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Sony Corporation, Tokyo

ICF - SW33: Testbericht © agdx wwh 2 / 1993

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überarbeitet am 30.10.2010

Double conversion, 1st I.F. 21,44 MHz, 2nd I.F. 450 kHz

Digital display, 1 kHz

AM, FM (VHF)

FM, MW, 11 spread shortwave bands

Selectivity -6 dB/ -60 dB

Sensitivity

Tuning LED, 17 memories, clock, timer

Der Sony ICF-SW 33 - eine Uhr, mit Weltempfänger

In dem Bestreben, noch eine Marktnische zu bedienen, hat Sony einen neuen, kleinen Reiseempfänger konzipiert, der Mittelwelle, elf Kurzwellenbänder und UKW bietet. Vor allem aber hat das Gerät umfangreiche Uhrenfunktionen mit Orts- Weltzeitumschaltung (fünf programmierbare Zeitzonen, für die Städtenamen abgespeichert und angezeigt werden können), Sleep-Timer und Einschalttimer für zwei beliebig vorzuwählende Frequenzen. Das Uhrendisplay ist nicht abschaltbar, so daß das Gerät auch im ausgeschalteten und verriegelten Zustand als Digitaluhr arbeitet, die beim Testgerät in zwei Tagen allerdings um etwa eine Minute nachging.
Das kleine Gerät ( 15,5 x 93 x 30,5 mm, ca. 400 g mit Batterien) hat ein dunkelgraues, sehr stabil wirkendes Gehäuse und kommt in einer Stofftasche mit zusätzlicher Drahtantenne zum Anklemmen an die Teleskopantenne. Die Anordnung der Bedienelemente ist weitgehend durchdacht, die Tasten sind angenehm groß, die Front wirkt nicht überladen. Man kann die Bedienvorgänge in kurzer Zeit erlernen, das Abspeichern einmal gefundener Sender ist sehr einfach.
Bei der ersten Inbetriebnahme empfiehlt es sich allerdings, den Arbeitstisch erst einmal ganz leerzuräumen. Die Bedienunganleitung, ursprünglich im Format der Kartonverpackung, entfaltet sich (Origami ist ein altes japanisches Vergnügen.. .) auf das stolze Plakatformat von 58 x 53 cm! Nur gut, daß man die Anleitung nach kurzer Zeit nicht mehr braucht.
Mit dem rückseitigen Aufklappbügel steht das Gerät sicher auf seinen Gummiecken. Das Display ist gut abzulesen. Während des Radiobetriebs werden die Uhrzeit und die Zeitzone nicht angezeigt, können aber kurzzeitig abgerufen werden. Eine Abstimmanzeige (S-Meter) ist nicht vorhanden, dafür aber eine winzige rote LED, die bei starken Signalen aufleuchtet.
Gegen unbeabsichtigtes Einschalten im Reisegepäck ist das Gerät dadurch geschützt, daß die ON / OFF-Taste in einem Schiebeschalter integriert ist, der die Einschalttaste in der LOCK-Position sperrt. Auch andere Tasten, die man nicht versehentlich drücken sollte, sind in großzügig bemessene Fingermulden versenkt. Es ist lobenswert, daß diese mit der Fingerkuppe zu erreichen sind und nicht nur mit dem spitzen Fingernagel oder dem Kugelschreiber; wie man dies in dieser Geräteklasse leider oft findet. Mit der KEY PROTECT Taste kann während des Betriebs die Funktion aller anderer Tasten gesperrt werden. Das tröstet allerdings nur wenig darüber hinweg, daß sich auf der oberen Schmalseite rechts drei nicht versenkte Tasten befinden, die ein Rechtshänder fast unweigerlich berührt, wenn er das Gerät von hinten hält. Zwei dieser Tasten sind klein: Batterietest und Aktivierung der Zeiteinstellung. Letztere Funktion muß man zudem länger gedrückt halten, so daß hier nichts passieren kann. Die dritte Taste ist aber 1,5 cm breit und fast nicht zu verfehlen. Damit schaltet man - leider nur zu oft aus Versehen - die Displaybeleuchtung ein. Die Batterie-Lebensdauer ist ohnehin nicht üppig (max. 11 Stunden mit 3 Mignonzellen) und wird dadurch unnötig verkürzt. Auf Reisen kann das schon ins Gewicht fallen, und ein Reiseempfänger soll das Gerät ja schließlich sein.
Eine reine Einhand-Bedienung ist auch bei abgestelltem Gerät nicht möglich. Eine Bandumschaltung auf Kurzwelle erfordert nämlich das Halter der METER BAND Taste, während man gleichzeitig mit der TUNE UP/DOWN die Bänder umschaltet. Diese Bedienelemente liegen aber rund 7 cm auseinander.
