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Testbericht AR7030 © ADDX

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AOR AR7030
 
Empfängerliste

überarbeitet am 14.12.2008

Erweiterungen für den AOR AR7030

Doppelsuper, ZF 45 MHz, 455 kHz

Digitalanzeige 10 Hz

AM, AM-Sync, USB/LSB, CW/Data, FM-n

Empfindlichkeit 5 MHz
AM 0,35 uV, SSB 0,2 uV

Selektivität-6/-60 dB
2,3/3,3 kHz, 5,5/9,1 kHz, 7/11,6 kHz

RF-Gain, Abschwächer 4x, AGC 3x, PBT, (NB, Notch optional)

100 (optional 400)Speicher (optional alphanumerisch), RS232-Schnittstelle

 

Für den AOR AR7030 ist inzwischen eine Reihe von Optionen lieferbar, durch die sich dieser Empfänger weiter verbessern bzw. an verschiedene Anforderungen anpassen läßt. Der AR-7030 wurde vom Entwickler als modulares Konzept entworfen; im Grundgerät ist Platz für drei Erweiterungsplatinen vorgesehen. Da es mehr als drei Optionen gibt, gilt es die sinnvollsten auszuwählen, denn alle lassen sich in dem recht kleinen Gehäuse nicht unterbringen. Aber schon aus rein finanzieller Sicht wird man sich auf möglichst wenige beschränken, läßt sich doch der Preis des Empfängers durch Aufrüstung leicht mehr als verdoppeln. Im folgenden werden alle Optionen aufgeführt und beschrieben. Die wichtigsten konnten an Testgeräten von Bogerfunk und Charly H. Hardt ausprobiert werden. Da es verschiedene "Hörertypen" mit unterschiedlichen Anforderungen an den Empfänger gibt, ist es zwar schwierig, allgemeingültige Empfehlungen auszusprechen, doch wird dem einen oder anderen die Entscheidung leichter fallen. Die aktuellen Preise können beim Technischen Clubdienst erfragt werden. Über diesen können alle Erweiterungen bezogen werden.

«Plus DX»-Version
Kaum ist der AR7030 gut ein Jahr auf dem Markt, schon wird eine verbesserte Version nachgeschoben. Dabei handelt es sich nicht um einen Nachfolger! Die «Plus DX»-Version wird parallel zur Standardversion zu einem deutlich höheren Preis verkauft. Sie ist an einem Aufkleber auf der Frontplatte und einem beiliegenden Zertifikat zu erkennen und unterscheidet sich in folgenden Punkten von der Standardversion:

  • verbesserte Symmetrie des Mischers für einen höheren IP 2. und 3. Ordnung
  • eng tolerierte (0,1%) Bauteile im Synthesizer für geringeres Rauschen
  • verbesserter HF-Abschwächer für weniger Intermodulationen
  • höherwertiger Übertrager für Drahtantennen für weniger Mischprodukte
  • 4 kHz Keramikfilter (typische Bandbreiten 2.2, 4.0, 5.3, 9.5 kHz)
  • höherwertiger (Bourns-) Optokoppler, "for smoothest tuning"
  • FPU7030

"Was bringt das alles in der Praxis?"
Das 4 kHz Filter schließt die viel zu große Lücke zwischen dem schmalen und den restlichen Filtern. Es eignet sich gut für den Empfang im 5 kHz Raster der Rundfunkbänder. Das in dieser Version fehlende 6,5 kHz Filter wird man nicht vermissen. Der Optokoppler wurde ebenfalls deutlich verbessert. Der in der Standardversion eingebaute läuft nicht allzu sauber, die Frequenz "springt" häufig bei der Feinabstimmung von SSB-Stationen oder beim Synchrondetektor in Stellung "Narrow". Die Speichererweiterung ist bereits eingebaut. Die anderen Modifikationen dienen der weiteren Verbesserung der HF-Eigenschaften. Auf die Schnelle war kein Unterschied zur Standardversion festzustellen (Das Testgerät stand nur wenige Tage zur Verfügung). Die Verbesserungen erschließen sich einem vermutlich erst nach längerem DXen an der Leistungsgrenze des Empfängers.

