Home

Zellweger, CH - Uster

E - 646

Zellweger Logo
Reiseempfänger
Portable Empfänger
Stations-Empfänger
Oldie - Empfänger
"Boatanchors"
Militärisches Gerät
 
Autophon
Collins
Drake
Hallicrafters
Hammarlund
Murphy
National
Racal
Rohde & Schwarz
Siemens
Telefunken
Watkins-Johnson
 
Zellweger AG
E41
E-646 Prototyp
E-646
 
Empfängerliste
Empfänger - Manuals

überarbeitet am 23.7.2010

Zellweger Uster E-646 - wohl der letzte Militärempfänger aus Schweizer Produktion

Doppelsuper,

Kaskadenschalter 1 kHz

AM, LSB, USB, Rundspruchbetriebsarten mit Selektivruf

2 - 12 MHz

Empfindlichkeit

Selektivität -6 dB

Trockenbatterien / externes Netzteil

Ab 1980 wurde die definitive Version des E-646 von Zellweger (Uster) als Rundspruchempfänger zum Selektivrufbetrieb in Zusammenarbeit mit dem Rundspruch - Sender S510 beschafft.
Um Truppenteile direkt ansprechen zu können, verfügten die grossen Verbände im Kurzwellenband arbeitende Rundspruchsender, die auf fixen Frequenzen ihre Meldungen abstrahlten, jeder Meldung ging ein Rufsignal voraus.

In jeden Empfänger ist eine Gruppenadresse GR fest programmiert, dazu ist eine von acht Rufadressen A - H am Gerät schaltbar. Die am Sender S510 ausgelösten Selektivrufsignale aktivieren den im Rundspruchbetrieb üblicherweise stummgeschalteten Empfänger. Die Aktivierung des Empfängers erfolgt durch einen Triller - Pfeifton, der im oberen Seitenband der Empfangsfrequenz ausgestrahlt wird, im Normal - Selektivrufbetrieb RN dauert dieser 0 - 9 Sek., im Kurz - Selektivrufbetrieb RK 0 - 3 Sek. Die Rufsignale sind frequenzmoduliert, binär codiert (2500 / 2778 Hz).
Über die lautgeschalteten Empfänger erreicht die im oberen Seitenband ausgestrahlte Meldung ihre Empfänger. Nach Ende der Mitteilung folgt ein Schlussrufsignal (1,5 Sek.), welches den Empfänger wieder stummschaltet.
Der Selektivrufbetrieb wird in den Schalterstellungen RN und RK aktiviert, die Betriebslampe signalisiert den Normalbetrieb RN mit Stromsparbetrieb in den Empfangspausen (blinkende Kontrollampe bei Batteriebetrieb, Betriebsdauer 7 Tage mit einem Batteriesatz, Lautstärke nur von halblaut - laut regelbar), in den Betriebsarten RK ist der Selektivruf in Betrieb und der Empfänger dauernd auf Empfang (Batterien erschöpfen sich rascher), in den Schalterstellungen A3, A3JU und A3JO ist normaler AM resp. LSB/USB - Empfang mit lautgeschaltetem Empfänger möglich (Betriebslampe leuchtet dauernd, höherer Stromverbrauch, voller Umfang der Lautstärkeregelung).

Die an der Gehäusefront und Oberseite mit einem Kleber "K" versehenen Geräte sind zum Kontrollempfang mit einer Zusatzbaugruppe versehen, in der nicht beschrifteten Stellung rechts neben der Stellung "H" des Adresschalters spricht der Empfänger auf die Gruppenadresse GR und sämtliche Rufadressen A - H an.

