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Watkins - Johnson, Gaithersburg, MA

WJ - 8718

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überarbeitet am 28.9.2010

Als Nachfolger des WJ-8888 bracht Watkins - Johnson um 1976 den absolut professionell aufgebauten WJ-8718 / WJ-8718A (1982) heraus.
Das Grundgerät gibt es als AN/URR-74(V)2 auch in militärischer Variante, das Gerät wurde an die Anforderungen der U.S. Navy angepasst; als WJ-8718A/MFP wurde der Empfänger mit einem mikroprozessorkontrollierten Frontpanel hergestellt.

Doppelsuper,

Digitalanzeige, max. 10 Hz

AM, CW, LSB/USB, ISB, FM

10 kHz - 30000 kHz

Selektivität -6 dB
0,3 / 1,0 / 3,2 / 6 / 16 kHz

Sensitivität < 0,4 uV

RF-Gain, AGC fast/slow/man

 

Der professionelle Kommunikationsempfänger wurde als 19" Rack-Einschubgerät oder mit einem Stahlblechgehäuse geliefert, allein das Rackgerät misst 483 x 134 x 493 mm und bringt 15,8 kg auf die Waage.
Die Stromversorgung erfolgt mit 115 resp. 220 V Wechselstrom.

Ein so geradlinig zu bedienender kommerzieller Empfänger begegnet einem (zumindest mir) nur sehr selten, keine kryptischen Symbole, keine Eingabe komplexer Tastenkombinationen, sämtliche Funktionen sind in (einfachem) Englisch beschriftet, man setzt sich ans Gerät uns los geht's ohne Handbuchstudium.

Auf der Frontplatte findet sich rechts oben die grosse LED-Frequenzanzeige, welche die Empfangsfrequenz auf 10 Hz genau ausgibt. Der griffige Abstimmknopf liegt gleich darunter, die Abstimmgeschwindigkeit resp. -schrittweite ist in vier Stufe schaltbar, die aktive Schalterposition wird mit einem mechanischen grünen Schauzeichen in der Drucktaste angezeigt.
Ganz links findet sich der Hauptschalter POWER ON/OFF, ist doch alles klar beschriftet! Unter dem als S-Meter oder Audio-Pegelmesser schaltbaren Messinstrument finden sich die beiden Tasten zur Wahl der Anzeige.
Rechts davon lässt sich die AGC, die HF-Verstärkung in zwei Geschwindigkeiten (FAST / SLOW) automatisch oder (MAN) manuell regeln, dies erledigt der RF-Gain - Regler gleich darunter, PHONE LEVEL regelt die Lautstärke des Kopfhöreranschlusses.
Rechts davon finden sich in zwei Reihen die Tasten zur Wahl der Betriebsart, von AM, FM bis hin zur separaten Wahl des unteren (LSB) und oberen (USB) Seitenbands im Einseitenbandbetrieb; die Tasten darunter dienen zur Wahl der hochwertigen ZF-Filter, zur Wahl stehen in der Standardbestückung 0,3 bis 16 MHz, also vom schmalen CW-Filter bis zum "Scheunentor" für starke "Out of band"-Stationen, welche dann in hervorragender Qualität hereinkommen, wenn es keine Nachbarkanalstörungen gibt. Mit einem kleinen dekadischen Schalter kann die BFO-Ablage manuell eingestellt werden.
Das wär's, keine weiteren Gimmicks für den (Semi)Profi, der bereits ein externes Notchfilter aus dem Hause Dierking besitzt, keine automatische Kopplung von ZF-Filtern und Betriebsart und dergleichen.

Wie bereits angetönt ist die Bedienung im Gegensatz zu anderen professionellen Empfängern absolut geradlinig: Netz, Antenne und Kopfhörer muss angeschlossen werden, die Taste ON/OFF schaltet den Empfänger ein.
Die Tasten AGC SLOW und AM sind sicher schon gedrückt, das IF FIlter steht auf 6 (kHz) und dann geht's los, mit dem Abstimmknopf sind 06.07500 kHz einzustellen und die Deutsche Welle ertönt, evtl. muss der Lautstärkeregler PHONE LEVEL noch etwas aufgedreht werden. Der Empfang der internationen Auslandsdienste ist für den Watkins - Johnson noch keine grosse Herausforderung, spannender wird es auf der Jagd nach schwachen Signalen im Tropenband oder beim CW / RTTY-Empfang.
Nachteilig ist beim WJ-8178 das Fehlen von Senderspeichern zu erwähnen, hier hat der WJ-8888 doch noch einen kleinen Vorteil auf seiner Seite.

© Martin Bösch 28.9.2010