Der AR7030 wurde offensichtlich gnadenlos auf einen möglichst günstigen Verkaufspreis hin konstruiert. Das ist an sich nichts Verwerfliches. Schließlich bekommt der DXer dadurch einen Empfänger mit sehr guten Empfangsleistungen für relativ wenig Geld, An einigen entscheidenden Punkten wurde die Sparwut aber übertrieben. Immerhin zeigt sich AOR offen gegenüber der Kritik und bessert an einigen Stellen nach (Beim Bedienkonzept leider nicht möglich!). Warum der AR7030 jetzt in zwei Versionen verkauft wird, ist nicht nachzuvollziehen. Würden die Verbesserungen, insbesondere der Optokoppler und das 4 kHz Filter, in der ganzen Serie eingebaut, wäre der Preis aufgrund der höheren Stückzahl sicherlich niedriger. Offensichtlich drückt sich AOR hier vor einer Preiserhöhung des AR7030. Erst lockt man den Kunden mit einem niedrigen Kaufpreis und wenn er dann gemerkt hat, daß einige Dinge nicht so sind, wie sie sein sollten, dann wird er sein Gerät schon zum "Plus DX" aufrüsten lassen (ist laut AOR möglich). So läßt sich halt mehr verdienen. Wer den Empfänger bereits besitzt und mit seiner Leistung zufrieden ist, kann sich die Aufrüstung sparen. ZF-Filter bzw. FPU7030 gibt es schließlich auch einzeln. Bei einem Neukauf ist allerdings ernsthaft zu überlegen, ob man nicht gleich die verbesserte Version kauft.

Speichererweiterung FPU7030
Die "enhanced features CPU" ist für den Betrieb von Noiseblanker und Notchfilter erforderlich, kann aber auch einzeln bestellt werden, wenn nur die erweiterten Speichermöglichkeiten genutzt werden sollen. Sie ersetzt die Standard-CPU und belegt damit keinen weiteren Platz im Gerät. Die Anzahl der Speicher wurde auf 400 erhöht. Neben Frequenz, Betriebsart, Filter, PBS, AGC und Squelch-Einstellung kann ein bis zu 14 Stellen langer Text in jedem Speicherplatz abgelegt werden. Die Funktion "Ident Preview" erlaubt es, beim Aufruf oder Durchblättern der Speicher diese Kennung für drei Sekunden anzuzeigen. "Ident Search" durchsucht permanent alle Speicher. Wird ein Speicher gefunden, dessen Frequenz nicht mehr als 1,5 kHz von der gerade eingestellten Frequenz abweicht, wird der gespeicherte Text für ca. 10 Sekunden angezeigt (Identifizierungshilfe). Die eingebaute Uhr wurde um Tag und Monat erweitert, 10 für ein Jahr im voraus zu programmierende Timer hinzugefügt. Damit lassen sich z. B. mehrere Programme von unterschiedlichen Stationen an verschiedenen Tagen automatisch mitschneiden.

Ob diese Erweiterung Sinn macht oder nicht, muß jeder für sich selbst entscheiden. Immerhin lassen sich, fleißiges Programmieren vorausgesetzt, komplette Hörfahrpläne inklusive der Sendernamen in den Speichern ablegen. Möchte man seinen Empfänger um Störaustaster und Notchfilter (NB7030) ergänzen, hat man keine Wahl: die FPU enthält die Erweiterung des Menüsystems für diese Option und ist somit Pflicht.

Noiseblanker & Notchfilter NB7030
Diese Erweiterung enthält einen Störaustaster in der ZF-Ebene, ein NF-Notchfilter sowie die Speichererweiterung. Sollte die FPU7030 bereits installiert sein, kann die NB7030-Platine auch einzeln bezogen werden. Der Noiseblanker filtert Störimpulse bereits in der ZF aus, so daß die AGC den Empfänger nicht bei jeder Störspitze "zuregelt". Die Charakteristik ist zwischen "normal" und "breit" umschaltbar und damit an unterschiedliche Situationen anpaßbar. Zusätzlich kann die Ansprechschwelle zwischen 0 und 20 dB über dem Nutzsignal eingestellt werden. Das Audio-Notchfilter ist zwischen 150 Hz und 6 kHz (!) einstellbar. Unerwünschte Pfeiftöne werden um mehr als 50 dB gedämpft. Die manuelle Abstimmung wird durch die variable Einstellgeschwindigkeit erleichtert: erkennt das Notchfilter einen Störträger in der Nähe der gerade eingestellten Frequenz, dann wird die Abstimmgeschwindigkeit verlangsamt und die Feinabstimmung dadurch wesentlich vereinfacht. Durch eine Nachziehfunktion ("signal tracking") kann die Feineinstellung auch dem Notchfilter selbst überlassen werden. Diese Einrichtung ist - in Grenzen - auch in der Lage, das Notchfilter nachzustimmen, wenn die Empfangsfrequenz langsam verändert wird. Darüberhinaus kann das Notchfilter ganz auf Automatikbetrieb geschaltet werden. Es sucht sich dann den Störton mit der niedrigsten Frequenz (300 Hz bis 6 kHz) und blendet ihn aus.

