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Miramo 6090 DF / Sanwa 6090 DF: Testbericht © Rainer Lichte / addx

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überarbeitet am 22.7.2010

Sanwa 6090 DF

Doppelsuper, ZF 2 MHz, 455 kHz

Digitalanzeige, 1 kHz

AM, CW/SSB (BFO), FM

Selektivität -6 dB/ -60 dB
3,8/13,1 kHz, 8,1/27,3 kHz

Sensitivität
MW 32 uV, 5-30 MHz AM 1,8 - 2,4 uV, SSB 1,1 - 1,4 uV

RF-Gain

50 Speicher, CAT- Computer- Schnittstelle

Wie preiswert Digitalanzeige und durchgehender KW-Frequenz - Bereich in einem Kofferempfänger kombiniert werden können, zeigt Miramo mit dem Sanwa 6090DF. Diese Neuerscheinung auf dem Gerätemarkt hat neben UKW, MW und LW einen durchgehenden Kurzwellenbereich von 2 MHz bis 30 MHz, aufgeteilt in vier Bänder. Die Digitalanzeige arbeitet in allen Wellenbereichen, sie kann im KW- Bereich nachgeeicht werden. Zwei UKW-Stationen lassen sich vorwählen und stehen dann auf Tastendruck zur Verfügung. Mittels einer Mix-Schaltung kann sich der jugendliche Hörer als disc-jockey betätigen oder mit seinem Lieblingsstar im Duett singen.

Das Gerät
Gehäuseform und -farbe entsprechen dem derzeit populären military-look. Die geringen Abmessungen erlauben den problemlosen Transport des Empfängers, ein Trageriemen wird mitgeliefert. Die grüne fünfstellige Digitalanzeige befindet sich in dem kleinen Fenster oben links, direkt darunter der Einsteller für die Nacheichung der Anzeige in den KW- Bereichen. Rechts daneben sind zwei optisch getrennte Skaleneinheiten zu sehen. LW, MW und UKW befinden sich oben, die KW-Bänder 1 bis 4 unten. Die Skalenbeschriftung ist spärlich, aber zweckmäßig und gut lesbar. Die Rundfunkbänder haben besondere Markierungen, ebenso die Standardfrequenzen, auf die bei der Nacheichung Bezug genommen wird. Die Skalen sind, wie auch das Anzeigeinstrument, beleuchtbar. Dieses hat Einteilungen von 1 bis 5 und ist recht klein geraten. Direkt unter diesem Instrument ist der AM- Bereichsschalter zu finden. Ganz oben rechts sitzt der Sendereinstellknopf, er hat eine hinreichend große Untersetzung um im KW-Bereich noch gefühlvoll abstimmen zu können Dafür ist das Wechseln von einem Bereichsende zum anderen mühsam - es sind 23 komplette Umdrehungen notwendig. Unter der Sendereinstellung befindet sich der Lautstärkesteller. Links daneben dienen vier kleine Drucktaster der Wahl der Betriebsarten FM bzw. AM und der Wahl der beiden voreingestellten UKW-Sender. Diese werden mit kleinen Spindelpotentiometern in der viereckigen Aussparung daneben eingestellt. Die vier Kippschalter darunter schalten den Empfänger ein/aus bzw. auf Batterie-/ Netzbetrieb. Zusätzlich kann die Digitalanzeige abgeschaltet und die Skalenbeleuchtung eingeschaltet werden. Diese vielfältigen Möglichkeiten übernehmen zwei dreistufige Kippschalter. Die beiden nächsten Schalter erlauben das Einblenden eines externen Mikrofons bzw. die Zuschaltung der AFC bei UKW.
Drei japanische Minibuchsen am unteren Geräterand ermöglichen den Anschluß eines externen Lautsprechers oder Kopfhörers, eines Tonaufnahmegerätes oder des bereits erwähnten Mikrofons. Rechts unten sind schließlich die beiden Klangeinsteller zu finden. Der Lautsprecher - ganz links - ist durch eine Lochblende aus Metallblech geschützt.
Das Batteriefach auf der Rückseite des Gerätes nimmt acht Monozellen auf, zusätzlich ist dort Raum für das fest angebrachte Netzkabel. Antennenanschlüsse liegen in Form des veralteten kleinen Vierkantsteckers nach DIN vor, und zwar für UKW und KW. Die eingebaute Teleskopantenne besitzt ein Dreh-/ Knickgelenk und läßt sich voll im Gehäuse versenken. Für MW und LW ist eine Ferritantenne eingebaut. Der 6090 DF wird mit deutscher Bedienungsanleitung und einem Schaltplan ausgeliefert.

