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Sony Corporation, Tokyo

ICF - SW 800

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überarbeitet am 26.9.2010

Im Jahre 1989 wartete Sony mit einem ganz neuen Konzept eines Reiseempfängers auf, es war die Zeit der alphanumerischen Ausgaben auf Flüssigkristallanzeigen. Wie beispielsweise der Grundig Satellit 500 oder Sony's ICF - SW-55 nicht nur die Frequenz sondern auch im Klartext (zuvor eingespeicherte) Angaben über die gehörte Station machen konnten, ist es auch mit dem Sony ICF - SW800 möglich, mit einem Druck auf die Taste "Deutsche Welle" die "Deutsche Welle" dann auch zu hören, ohne sich um Frequenzangaben, das entsprechende Meterband oder gar noch die Position innerhalb des Frequenzbandes zwischen irgendwelchen groben Marken Gedanken machen zu müssen. Der ICF SW-800 verfügt über einen Schlitz zur Aufnahme von Frequenz-Speicherkarten, auf denen jeweils zehn interessierende Stationen abgespeichert sind.

Doppelsuper,

Digitalanzeige, 5 kHz,

AM 3'700 - 17'800 kHz, UKW-FM

Selektivität -6 dB/ -60 dB

Sensitivität

Karten mit Senderspeichern, direkte Frequenzeingabe, Uhr, Timerfunktion

Der Sony ICF-SW800 präsentiert sich in einem dunkelgrauen an den Ecken abgerundeten Plastikgehäuse ausgesprochen "schnucklig", oder schaut eher nach einem kleinen billigen Küchen- oder Campingradio aus, je nachdem, wie gut es der Betrachter mit dem Gerät meint.
Jedenfalls sieht das Gerät nicht gerade nach einem High-Tech-Empfänger aus, wahrscheinlich betrieb Sony mit dem Konzept eines auch für den völlig unbedarften Anwender einfach zu bedienenden Weltempfängers bezüglich des Äusseren des Gerätes etwas Understatement.

Der Empfänger in dem grauen Kunststoffgehäuse misst 19 x 11,5 x 4,5 cm (bxhxt) und bringt ca. 300 g auf die Waage. Betrieben wird er mit 3 UM-3 (AA)-Batterien oder einem externen center-negativen 4,5 V-Netzteil. Mit einem ausklappbaren Aufstellbügel kann der ICF SW-800 zum Betrieb in eine angenehme Schrägposition gebracht werden. Die an der Oberkante angebrachte Teleskopantenne ist nicht versenkbar, kann aber bei schräg aufgestelltem Gerät vertikal ausgerichtet werden, ein Aussenantennenanschluss ist nicht vorgesehen.
An der linken Geräteschmalseite finden sich neben dem Fremdspannungseingang nur noch die Buchsen für den Kopfhörer- und Tonbandaufnahme-Ausgang.

Hinter der linken Hälfte der Frontplatte verbirgt sich der Lautsprecher. Zur Rechten finden sich zwei Sichtfenster und oben rechts der Hautschalter. Der Hauptschalter ist mit einem zum Schalten zu drückenden Noppen gegen unbeabsichtigtes Einschalten im Gepäck gesichert. Er versetzt das Gerät in den Standby- (Einschalten durch die integrierte Schaltuhr) und den normalen Betrieb.
Im oberen kleinen Display wird die Uhrzeit, die Frequenz und die Nummer der eingelegten Speicherkarte angezeigt.
Das untere grosse Sichtfenster verfügt über einen Touchscreen, eine drucksensitive Oberfläche. Im Sichtfenster sind die Ziffernfelder 0 - 9, die Felder für UP / DOWN- Tuning und die Felder zur direkten Frequenzeingabe im Kurzwellen (SW EXEC)- und UKW (FM-EXEC)-Bereich erkennbar.
Von der rechten Seite her können die verschiedenen Speicherkarten hinter das Touchscreenfeld geschoben werden, anstelle der blossen Zifferntasten sind bei eingeschobener Speicherkarte die Stationsbezeichnungen lesbar.
Von den drei Karten sind auf einer Seite 8 Standardfrequenzen der deutschen Welle gespeichert, auf den beiden Seiten OMNIBUS 1 & 2 deutschsprachige in Mitteleuropa hörbare Sender, die drei Seiten FREE MEMORIES 1 - 3 lassen sich vom Benutzer selbst mit jeweils zehn Kurzwellen- oder UKW-Frequenzen belegen. Die vierte Karte dient zur Einstellung der Uhrfunktionen.