Bei anderen Empfängern der Spitzenklasse sind diese Funktionen in der Grundausstattung enthalten. Wer diese Platine nachrüsten will, wird es bedauern, daß er dafür noch einmal tief in die Tasche greifen muß; wer jedoch darauf verzichten kann, wird sich freuen, daß das Grundgerät dadurch billiger ist. Wie dem auch sei, bei dieser Option handelt es sich keineswegs um eine Mogelpackung. Der hier getriebene Aufwand ist recht hoch. Sowohl Noiseblanker als auch Notchfilter haben eine gute Wirkung, aber natürlich auch ihre Grenzen.

Der Noiseblanker zeigte in der "normalen` Stellung am Hörort des Autors keinerlei Wirkung. Vielleicht waren einfach nicht die zu dieser Einstellung passenden Störungen vorhanden. Ganz anders in der Einstellung "Wide": Störimpulse, wie sie z. B. beim Betätigen von Lichtschaltern oder Raumthermostaten entstehen, werden vollständig unterdrückt, selbst wenn die Ansprechschwelle recht "weich" eingestellt ist. In der Regel ist der Knackser nicht einmal mehr zu ahnen. Für Hörer, die überwiegend von dieser Art Störung geplagt werden, ist dieser Zusatz zu empfehlen. Bei hartnäckigeren Störungen erreicht der Noiseblanker dann doch schnell seine Grenzen. So ist beim Autor das "Tacken" eines Weidezauns (Pferdekoppel direkt hinter dem Haus) allgegenwärtig, rund um die Uhr, das ganze Jahr hindurch. Der Versuch, diese Störungen in den Griff zu bekommen, endete schnell mit Frustration. Bei Sendern mit mittlerer bis höherer Signalstärke muß der Noiseblanker "scharf'' eingestellt werden, daß das so Nutzsignal beeinträchtigt wird, bevor eine Abschwächung der Störimpulse feststellbar ist. Die Ansprechschwelle ist bei jedem Sender, abhängig von dessen Feldstärke, neu einzustellen. Bei schwachen Signalen geht's etwas besser, was nicht weiter verwunderlich ist, ragen die Störspitzen hier doch weiter über das Nutzsignal hinaus. Das Abschalten der AGC, bei schwachen Sendern ohne manuelles Nachregeln der HF-Verstärkung möglich, brachte in vielen Fällen ein besseres Ergebnis. Ein weiterer grundsätzlicher Nachteil darf nicht verschwiegen werden: Bei vielen Empfängern verschlechtert der Noiseblanker das Großsignalverhalten dramatisch. Beim AR7030 konnte in Verbindung mit der Antenne RF Systems MTA (breitbandige Passivantenne) derartiges nicht festgestellt werden. In den technischen Daten wird eine "Input Range" von größer 80 dB angegeben. Da der Empfänger aber einen Dynamikbereich von her 100 dB aufweist, sind in kritischen Situationen auch hier Beeinträchtigungen denkbar.