Nun aber zu den Betriebsergebnissen. Der Empfang entspricht dem Niveau, das man von einem kleinen Doppelsuper ( 1. ZF: 21,44 MHz, 2. ZF 450 kHz) erwarten kann. Die Trennschärfe ist ausreichend für das 5- kHz- Raster auf Kurzwelle. Der Klang ist gut mit guter Sprachverständlichkeit. Mit dem Klangschalter können in der Stellung NEWS die Höhen weiter beschnitten werden, was manche Störgeräusche mildert. Die Empfindlichkeit ist angemessen. allerdings mit der kurzen Teleskopantenne (60 cm) auf Kurzwelle nicht auszunutzen. Hier hilft die im Lieferumfang enthaltene Drahtantenne, die sich in einem praktischen Spulgehäuse befindet. Sie steigert die Empfangsmöglichkeiten vor allem auf den derzeit gegen Abend rasch nachlassenden oberen Kurzwellenbändern ganz beträchtlich. So war z.B. RAE Buenos Aires aus Argentinien auf 15345 kHz mit der Teleskopantenne gar nicht zu hören. kam dann aber mit der halb abgespulten Drahtantenne recht ordentlich herein. Auch auf der Mittelwelle gehen tagsüber selbst schwächere Stationen.
Auf Mittelwelle wird im 9-kHz-Raster geschaltet (umstellbar auf das 10-kHz-Raster), auf Kurzwelle betragen die Abstimmschritte 1 kHz. So kann man bei gestörten Sendern auf die Flanke des Signals gehen, ein großer Pluspunkt in dieser Geräteklasse.
Leider folgt hier auch schon das größte ABER: Das Gerät hat keine Frequenz-Direkteingabe über eine Zehnertastatur. Außer den Speicherplätzen (je 5 für MW, KW und UKW sowie die zwei unabhängigen Timer-Speicher) gibt es nur die Möglichkeit, über die UP/DOWN-Tasten oder den Suchlauf abzustimmen. Letzterer läuft nur in eine Richtung und bleibt auf der abendlichen Mittelwelle oder auch im 49-m-Band so oft stehen, daß das Scannen des gesamten Bereichs mehrere Minuten dauert.
Schneller geht es aber auch nicht mit den UP/DOWN-Tasten. Zwischen den Abstimmschritten rauscht das Gerät zudem heftig auf. Das ist auf Mittelwelle bei den 9 kHz-Schritten nicht so schlimm, zumal man da von Signalmitte zu Signalmitte springt, was weniger unschöne Geräusche verursacht. Auf Kurzwelle kommt es bei der 1kHz-Schrittweite jedoch zu einem an eine Dampflokomotive erinnernden rhythmischen Zischen, das mit der Zeit zur Tortur werden kann. Wer z.B. die BBC auf 9410 kHz hört und nun wissen mochte, oh der Empfang auf 9750 kHz nicht besser sei, hört das Geräusch 340 mal beim Abstimmen nach oben. 285 mal beim Abstimmen nach unten. Zum Glück springt die Abstimmung am Ende eines Meterbandes jeweils zum anderen Enge. Für die Prozedur braucht das Gerät etwa ½ Minute. Als Ausweg bleibt nur, die interessierenden Frequenzen auf die Speicherplätze zu legen, aber um das zu tun, muß man sie auch erst einmal auf die mühsame Art suchen.
Wenn man die Suchlauffunktionen beschleunigen möchte, indem man den auf der Rückseite befindlichen Dämpfungsschalter bedient, sieht man sich enttäuscht. Die Dämpfung ist so bemessen, daß der Suchlauf fast gar nicht mehr stehenbleibt (ganze 5 Stationen auf Mittelwelle und auf UKW nur noch ein 3 km entfernter 1-kW-Sender waren stark genug!). Immerhin kann man auf diese Art und Weise recht rasch in die Nähe der gewünschten Frequenz kommen. Man muß nur reaktionsschnell den Suchlauf im richtigen Moment abschalten und den rückseitigen Schalter wieder auf DX bringen.
Auf UKW kann das Gerät nicht überzeugen. Die ZF-Trennschärfe wurde auf UKW für europäische Verhältnisse viel zu breit gewählt. Hierzu paßt der Luxus von 50-kHz-Abstimmschritten überhaupt nicht. Die beiden Abstimmöglichkeiten werden dadurch fast unbrauchbar. Bei 403 hörbaren Abstimmschritten zwischen den Bandenden wird man bald die Geduld verlieren. Der Suchlauf ist aber noch viel langsamer: Da er allein von den Signalstärken gesteuert wird, bleibt er nicht nur in der Signalmitte stehen, sondern mehrmals alle 50 kHz innerhalb der Scheunentor-Bandbreite. Zwei tröstende Anmerkungen: Dieses Problem tritt in Weltgegenden mit geringerer UKW-Senderdichte nicht so sehr in Erscheinung. Außerdem kann man es durch das Einschieben der Teleskopantenne mildern.
Das Gerät bringt auf UKW einen brauchbaren Mono-Klang über den eingebauten 6,6 cm-Lautsprecher (max. 200 mW ). Über Kopfhörer kann es Stereo (wird im Display nicht angezeigt) mit sehr guter Kanaltrennung und voluminösem Frequenzgang wiedergeben. Leider verdirbt einem das zu breite ZF-Filter wieder die Freude: Beim Test war keine einzige UKW-Station, auch nicht der 3 km entfernte Ortssender. ohne Nebengeräusche zu empfangen. Einen Umschalter für Monobetrieb über Kopfhörer sucht man allerdings vergeblich. Sony sparte leider auch schon bei anderen Weltempfängern an diesem Punkt besonders gern.

