Target / NASA

HF - 4E: Testbericht © kurier 4 / 1998

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überarbeitet am 2.11.2010

Double conversion superhet, 1st I.F. 45 MHz, 2nd I.F. 455 kHz

Digital display, 1 kHz

AM, LSB / USB

30 kHz - 30 MHz

Selectivity -6 dB
6 / 2,6 KHz

Sensitivity
ca. 1 uV

Attenuator

10 memory channels

Der NASA HF-4E ist als Nachfolger des Target HF-3 konzipiert. Er wird jetzt von der Firma SSB Electronic angeboten. äußerlich hat sich fast nichts verändert. Im Inneren sind zehn Speicherplätze und eine AM-Bandbreitenschaltung hinzugekommen.

Der HF-4E hat ein einfaches Plastikgehäuse mit den Maßen 18,5 x 17 x 6,5 cm (B x T x H). Auf der Vorderseite befinden sich von links nach rechts folgende Bedienelemente: Der kombinierte Lautstärke und Ein-/Aus-Schalter (Volume), darunter der Frequenz-Feinabstimmknopf (Clarify), dann das grün beleuchtete LC-Display mit den Angaben zur Frequenz (auf 1 kHz genau), der Betriebsart (AM, USB, LSB) sowie der Feldstärkeanzeige in Balkenform. Unter dem LC-Display sind vier Tasten angebracht für die Funktionen Betriebsartenwahl (MOD), Wechsel zwischen Speicherbetrieb und VFO-Betrieb (RCL), Rückstellen auf die Frequenz von Speicher 1 (RST) und Speichern der im VFO-Betrieb gewählten Frequenz auf einen der 10 Speicherplätze bzw. ebenfalls Wechsel zwischen VFO- und Speicherbetrieb (MEM); ganz rechts ist der große, schwere und schön leichtgängige VFO-Abstimmknopf.

Auf der Oberseite des Gerätes ist ein 9,5 cm großer Lautsprecher eingebaut. Auf der Rückseite findet man den Antennen-Abschwächer-Schalter, die PL-Antennenbuchse, den Spannungsversorgungsschalter für eine optional lieferbare Aktivantenne, eine Buchse "Data out" zum Datentransfer, den AM-Bandbreitenumschalter, eine Buchse für einen externen Lautsprecher bzw. Kopfhörer und die Spannungsversorgungsbuchse für das im Lieferumfang enthaltene 12-Volt Netzteil. An der Gahäuseunterseite kann man einen Bügel ausklappen, der den Empfänger in Schräglage bringt.

Bedienung
Nach dem Einschalten des Gerätes erscheint immer die auf Speicherplatz 1 abgespeicherte Frequenz; das geschieht auch, wenn man den Lautstärkeregler nach ganz links dreht, ohne das Gerät völlig auszuschalten. Wenn man also mal schnell den Ton abschalten will, ist dies sehr ärgerlich. Die Frequenzeinstellung erfolgt in kleinsten Schritten ab 1 kHz. Da der HF-4E keine Möglichkeit zur direkten Frequenzeingabe über eine 10er-Tastatur hat, muß man jede gewünschte Frequenz mit dem VFO-Knopf einstellen. Dabei wird man zwar durch den mechanischen und elektronischen Schwungradeffekt unterstützt, aber man trifft fast nie die Wunschfrequenz auf Anhieb, da die vier unterschiedlichen Abstimmgeschwindigkeiten ziemlich plötzlich wechseln. Dieser Schwungradeffekt wird in der Bedienungsanleitung sogar noch als Vorteil gegenüber einer 10er-Tastatur angepriesen!? Oft passiert es, daß man nur einige Kilohertz weiterdrehen möchte und dabei ungewollt ein- bis zweihundert kHz weiterrutscht, Um zum Beispiel zwei Frequenzen direkt miteinander vergleichen zu können muß man einen der 10 Speicherplätze "opfern", wobei dies auch nicht gerade unproblematisch ist. Man muß zur Speicherprogrammierung die in der Bedienungsanleitung geschilderten Schritte sehr aufmerksam durchführen, um nicht versehentlich den falschen Speicherplatz zu löschen. Die Speicherplatznummer selbst wird mit jeweils einem Segment der Balken-Feldstärkeanzeige dargestellt, das bedeutet also, daß das S-Meter im Speicherbetrieb nicht zur Verfügung steht!