Das Notchfilter fällt gleich in mehrerer Hinsicht positiv auf. Zum einen ist der Abstimritbereich mit 150 Hz bis 6 kHz so groß zügig gewählt, daß es selbst bei AM-Empfang mit breitem Filter noch sinnvoll einzusetzten ist. Zum anderen wurde bei der Filterbreite ein sehr guter Kompromiß gefunden. Moderne DSP-Notchfilter weisen häufig eine solch geringe Breite auf, daß sich nur reine Sinustöne ausblenden lassen. Leider gibt es recht selten derart "saubere" Störer. Analoge Notchfilter dagegen sind in einigen Fällen so breit, daß man sie fast als Tonregler bezeichnen könnte. Nicht so beim AOR: schmalbandige Störer werden ganz unterdrückt oder zumindest sehr stark abgeschwächt, während sich etwas breitere, undefinierbare Störgeräusche ebenfalls noch etwas in den Hintergrund drängen lassen. Dabei wird der NF-Frequenzgang nicht übermäßig verbogen. Kaum zu glauben, daß sich mit einem kleinen rastenden Drehknopf ein Notchfilter feinfühlig abstimmen läßt; aber dank der eingebauten Intelligenz geht es erstaunlich gut. Das "auto tracking" funktioniert nur in engen Grenzen - und das ist gut so, denn sonst würde einem das Filter sicher hin und wieder "weglaufen", weil es woanders ein stärkeres Störsignal ausgemacht haben will. Der vollautomatische Betrieb des Notchfilters ist nur von mäßigem Wert. Häufig findet es im unteren Bereich des NF-Spektrums einen Störträger, der das Nutzsignal gehörmäßig nicht im geringsten beeinträchtigt. Das ist aber nicht so tragisch. Die Automatik schaltet sich nach getaner Arbeit wieder ab und man kann wie gehabt manuell nach Gehör abstimmen.

Während der Störaustaster gemischte Gefühle hinterläßt, ist das Fazit beim Notchfilter eindeutig positiv. Der Kaufinteressent sollte eines bedenken: der AR7030 besitzt kaum Bedienungselemente. Je mehr Ausstattung in diesen Empfänger hineingepackt wird, desto komplexer und umständlicher wird seine Bedienung. Notch und Noiseblanker lassen sich nicht mit der Fernbedienung steuern. PBS, HF-Verstärkung, Baß und Höhen, Setup, Speicherauswahl, Squelch, Delay, Noiseblanker und Notch; all das muß mit einem einzigen Drehknopf nacheinander, nach Suchen und Finden des jeweils richtigen Menüs - eingestellt werden. Ein gutes externes NF-Notchfilter hat da sicher seine Vorteile. Aber liebsten hat man natürlich alles in einer Kiste...

ZF-Filter
Auf der Hauptplatine des AR7030 ist für sechs ZF-Filter Platz. Vier sind ab Werk eingebaut: 2.2, 5.2, 6.5 und 9.5 kHz. Die beiden freien Positionen können mit Murata-Keramikfiltern (Größe maximal bis zur CFJ-Serie) oder den mechanischen Filtern der Firma Collins bestückt werden. Drei Positionen - die ab Werk bestückten - nehmen ebenfalls Murata-Filter bis zur Größe der CFJ-Serie auf. Bei der 2.2 kHz Bandbreite kommt ein CFJ455K14 zum Einsatz, bei den beiden anderen handelt es sich um die einfacheren Typen CFW4551T (nominal 4 kHz) und CFW455HT (nominal 6 kHz). Ein Austausch des simplen 9.5 kHz Filters (CFU455G) ist nicht vorgesehen. Für die Filteraufrüstung kommen folgende Keramikfilter in Frage: CFJ455K8 (nominal 1 kHz), CFJ455K5 (nominal 2.5 kHz), CFK455J (nominal 3 kHz), CFK455I (nominal 4 kHz) und CFK455H (nominal 6 kHz). Diese liegen in der Qualität zwischen der CFJ-Serie, die leider vor einigen Jahren auf wenige, schmale Typen zusamniengestrichen wurde und den einfacheren CFW-Filtern. Mechanische Filter gibt es in den Bandbreiten 6, 4, 2.5 und 0.5 kHz. Diese sind nicht mit den "legendären" Filtern des Röhrenempfängers Collins R-390 URR identisch! Vielmehr handelt es sich hierbei um eine einfachere, kleinere Variante, die die gleichen Anschlußwerte wie die gängigen Keramikfilter besitzt und diese ersetzen kann, ohne daß ein Eingriff in die Schaltung (Anpassung!) notwendig ist. Die dritte mögliche Filterart ist die hochwertigste und vermutlich auch teuerste: Quartzfilter! Dazu muß die Zusatzplatine FL 124 montiert werden. Sie enthält die Anpassung, erlaubt die Montage von bis zu drei Quartzfiltern und wird statt eines Collins-Filters auf der Hauptplatine eingelötet. AOR bietet nur ein 8-poliges 2.4 kHz Quartzfilter an; es lassen sich aber die Filter anderer Firmen wie JRC, Kenwood usw. verwenden. Wem all diese Möglichkeiten immer noch nicht reichen, der kann ein zusätzliches Board (Bogerfunk FL-624) erwerben, das weitere sechs Filter aufnimmt.