Fazit<br> Als Ergebnis bleibt ein kleines Weltradio mit starken Uhrfunktionen und gutem Empfang auf Mittel- und Kurzwelle für etwas unter 300 DM. Die reichlich bemessenen Abgrenzungen der KW-Rundfunkbänder lassen es einen vergessen, daß kein durchgehender Empfangsbereich zur Verfügung steht wie sollte man den auch ohne direkte Frequenzeingabe bewältigen? Der Reisende in Europa hätte sich vielleicht noch das Langwellenband gewünscht.

Technische Daten Sony ICF - SW 33
POSITIV:
- klein und stabil
- leicht zu erlernende Bedienung
- gute Empfangseigenschaften auf MW und KW
- reichhaltige Uhr-/Timerfunktionen

NEGATIV:
- schlechte UKW-Eigenschaften
- umständlicher Frequenzzugriff
- lästige Abstimmgeräusche

Preis-Leistungs-Verhältnis: *** (bei maximal *****)

Frequenzbereiche:
Mittelwelle
531 - 1710 (9-kHz-Raster)
530 - 1710 (10-kHz-Raster)

Kurzwelle:

3700 - 4200kHz 6950 - 7450 kHz 13375 - 14000 kHz 21320 - 21950 kHz
4650 - 5150 kHz 9375 - 10000 kHz 14975 - 15600kHz 25475 - 26100 kHz
5800 - 6300 kHz 11525 - 12150 kHz 17475 - 18100kHz  

UKW: 87,50 - 108,00 MHz

Zwischenfrequenzen: 1. ZF: 21,44 MHz, 2. ZF: 450 kHz
Stromversorgung: 3 Mignonzellen
Abmessungen 16,5 x 93 x 30,5 mm
Prüfnummer: ja
Gewicht: ca. 400 g mit Batterien

© Albert Kosnopfel, wwh 2 / 1993