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Panasonic / National Panasonic,
Matsushita Electric Industrial Co. Ltd., Osaka
RF - B600: Testbericht © weltweit hören 10 / 1984

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Panasonic
 
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überarbeitet am 21.10.2010

Double conversion, 1. ZF 39,94 MHz, 2.ZF 455 kHz

Digital frequency display, 1 kHz

AM, CW, USB / LSB, FM

Sensitivity 1,2 uV

Selectivity -6 dB
7 / 3 kHz

Noise limiter, RF Gain

9 Memories, Keypad, Clock, Timer

Im WRTH 84 ist er auf Seite 48 zu bewundern; hierzulande werden ihn KW-Freunde kaum in die Hand bekommen. WWH ist es dank der Hilfe von National Panasonic gelungen. ein Testgerät des RF-B 600 unter die Lupe zu nehmen.

Gerätebeschreibung
Auf den ersten Blick besticht das kompakte Format (37 x 12 cm) und das gefällige Äußere mit einer gebrauchsgerechten Anordnung der Bedienungselemente.
Die technische Konzeption und der Aufbau zeigen dem heutigen Stand entsprechende Merkmale. Der Empfänger kann sowohl am Netz als auch von externen 12 V-Stromquellen (Autobatterie) und mit eingebauten Batterien (8 Stück plus drei Stützzellen) betrieben werden.
Das Gerät bietet den vollen Empfangsbereich von 150-30.000 kHz, (Ausnahme: 420 - 520 kHz) sowie 87.5 -108 MHz und arbeitet auf LW, MW und FM als Einfachsuper, auf KW als Doppelsuper mit der üblichen hohen 1. ZF von 39.940 MHz und der folgenden 2. ZF von 450 kHz. Der verwendete PLL-Synthesizer kann mit der "Tuning Speed"-Taste im KW-Bereich auf nützliche und angenehme 100 Hz-Schritte umgeschaltet werden .

Die Abstimmung erfolgt nach Wunsch über direkten Zugriff (Eintasten der Frequenz), als Handabstimmung über den großen Drehknopf (wobei man, nach Bereichen unterschiedlich, zwischen zwei Abstimmschrittweiten wählen kann), durch Aufruf der Speichertasten (9 Kanäle) oder durch eine Speichersuchlauf bzw. automatische KW-Zonen-Abstimmung. Diese beiden letzten Abstimmarten bedürfen näherer Erläuterung: Bei der Speichersuchlaufabstimmung werden nur die neun vorprogrammierten Frequenzen je zwei bis drei Sekunden lang abgetastet. Bei der automatischen KW-Zonen-Abstimmung gibt es drei Möglichkeiten. Zunächst tastet man eine Frequenz in der Mitte des interessanten Bandbereichs ein. Nun kann man entweder manuell in 5 kHz-Schritten jeweils 150 kHz nach oben oder unten "durchlaufen" lassen oder den automatischen Scanner einschalten, der jedes empfangswürdige Signal zirka drei Sekunden lang "hält", ehe er weiter absucht. Bei einer dritten Möglichkeit ("Seek") rastet der Empfänger beim ersten empfangswürdigen Signal ein, muß dann allerdings manuell auf Signalmitte nachgestimmt werden. Dieser Abstimm-Modus ist eine Novität.
Außenanschlüsse gibt es für zwei Antennen (MW und KW), wobei bei Anschluß einer Außenantenne der eingebaute Teleskopstab ausgeschaltet werden kann. (Gilt leider nicht für die eingebaute Ferritantenne.) Auch der eingebaute Lautsprecher wird bei Anschluß eines externen Speakers oder von Kopfhörern stummgeschaltet (zusätzlicher Ohrhöreranschluß bleibt intakt). Neben zwei Linienausgängen für ein Bandgerät gibt es eine "Stand by"-Buchse, die im Transceive-Betrieb mit einem Amateurfunksender den Empfänger beim Senden auf mute legt. Für den Transport gibt es einen Traggriff, für Tischbetrieb einen ausklappbaren Ständer.

