adapter (stereo auf mono) im Fachhandel besorgen (oder selbst zusammenlöten) sollte. Auch die manuelle Frequenzanzeige ist in der verwirklichten Art und Weise kaum zeitgemäß, da diese alles andere als genau ist und das Auffinden eines bestimmten Senders schnell zum Glücksspiel gerät. Es ist auch keine Hilfsskala vorhanden, anhand der man sich orientieren könnte. Ebenso sucht man eine Beleuchtung der Frequenzskala vergebens.
Immerhin kann man dem Gerät eine gute Frequenzstabilität und Empfindlichkeit bescheinigen, die auch den Empfang der stärkeren Tropenbandsender im 60-Meterband ermöglicht. Doch da man es offensichtlich mit einem Einfachsuper zu tun hat technische Angaben sucht man in der beiliegenden Beschreibung weitestgehend vergebens - tummeln sich z.B. um 5 MHz diverse Signale (Mischprodukte), die dort nicht hingehören. Die Trennschärfe auf Kurzwelle reicht aus, um die stärkeren Sender in akzeptabler Qualität zu empfangen. Für die optimale Abstimmung auf einen Sender ist allerdings eine ruhige Hand erforderlich, die Einsteiger vielleicht zunächst nicht haben. Eine rote LED zeigt an, wenn ein starker Sender empfangen wird Laut Hersteller soll ein Batteriesatz (2x Mignon) für 35 Stunden Empfang ausreichen; hier wirkt sich der Verzicht auf digitale Frequenzanzeige und Speicher stromsparend aus. Die Uhrenfunktion hat mit der Knopfzelle ihre eigene Stromversorgung.

Fazit
Beim ICF-SW12 handelt es sich um die Minimallösung eines Weltempfängers, die sich durch das Erscheinungsbild den Anschein von modernem HighTech gibt. Insgesamt gesehen, ist der SW12 nicht in dieselbe innovative Sony-Tradition einzuordnen, die Geräte wie 2001D, SW77, SW55, SW100, SW40 oder SW7600G hervorgebracht hat. Sicherlich reicht die Empfangsleistung des SW12 aus, uni den Programmen der großen Auslandsdienste zuzuhören -sofern man den gewünschten Sender findet. Richtig Freude kommt dabei allerdings aus genannten Gründen kaum auf. Wir freuen uns schon auf den nächsten Weltempfänger aus dem Hause Sony, der dem Ruf des Herstellers wieder besser gerecht wird. Der ICF-SW 12 ist für DM 159,- im Fachhandel erhältlich.

weitere Lektüre:
d: Sony ICF SW-12 und ICF SW-22, Thomas Domin, kurier 18/98

© Harald Kuhl, kurier 15 / 1998