Betriebsergebnisse
Wegen der teilweise erstaunlichen Empfindlichkeit läßt sich in Verbindung mit der gerade noch brauchbaren Selektivität das Gerät schon als DX-Empfänger verwenden. Dabei sollte darauf geachtet werden, daß eine evtl. angeschlossene Langdrahtantenne die Eingangsstufe nicht überlädt. Nach Möglichkeit ist ein Preselector vorzuschalten. Die Signalstärkeanzeige ist im KW-Bereich kaum brauchbar, selbst bei schwächsten Sendern geht der Zeiger schon auf Rechtsanschlag. Mit der Digitalanzeige ist die Senderfindung einfach genug, die Nacheichmöglichkeit kann zweckentsprechend eingesetzt werden. Die Frequenzstabilität ist für ein Gerät dieser Preisklasse erstaunlich gut.
Die Hauptabstimmung ist zwar fein genug, jedoch macht ein Frequenzwechsel von einigen MHz eben wegen dieser großen Untersetzung Mühe, es muß ziemlich gekurbelt werden. Die Bedienung ist insgesamt problemlos zu handhaben, alle Schalter und Einsteller arbeiten einwandfrei. Die sparsame Ausstattung - es fehlen HF-Verstärkungseinstellung, Antennenanpassung, Bandbreitenumschaltung und brauchbares S-Meter - engt den Einsatzbereich ein. Schwierige Stationen sind nur in Ausnahmefällen erreichbar. Mit der eingebauten Stabantenne ist jedoch durchaus akzeptabler Fernempfang in den Kurzwellenbereichen möglich.
Spiegelfrequenz und Kreuzmodulationsprobleme treten nicht übermaßig in Erscheinung, auch die Digitalanzeige macht sich HF-mäßig nicht störend bemerkbar. Durch teilweises Einschieben der Teleskopantenne lassen sich die typischen Störfälle (zu starkes Signal) in ihrer Wirkung abschwächen. MW und LW sind guter Durchschnitt, sehr ordentlich dagegen ist der UKW-Teil. Zu loben ist die gute NF-Qualität. Das Netzteil könnte etwas besser gefiltert sein, es brummt im Lautsprecher beim Zuschalten der Digitalanzeige. Die große Batteriekapazität erlaubt unproblematischon Portable- Betrieb für lange Zeit, leider ist keine Anzeige für den Batteriezustand vorgesehen. Die Verarbeitungsqualität ist typische Großserienfertigung, ohne jedoch billig zu wirken.

Wertung und Kritik
Bei einem Preis von unter DM 500.00 können nicht die Maßstäbe eines echten DX-Empfängers angelegt werden. Wie auch die Schaltung zeigt, handelt es sich hier um ein Minimum- Gerät. Trotzdem sind gewisse Details der Schaltung erwähnenswert, so z.B. die abgestimmten Eingangskreise und die Auskopplung der Oszillatorfrequenz. Größter Mangel des Gerätes ist die recht schwache Selektion. Der MW/LW-Teil ist gutes Kofferradio- Niveau, etwas besser ist der UKW-Teil. Die Stationsvorwahl ist ein interessantes Detail.
Ein Grob/Fein- Trieb für die Senderwahl würde den Gebrauchswert deutlich erhöhen. Das Signalstärkeinstrument ist um Größenordnungen zu empfindlich. Der Lautstärkesteller setzt recht plötzlich ein, das Gerät wird dann fast ohne übergang "laut". Die Verarbeitungsqualität könnte insgesamt etwas besser sein, schwergängige Stabantenne und lose Knöpfe müssen nicht sein.
Im uns interessierenden KW-Bereich sind die verwertbaren Empfangsleistungen erstaunlich, mit dem doch recht einfachen Schaltungsprinzip werden ansprechende Leistungen erzielt. Digitalanzeige, geringe Drift, durchgehender Frequenzbereich und gute NF-Qualität machen den 6090 DF zu einem brauchbaren Zweit -/Urlaubsgerät oder zum durchaus erschwinglichen Erstgerät für den Newcomer.