An der rechten Geräteschmalseite findet sich unter der Einschuböffnung für die Speicherkarten umd dem Auswurfknopf der als Rändelrad ausgeführte Lautstärkeregler.
Hinter einer grossen Klappe auf der Geräterückseite oberhalb des Batteriefachs werden die nicht benötigten Speicherkarten verstaut.

Entsprechend Sony's Anliegen mit einem narrensicheren Bedienungskonzept ist die Bedienung des ICF-SW800 völlig unkompliziert: Oben rechts auf "on" einschalten, zum Verschieben des Schalters muss der türkisfarbene Noppen eingedrückt werden. Mit eingelegter Karte "Deutsche Welle" ruft ein Antippen der Felder DW 1 bis DW 8 jeweils typische von der Deutschen Welle belegte Frequenzen auf, spätestens beim Antippen der Taste 6 erscheint "6075 kHz CARD PRESET2" und die "DW" wird hörbar.
Mit MANUAL TUNE kann durch Antippen von - resp. + die Frequenz in 5 kHz-Schritten verändet werden, zwischen diesen 5 kHz-Schritten kann nicht abgestimmt werden.
Zur direkten Frequenzeingabe wird die Taste SW EXEC angetippt, die Frequenz eingegeben und nochmals SW EXEC gedrückt, woraufhin die neue Frequenz empfangen wird. Wird eine Frequenz ausserhalb des Frequenzbereichs 3700 - 17900 eingegeben, meckert der Empfänger "TRY AGAIN", bei krummen Frequenzen (beispielsweise 6233 kHz) wird automatisch auf die nächste Frequenz im 5 kHz-Raster korrigiert (in unserem Falle auf 6230 kHz).
Auf alle Speicherplätze können vom Benutzer selbst andere Frequenzen einprogrammiert werden. Bei längerem Antippen der roten Taste "WRITE" blinkt WRITE!PRESET, dann muss gleichzeitig eine der Speichertasten 1 - 0 angetippt werden, ein Quittungston signalisiert, dass der Empfänger die Frequenzeingabe angenommen hat.

Die Uhrkarte dient zum Einspeichern der Uhrzeit: die Taste TIME wird angetippt, dann dazu im Bereich HOUR + oder - resp. im Bereich MINUTE + oder -, rasch ist die Uhrzeit programmiert, mit der Timer/Alarmzeit ist das Vorgehen analog.

Bezüglich der Empfangsqualität schlägt der ICF-SW800 keine Rekorde: Nachbarkanalstörungen kann aufgrund des starren Frequenzrasters von 5 kHz nicht ausgewichen werden, es gibt keine Auswahl der ZF-Filter, kein BFO resp. keine Möglichkeit des Empfangs von Einseitenbandsendern (Funkamateuren), dafür ist auch die Abstimmschrittweite zu grob. Die Empfindlichkeit entspricht wohl in etwa der der anderen kleinen Reiseempfänger von Sony und stellt Billigweltempfänger von ALDI oder Kaffeehändlern weit in den Schatten.
Es lohnt sich, auf Funk- und anderen Flohmärkten die Augen nach dem Sony ICF-SW800 offen zu halten, wenn man nach einem Zweitempfänger als Begleiter für Ferien sucht, in denen zum DXen die Zeit fehlt, man aber die Nachrichten aus der Heimat hören will. Und am Ferienort angelangt, kann man sich sogar vom SW800 wecken lassen...

© Martin Bösch 22. Aug. 2004