Praxistest
Als Vergleichsempfänger stand ein ICOM R70 zur Verfügung. Bei Verwendung der eingebauten Stabantenne ergibt der Empfang im Vergleich zum R70 ein deutliches Hintergrundrauschen, das erst durch Anhängen an eine Langdrahtantenne gemildert wird. Auffallend ist, daß das Testgerät einen ähnlichen Dynamikbereich wie der R70 hat, also nicht leicht übersteuerbar ist, jedoch wesentlich weniger Empfindlichkeit besitzt. Das Nachlassen der Empfindlichkeit zeigt sich besonders drastisch im Bereich oberhalb 20 MHz. Da beim Testgerät keine schaltbare Signaldämpfung vorhanden ist, wird vermutet, daß der Eingang von vornherein schaltungsmäßig gedämpft wird. Das geht natürlich auf Kosten der Empfindlichkeit.
Die hellgelb grell leuchtende LED-Digitalanzeige flackert unruhig bei der Handabstimmung "slow", was seht störend wirkt. Hingegen ist die Beleuchtung des S-Meters nicht ausreichend. Die Hauptschwäche des Empfängers liegt in der Trennschärfe (ZF-Filter) Während beim Testgerät z.B. RTL und Bayerischer Rundfunk auf 6.090 bzw. 6.085 nicht einwandfrei zu trennen sind, ist dies beim (allerdings um S 1.500.- / DM 200.- teureren) R70 mit Passband Tuning und Notchfilter einwandfrei möglich. Noch krasser fiel der Unterschied bei einem Vergleich von ORF Aldrans (6.000) und RIAS Berlin (6.005) auf. Auf den Tropenbändern ist daher der Empfang wenig brauchbar. Ebenso gibt es Schwierigkeiten beim SSB-Betrieb. ECSS ist kaum möglich. Oberhalb von 20 MHz erscheinen beim Durchdrehen der Handabstimmung manche Sender ein zweites Mal und immer im Abstand der doppelten ZF (2 x 455 kHz). Das S-Meter ist richtig skaliert und reagiert ähnlich wie beim R70. Die Signalaufbereitung zeigt keine besonders auffallenden Störstellen. Das breite Filter ist nur beim MW-Empfang und fallweise verwendbar.

Zusammenfassung:
Ein nach aktuellem Stand der Technik konzipierter Kommunikationsempfänger für mittlere Ansprüche. Mit kleinen Einschränkungen für den KW-Hörer geeignet. Betrieb auf den Amateurfunkbändern kritisch.

Bedienungselemente
1 = AM-Betriebsartenwähler. 2 = AM-Bandbreitenumschalter. 3 = Autom. AMStörbegrenzung. 4 = Batterieprüfer / Mittenabstimmung / S-Meter. 5 = Anzeige dazu. 6 = Anzeigenbeleuchtungsschalter (für Abschaltung bei Batteriebetrieb). 7 = Anzeige der Frequenz ein / aus (bei Batteriebetrieb). 8 = Wellenbereichstasten. 9 = Frequenz / Kanalanzeige. 10 = Ein/Aus. 11 = Abstimmregler. 12 = Umschalter für Abstimmgeschwindigkeit (Tuning Speed). 13 = Abstimmverriegelung (Frequency lock). 14 = AM RF-Regler. 15 = Höhen. 16 = Baß. 17 = Lautstärke. 18 = Kopfhörerbuchse. 19 = Lautsprecher. Nicht bezeichnet: Tastenfeld, Speicherbelegungstasten, Scanning-Tasten.

Technische Daten
LW: 150 - 240 kHz. Empfindlichkeit: S/N 6dB, 70uV/m; 26dB, 600uV/m (bei 280 kHz). Trennschärfe: +/- 3.5 kHz (-6dB), +/- 7 kHz (-60dB) in Stellung WIDE. +/-1.5 kHz bzw. 4 kHz in Stellung NARROW. Spiegelfrequenzunterdrückung 35dB (bei 280 kHz).

MW: 520 - 1.610 kHz. Empfindlichkeit: S/N 6dB, 35uV/m; 26dB, 400uV/m (bei 1.000 kHz). Trennschärfe wie LW. Spiegelfrequenzunterdrückung: 40dB (bei 1.000 kHz).

KW: 1.610 - 29.999 kHz. Empfindlicheit (400 Hz, 30% Modulation, 50mW): S/N 6dB, 1.2uV/m (50 Ohm) (bei 6 MHz); S/N 26dB, 10uV (50 Ohm) (bei 6 MHz). Trennschärfe: wie LW. Spiegelfrequenzunterdrückung: 50dB (bei 6 MHz).

UKW: 87.5 - 108 MHz. Empfindlichkeit: 2.5uV / 75 Ohm (-3dB, Limit Sens); 2.5uV / 75 Ohm (S/N 26 dB). Spiegelfrequenzunterdrückung: 30dB (bei 98 MHz). Kanaltrennung 70dB ( + /- 400 kHz).

Bestückung: 15 IC, 9 FET, 96 Transistoren.
Output: 2W (RMS max.), 1.6W (MPO).
Leistungsaufnahme: 12 W
Antennen: LW/MW/SW 50-75 Ohm / UKW 75 Ohm / KW hoch- / niederohmig.
Abmessungen 376 mm (B), 122mm (H), 291mm (T). 4.6 kg ohne Batterien.
Verkaufspreis in Großbritannien: 445 £

© Herbert Breichner / Leopold Kramer, wwh 10 / 84