Im Gegensatz zum Prototyp ist der Lautsprechergrill auf die linke Seite der Frontplatte gerutscht. In der oberen Reihe der Bedienelemente findet sich links oben der Betriebsartenschalter: A3 steht für normalen AM-Telephonieempfang, A3JU und A3JO für Einseitenbandempfang im oberen (USB) und unteren (LSB) Seitenband, RN aktiviert den normalen Rundspruchempfang mit stummgeschaltetem Empfänger und nur kurzen “Lausch”-Intervallen (1,4 von jeweils 5,8 Sekunden); nach Lösen der Verriegelung kann auch RK aktiviert werden, ein Rundspruchempfangsmodus, in dem der Empfänger dauernd auf Lauschposition ist und daher mehr Batterien verbraucht.
Mit den Dekadenschaltern können die MHz, 100 kHz, 10 kHz und 1 kHz - Stellen der Betriebsfrequenz eingestellt werden, der Empfänger ist also zum Fixfrequenzempfang konzipiert und eignet sich nicht sehr zum Suchempfang. Mit dem Adress - Schalter oben rechts wird die Ruf - Gruppenadresse geschaltet, nur an dem mit dem Kleber “K” gekennzeichneten “K”ontroll - Empfänger kann in der leeren Position neben der Adressgruppe H der Empfänger mit allen Gruppenadressen angesprochen werden.

In der unteren Reihe der Bedienelemente finden sich der Hauptschalter, der Lautstärkeregler und die Anschlüsse für einen 600 Ohm - Kopfhörer und einen 40 Ohm - Aussenlautsprecher. Gleich daneben der Eingang für externe Speisung mit 24 Volt Gleichspannung und der BNC-Antennenanschluss.

Die Stromversorgung des Rundspruch - Empfängers E-646 kann über ein externes Netzspeisegerät, vier Stück ALN 6135-265-1751 7,5 Volt - Stabbatterien, wie sie auch im SE-125 Verwendung finden, oder über einen Adapter mit 16 Stück UM-1 Batterien zu 1,5 Volt erfolgen.
Zum Empfänger gehört ein externer Lautsprecher, der mit einem mitgelieferten Kabel bis 25 m abgesetzt betrieben werden kann und eine separate Lautstärkeregelung und auch einen Kopfhöreranschluss besitzt, bei eingestecktem Kopfhörer wird der Lautsprecher abgeschaltet.

In einem Antennenmaterialsack sind die notwendigen Bauteile um eine Langdrahtantenne zu einem mit drei Pardunen abgespannten 6 m Mast zu errichten, ein 33 m langes Koax - Kabel mit BNC - Anschlüssen verbindet mit dem Empfänger. Wie bei der Schweizer Armee typisch, wird alles benötigte Material zum Antennenbau mitgeliefert, vom Fäustel, um die Häringe in den Boden zu schlagen, bis zum Wurfgewicht, um die Langdrahtantenne über einen Baum, o.ä. zu werfen.

Abgesehen von den Rundspruch - Betriebsarten leistet der Empfänger auch heute als Stationsempfänger gute Dienste, wenn vorwiegend Fixfrequenzempfang angestrebt wird. Die Zahl der auf einer "Hausfrequenz" fast um die Uhr empfangbaren internationalen Kurzwellendienste hat allerdings zwischenzeitlich stark abgenommen. Der Suchempfang ist aufgrund der Frequenzwahl mittels dekadischer Schalter kaum zügig möglich, Speichermöglichkeiten zum Abspeichern mehrerer Parallelfrequenzen fehlen leider auch. Das Gerät bietet stabilen Einseitenbandempfang, auf die an den semiprofessionellen aufs Kurzwellenhobby ausgelegten Empfängern vorhandenen Goodies wie schaltbare Bandbreite, beeinflussbare AGC, nur schon regelbarer RF-Gain und gar Notchfilter und Passbandtuning muss verzichtet werden.
So bleibt dem Gerät ein Nischendasein in einer Sammlung oder ein Einsatz als (fast) Fixfrequenzempfänger um eine Lieblingsstation oder Afu-Frequenz langdauernd mitzuhören.

weitere Lektüre:
d: Empfangsanlage E-646 Benutzerhandbuch, Zellweger, Uster

© Martin Bösch 24.7.2009