Schöpft man bei der Filteraufrüstung aus dem Vollen, ist der Preis des Empfängers schnell mehr als verdoppelt. Also muß überlegt ausgewählt werden. Daß die werksseitige Filterbestückung das Potential des Empfängers nicht ausreizt, ist unstrittig, Gleichwohl ist der AR7030 einer der wenigen Empfänger, mit dem sich die Qualität hochwertiger Filter auch wirklich nutzen läßt.

Das Hauptmanko ist die große Lücke zwischen 2.2 und 5.2 kHz. Diese gilt es als erstes zu schließen. Da die hochwertigen Keramikfilter CFS455H/I/J seit Jahren nicht mehr produziert werden (Wer eins auf einem Amateurfunk-Trödel entdeckt - kaufen! Wenn man die Beinchen mit kurzen Drähten verlängert, lassen sie sich auch in den AR7030 einlöten), wird man sich auf die CFK-Serie konzentrieren. Sie sind wesentlich kleiner, nicht ganz so steilflankig, klingen vielleicht eine Idee besser und - das wichtigste - es gibt sie noch zu kaufen. Wenn es auf den Preis ankommt, d.h. möglichst nur ein Filter nachgerüstet werden soll, ist das CFK455J die erste Wahl (beim AR7030 "Plus DX" serienmäßig). Es ist zwar nicht sonderlich steilflankig (vom Testgerät mit 3.9 kHz angezeigt), bietet aber eine überragende Verständlichkeit bei in den Rundfunkbändern nahezu immer ausreichender Trennschärfe. Auch der DXer wird dieses Filter zu schätzen wissen. Es gibt reichlich Fälle, in denen es nicht in erster Linie auf Trennschärfe ankommt, sondern darauf, aus einem schwachen und / oder schlecht modulierten Signal noch etwas brauchbares herauszuholen. Genau das ist die Stärke dieses Filters, das sich seit Jahren im Lowe HF-225 Europa bewährt hat. Der weitere Filterausbau hängt in erster Linie von den Interessen des Hörers ab. Liegt der Schwerpunkt auf Auslandsdiensten in den Runkfunkbändern, bietet sich der Austausch CFW4551T gegen CFK4551 und CFW455HT gegen CFK455H an. Möchte man in erster Linie Tropenbandstationen hören, kann nur selten ein breiteres Filter als das CFK455J genutzt werden. Das serienmäßige 2.2 kHz Filter trennt zwar hervorragend, nur was nutzt das, wenn die NF kaum noch zu verstehen ist? Dieses Filter ist in erster Linie für SSB gedacht. Im Bereich von 2.5 bis 2.8 kHz Bandbreite gibt es leider keine große Auswahl. Bester Kompromiß ist vermutlich das CFJ455K5 (die schmale Bandbreite des Lowe HF-150). Ähnlich steilflankig wie das K14 bei etwas größerer Bandbreite, ist die NF-Verständlichkeit in AM schon bedeutend besser. Größere Bandbreiten aus dieser Serie (K4, K3, K2) sind leider schon seit vielen Jahren nicht mehr lieferbar. Soweit das mit einigermaßen im Rahmen bleibenden finanziellem Aufwand Machbare.

DXer, die sich häufig an der Leistungsgrenze des Empfängers bewegen, werden gern etwas tiefer in die Tasche greifen und den AR7030 mit hochwertigen Quarzfiltem ausrüsten. Als Bandbreiten kommen ca. 2.4 kHz für's "normale" DX und ca. 1.8 kHz für die schwierigen Fälle in Betracht. CW- und Femschreibfreaks werden ein 0.5 kHz Filter wählen. Diese Bandbreiten sind bei Amateurfunktransceivern üblich und werden praktisch von allen namhaften Herstellern angeboten. Empfehlungen für bestimmte Firmen bzw. Filter können mangels Erfahrung nicht gegeben werden.