Höreindruck
Sehr positiv fällt die hohe Empfindlichkeit des NASA HF-4E auf, auch schwache Signale werden -klar und verständlich wiedergegeben, Dazu trägt auch der hell abgestimmte NF-Frequenzgang bei. Das breitere ZF-Filter bietet bei ungestörten (stärkeren) Stationen ebenfalls eine angenehme Klangcharakteristik. Bei anderen Empfängern verstimmt man fast schon automatisch die Nennfrequenz um 1-2 kHz, um den Klang etwas "aufzuhellen"; das ist hier nicht nötig, In eng belegten Bändern läßt sich dieser Vorteil aber nicht so oft nutzen, da die 6-KHz-Bandbreite nicht sonderlich steilflankig ausgefallen ist, so daß Nachbarstationen gerne von der Seite hereinsplattern. Schaltet man dann aber auf das schmale 2,6-kHz-Filter, sind die Nachbarkanalstörungen beseitigt. Zur besseren Verständlichkeit empfiehlt sich ah-er dennoch das leichte Verstimmen um 1-2 kHz in Richtung des weniger gestörten Seltenbandes. Das 2,6-kHz-Filter ist dankenswerterweise recht steilflankig ausgefallen. Interferenzpfeifen tritt mit dem schmalen. Filter nicht auf, auch starke Stationen werden sauber getrennt.
Beim Drehen über Rundfunkbänder mit hohen Signalpegeln hört man ein deutliches "Plop'' zwischen den einzelnen kHz-Schritten, wobei dieser Effekt abnimmt, je schwächer die Signale weren.

Der HF-4E läßt abends eine Außenantenne wie z.B. die FD-4 nur mit Abschwächer zu, da sonst Großsignalstörungen in Form von "Hintergrundsirren" vor allem auf den hochfrequenten Bändern auftritt. Bei Kopfhörerbetrieb bemerkt man ein Grundrauschen des NF-Teils, das auch nicht verschwindet, wenn die Lautstärke ganz heruntergeregelt wird. Bei Lautsprecherbetrieb stört dies jedoch nicht, Im Bereich etwas oberhalb von 10 MHz sind einige Spiegelfrequenzen zu verzeichnen.

Die AGC arbeitet in AM zufriedenstellend, in SSB jedoch wirkt sie etwas nervig, da sie auch in sehr kurzen Sprechpausen das Rauschen hochregelt. Suchempfang ist auf SSB durch die 1-kHzSchritte nur bedingt ein Vergnügen, da man fast jeden neuen Sender mit der Feineinstellung nachregeln muß. Außerdem stimmt auf SSB die Frequenzanzeige nicht mit der Senderfrequenz überein. Bei USB muß man 2 kHz höher, bei LSB 2 kHz tiefer als die Nennfrequenz wählen. Die hohe Empfindlichkeit wirkt sich aber auch auf SSB recht positiv aus. Es ist hierbei nur das 2,6-kHz- Filter geschaltet, was manchmal aber auch zu breit ist.

Fazit
Der NASA HF-4E hinterläßt einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits zeigt er im Bereich Bedienkonzept deutliche Schwächen wie z.B. bei der Speicherverwaltung und der Frequenzeinstellung. Andererseits liegt die eigentliche Empfangsleistung, also Empfindlichkeit, Verständlichkeit und Trennschärfe bei Einsatz des schmalen AM-Filters über den Erwartungen, die man an ein Gerät der 600-Mark-Klasse stellt, wenngleich nützliche Details wie Synchrondetektor und RF-Gain hier fehlen. Das Gerät ist auch über den Technischen Klubdienst der ADDX zum Preis von DM 599.- zu bekommen.

weitere Lektüre:
d: NASA HF-4E: Senkrechtstarter aus dem Königreich, Harald Kuhl, kurier 22/98
d: NASA HF-4E und Lowe HF-150E - Die lieben Kleinen, Radiohören 3/99, Harald Kuhl

© Thomas Domin, kurier 4 / 1998