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Sony Corporation, Tokyo

ICF - SW40: Testbericht © addx kurier 15 / 1996

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überarbeitet am 26.9.2010

Doppelsuper

Digitalanzeige, 1 kHz

AM, UKW-FM

Selektivität -6 dB/ -60 dB

Sensitivität

Tuning-LED, 20 Speicher, Uhr, Timer

Auf den "Dreh" gekommen: Erfahrungen mit dem Sony ICF SW-40

Die Konstrukteure der Firma Sony waren schon immer gut für positive Überraschungen: Aktueller Anschlag auf die gerätehungrige Kurzwellen-Fangemeinde ist ein hochwertiges Reiseradio, das sich aller Wahrscheinlichkeit nach zu einem Publikumsliebling entwickeln dürfte. Oder kennen Sie vielleicht ein ähnliches digitales Gerät für unter 200 DM, das über ein Abstimmrad (mit Griffmulde!) verfügt und wahlweise in 1-kHz oder 5-kHz-Schritten durch die Kurzwelle tigern kann? Die sonst in dieser Preisklasse übliche oft sehr nervige "up" & "down" Tastendrückerei bleibt dem ICF SW-40 Besitzer erspart, stattdessen kommen fast schon "analoge Gefühle" auf!
Das kleine zierliche Gerätchen ist in den AM-Bereichen als Doppelsuper geschaltet mit einer 1. ZF von 10,7 MHz und einer 2. ZF von 450 kHz, Spiegelfrequenzen sind also kein Thema.
Die Langwelle umfasst einen Frequenzbereich von 150-285 kHz, die Mittelwelle 530-1620 kHz, die Kurzwelle 3850 bis 26100 kHz. Zum Sender geht’s auf Langwelle in 9-kHz-Schritten, auf Mittelwelle in 9- oder 10-kHz-Schritten, auf Kurzwelle in 5-kHz-Schritten, und wem dies zu grob ist, der schaltet einfach die Schrittweite von "normal" auf "fine" und schon trippelt der ICF SW-40 in 1-kHz-Schrittchen durch die Wellen. Auf UKW arbeitet das Gerät als Einfachsuper und überstreicht 76-108 MHz. Als Abstimmschrittweite stehen schaltbare 0,1 MHz oder 0,05 MHz zur Verfügung.
Wie sich’s für einen ordentlichen "Digitalen" gehört, bietet der neue Sony eine Uhr mit zwei unabhängig voneinander programmierbaren Weckzeiten. Zwei von den insgesamt 20 Senderspeichern des SW-40 sind für "Hallo-Wach-Programme" vorgesehen.
Die Front des ICF SW-40 wird von einem großen LCD Display beherrscht, das im oberen Drittel die Uhrzeit und die eingestellte Frequenz anzeigt. Rechts oben befindet sich eine rote Leuchtdiode (Tune), die aufleuchtet, wenn ein Sender eingestellt ist. Die unteren zwei Drittel des Displays erinnern an den Sony ICF 7600 DA, bei dem eine analoge Skala per LCD-Anzeige "nachgebildet" wurde. Im LCD-Display des SW-40 sind Frequenzangaben und Meterbänder dauerhaft abzulesen (werden also nicht erst beim Einschalten sichtbar ! ). Wird das Gerät mit der breiten Einschalttaste rechts oben an der Front aktiviert und ein Frequenzbereich angewählt (Tasten "SW", "LW/MW" oder "FM"), dann erscheint ein dünner schwarzer LCD-Balken, der grob über die eingestellte Frequenz bzw. das gewählte Meterband auf Kurzwelle informiert. Mehrmaliges Drücken der SW-Taste bewegt den LCD-Balken schrittchenweise von unten nach oben, zum jeweils gehörten Band. Das beginnt beim 75-mBand und endet beim 11-m-Band, ein weiterer Tastendruck führt zurück zum 75-m-Band. Neben den Bändern sind die dazugehörigen Anfangsfrequenzen sichtbar. Auch für Langwelle, Mittelwelle und UKW sind Frequenzangaben auf dieser "Pseudoanaloganzeige" sichtbar. Bei Frequenzveränderungen, die per Abstimmrad vorgenommen werden, wandert der LCD-Balken automatisch mit. Man sieht also sofort "wo" man gerade ist.