Nachtrag
Das von Miramo ausgelieferte Gerät wird in Kürze mit folgenden Modifikationen versehen: Keramikfilter von Murata, und zwar mit folgenden Daten: Selektion -6dB ca. 4 kHz, -60dB ca. 10 kHz. Zusätzlich Anschlußmöglichkeit für einen SSB-Adapter. Die Geräte werden weiterhin vor der Auslieferung auf Qualität geprüft. Damit dürfte ein wirklich brauchbarer Koffer-DX-Empfänger für unter DM 450.00 realisiert worden sein.

Miramo 6090 DF: Technische Daten und Meßwerte
Hersteller Sanwa
Vertrieb MIRAMO
Geratetyp Koffergerät
Schaltungstyp Einfachsuper
Frequenzbereiche KW: 2 - 30 MHz in vier Bereichen:
2 - 5, 5 - 12, 12 - 22, 22 - 30 kHz sowie LW, MW, UKW
Frequenzanzeige digital, fünfstellig, alle Bereiche
Ablesegenauigkeit KW +/- 1 kHz, UKW +/- 10 kHz
Absolute Genauigkeit 1 kHz, nachstellbar
Frequenzstabilität bei DeltaT von 10 C +/- 3.1 kHz; innerhalb 1 Stunde +/- 1 kHz
Besonderheiten preiswert, tragbar, große Batteriekapazität, Mikrofon Mix-Schaltung, Netzteil eingebaut, Digitalanzeige, zwei UKW-Stationstasten

HF-Teil

Empfindlichkeit
in uV an 50 Ohm bzw. 1 KOhm bei BC
0.1 MHz - 1.5 MHz für 26 dB S+ N/N
2 MHz - 30 MHz für 6dB S+N/N
Modulation AM, 400 Hz, 30 Prozent

Frequenz (MHz) AM
0.2 85
0.5 70
1 55
1.5 55
2 1.3
5 1.5
7 1.7
10 1.8
15 1.4
20 1.6
25 2.4
30 2.9

Trennschärfe (kHz): 7 MHz +/- 1 MHz

  -6 dB -60 dB
AM 8.2 20.1

Spiegelfrequenzsicherheit 53 dB
Zf -Festigkeit 49 dB
AGC-Regelbereich ca. 50 dB bis Verzerrungseinsatz
Abstimminstrument S1 = 0.5 uVolt, Mitte 2 uVolt, Ende 10 uVolt
Antennen Stabantenne 65 cm, Ferritantenne
Antennenanschluß mittelohmig, für KW, UKW
Sonstiges Nacheichmöglichkeit der KW-Anzeige, UKW-Empfindlichkeit 2.4 uV/26 dB

NF-Teil
Leistung, Sinus 2.1 Watt, 10% THD
Frequenzgang 56 - 9 370 Hz, +/- 3 dB
Tonblende Höhen, Tiefen, jeweils +/- 6.5 dB
Störbegrenzer -
Lautsprecher 8 0hm, 10 cm Durchmesser
Anschlüsse Zweitlautsprecher/ Kopfhörer, Tonaufnahme, Mikrofon mit Mix-Möglichkeit
Stromversorgung Netz 220 Volt; Batterie acht Monozellen
Leistungsaufnahme ca. 1.8 Watt
Maße 33 x 23 x 10 BHT in cm
Gewicht 2.65 kg
Bestückung 5 ICs, 3 FET, 13 Transistoren, 19 Dioden
Zubehör Betriebsanleitung, Schaltplan, Tragegurt
FTZ-Nummer U-165
Preis unter DM 400.- !

addx / Rainer Lichte, Kurzwellenempfänger - Qual der Wahl