Und was ist mit den Collins-Filtem? Nach Meinung des Autors lohnt sich die Anschaffung dieser Filter nicht. Die Preise liegen nicht allzu weit unter denen von Quartzfiltern, während die Leistung sich eher auf dem Niveau der besseren Murata-Keramikfilter bewegt. Zudem haben die Filter einen ganz eigenen Klang, heller bis "metallischer", den man entweder mag oder eben nicht. Selbstverständlich ist es jedem selbst überlassen, sich ein 4 kHz Collinsfilter zuzulegen und dann stolz einen "Collins inside"-Autkleber aufs Gehäuse zu pappen...

Einbau-Akku BP123
Diese Erweiterung besteht aus einem 12V-Einbau-Akku, Montagematerial und einer Platine mit der Ladeelektronik. Der Akku ist schnelladefähig. 70% der maximalen Kapazität sind bereits nach einer Ladezeit von 2 Stunden erreicht. Zum Laden kann das serienmäßige Netzteil oder jede beliebige Gleichspannungsquelle von 9 bis 15 Volt (z. B. Autobatterie) benutzt Der AR7030 kann mindestens 4 Stunden mit Akku betrieben werden, bevor wieder nachgeladen werden muß. Nachteile: Durch die gegenüber dem Netzteil geringere Spannung des Akkus wird das Großsignalverhalten negativ beeinflußt; der Betrieb oberhalb von 30 MHz wird nicht garantiert. Diese Option belegt zwei Einbauplätze.
Der Kauf lohnt sich nur dann, wenn das Gerät häufig fernab von Steckdose und Autobatterie betrieben wird und man keinen separaten Akkublock mit rumschleppen möchte. Wesentlich billiger ist jedoch die Anschaffung einer mobilen 12V-Stromversorgung aus dem Autozubehörhandel, z.B. Einhell EGS 180 (11 Ah!).

Teleskopantenne TW7030
Für den Portabeleinsatz gibt es neben dem Einbauakku noch eine Teleskopantenne mit PL-Stecker. In Verbindung mit dem ab Werk eingebauten hochohmigen Antennenverstärker (nur für PL-Buchse schaltbar) ergibt sich eine einfache Aktivantenne.
Der Kauf der Teleskopantenne scheint wenig sinnvoll, da das gleiche Ergebnis mit einem Stück Draht und einem Bananenstecker viel preiswerter zu erreichen ist.

PC-Steuerungsprogramm Data-Master
Der Empfänger ist serienmäßig mit der für die Steuerung durch einen PC erforderlichen Schnittstelle ausgestattet. AOR bietet selbst ein Programm dafür an. Es läuft unter Windows 3.1, 3.11 und 95 und kann sowohl den AR7030 wie auch den AR3030 bedienen.
Ob man seinen Empfänger ausschließlich von Hand bedient oder lieber über einen PC steuert, das ist Ansichtssache. Ob das von AOR angebotene Programm Vor- oder Nachteile gegenüber den Programmen anderer Anbieter hat, darüber liegen dem Autor keine Erfahrungen vor.

Tragetasche SC7030
Die geplante Tragetasche ("soft carry case") wird es wahrscheinlich nicht geben, weil der Hersteller dafür keinen Markt sieht. Das ist schade, denn wer seinen Empfänger häufig transportiert, sei es zu DX-Camps oder im Urlaub, weiß eine Schutztasche zu schätzen. Eine solche, allerdings "harte" Tasche, hat sich beim Lowe HF-225 Europa des Autors seit Jahren bewährt. Es sollte doch möglich sein, eine Tasche zu anzubieten, auch wenn sich davon keine riesigen Stückzahlen verkaufen lassen !

UKW-Empfangsteil FM7030
Das geplante UKW Stereo-Empfangsteil mit RDS-Anzeige wird wahrscheinlich nicht produziert, da der Hersteller dafür keinen Markt sieht.

Ob ein Kommunikationsempfänger UKW empfangen muß, darüber kann man geteiIter Meinung sein. Der eine oder andere würde seinen Empfänger vielleicht doch gerne um diesen Bereich erweitern. Der AR7030 wäre der einzige Spitzenempfänger, der diese Möglichkeit böte. AOR sollte noch mal darüber nachdenken, ob damit nicht weitere Kunden zu gewinnen wären. Bei entsprechenden Empfangsleistungen könnten UKW-DXer ernsthaft interessiert sein.

© Joachim Salisch, kurier 6/98