Das Abspeichern der Sender ist zwar einfach, aber um einen Blick in die Bedienungsanleitung kommt man nicht herum. Zunächst wird der gewünschte Sender eingestellt. Durch einen etwas längeren Druck auf die Taste "Enter/Clock" erscheint nach einem Piepton in einem quadratischen LCD-Feldchen die blinkende Angabe "Preset" und eine Speichernummer. Der gewünschte Speicherplatz (0-19) läßt sich genial einfach mit dem Abstimmrad anwählen. Ein weiterer Druck auf die Taste "Enter/ Clock’’ beendet die Einspeicherung, quittiert von einem kurzen doppelten Piepton. Aufgerufen werden die gespeicherten Frequenzen ebenso komfortabel: Per Taste "Preset/Manual" in den Speichermodus wechseln, Abstimmrad auf den gewünschten Speicherplatz stellen: schon ist der Sender zu hören.
Die Empfangsleistungen des SW-40 sind für ein Gerät dieser Preisklasse schlichtweg erstaunlich. Die Empfindlichkeit auf Kurzwelle reicht völlig aus. Auch in höheren Bändern konnten ferne Sender (z.B. Voice of Free China auf 15600 kHz oder HCJB auf 15550 kHz) gut verständlich aufgenommen werden, bei sehr schwachen Signalen ist der Rauschanteil etwas erhöht, ein Problem, das bei vielen digitalen Empfängern in der unteren Preisklasse auftritt. Die berühmten "paar Meter Antennendraht", an die Teleskopantenne geclipst, bringen beim SW-40 kaum Vorteile und führen eher zu Überladungserscheinungen. Deutliche Empfangsverbesserungen erzielte ich dagegen durch Erdung des Gerätes via Masse/Ohrhörerbuchse. An der linken Seite des SW-40 befindet sich ein Schalterchen mit den Stellungen "DX" und "Local". Die Stellung "Local" wurde im normalen Alltagsbetrieb so gut wie nie gebraucht.
Die Deutsche Welle auf 6075 kHz konnte ich in den Abendstunden recht ruhig und ausgewogen mit dem SW-40 empfangen, ein ebenfalls mit laufender Telefunken MR 1500 PLL (DM 149.-) hatte zusätzlich zum Nutzsignal jede Menge Intermodulationsgegrummel zu bieten. Der Telefunken ist dafür etwas ruhiger und empfindlicher auf den höheren Bändern. Die Trennschärfe des SW-40 ist in den meisten Fällen im 5-kHz-Raster befriedigend, könnte aber noch eine ldee besser sein. Das Randelrädchen für die Lautstärkeregelung an der rechten Seite des Gerätes hätte ich mir größer gewünscht. Etwas unterhalb vom Lautstärkeregler ist ein Zwei-Stufen-Klangschalter angebracht, mit dem man die Klangcharaktenstik brauchbar beeinflussen kann.
Die Empfangsleistungen auf Mittel- und Langwelle sind durchschnittlich bis gut, auch das UKW-Teil kann gefallen, per Kopfhörer ist Stereoempfang möglich. Der Klang des 6,6-cmLautsprechers ist nicht gerade eine Offenbarung, aber für diese Gerätegröße akzeptabel. Betrieben wird der SW-40 mit 3 Mignonzellen oder mit einem Netzgerät, das optional erhältlich ist (Netzgerätebuchse ist leider wieder Sondergröße...).
Mit einer ausklappbaren Stütze an der Rückwand läßt sich das Gerät in eine bedienungsfreundliche Schräglage bringen. Die Verarbeitung des in Taiwan gefertigten Reiseweltempfängers ist gut, das Gerät macht einen soliden Eindruck, schick ist es noch dazu. Nur an der Trageschlaufe ist eindeutig gespart worden (besser daran, als an den Empfangsleistungen). Auch die "Schutzhülle" aus dünnem Stoff wird kaum vor Beschädigungen schützen können.

Fazit
Der SW-40 ist eine sehr erfreuliche Erscheinung unter den neueren Reiseradios. Klein, leicht und handlich läßt er sich gut im Gepäck unterbringen. Der SW-40 bietet befriedigende bis gute Empfangsleistungen bei hohem Bedienkomfort zu einem konkurrenzlosen Preis. Wer zusätzlich SSB-Empfang und Scan-Einrichtung wünscht, wird zum ICF 7600G greifen und noch einen Hunderter drauflegen müssen. Ich würde dem SW-40 vor jedem anderen digitalen Empfänger dieser Preisklasse den Vorzug geben.

weitere Lektüre:
e: Sony ICF SW-40, R.Netherlands receiver test

© Rolf-Dieter Wiedenmann, kurier 15 / 1996