Ten-Tec, Inc., Sevierville, TN

RX - 325: Testbericht © weltweit hören 8 / 1987

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RX - 325
 
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überarbeitet am 2.11.2010

RX 325 von Ten -Tec . . . ein Amerikaner in Deutschland

Double conversion, 1st I.F. 45 MHz, 2nd I.F. 455 kHz

Digital display, 100 Hz

AM, LSB/USB

Selectivity -6 dB/ -60 dB
4 / 10; 2.7 / 5 kHz

Sensitivity
< 4 uV SSB

RF gain, two speed AGC, noise blanker, attenuator

frequency keypad, 25 memories, clock, timer

Die wohl einzige außerjapanische Firma die sich heute noch mit dem Bau von Amateurfunkgeräten befaßt, die TEN-TEC Inc., ist in Sevierville in Tenessee beheimatet. Neben sehr gut beurteilten Amateurfunktransceivern kommt nun auch ein Mittel- und Kurzwellenempfänger auf den Markt. Der RX 325 ist wohl auf die Zielgruppe der SWL’s abgestimmt, die neben dem reinen Stationshören auch mal ganz gern in die Amateurfunkbänder hineinlauschen.
Neben einem gefälligen Äusseren, Handlichkeit und geringem Gewicht bringt der RX 325 auch einen recht guten Empfang bei guter NF-Wiedergabequalität mit. Wenn man die voluminöse Seeverpackung geöffnet hat, erscheint einem das bloße Gerät nahezu winzig.

Als erstes muß man sich einen auf hiesige Netzspannung und Anschlußmöglichkeit eingerichteten Transformator mit 13,6 Volt / 600 mA Wechselstrom Ausgang besorgen. Der beigepackte Transformator ist mit primär 110 Volt und US-Norm Stecker für unsere Stromversorgung ungeeignet. Eine ebenfalls noch zu beschaffende 9-Volt Blockbatterie muß über eine rückseitige Klappe im Gerät montiert werden. Dann kann es nach Anschluß einer Antenne auf Sendersuche gehen. Für den mit Vorkenntnissen belasteten Benutzer gibt es sicherlich nicht viel zu erklären, alle Einstellmöglichkeiten sind von der Frontseite her zu bedienen und, so meinen wir, auch narrensicher bezeichnet.

Neben Tastatur- und Drehknopfeinstellung sind 25 Speicherplätze mit Frequenz und Betriebsart belegbar. Eine MHz-Taste erleichtert schnellen Frequenzwechsel. Die vorhandene Zeituhr gestattet programmierten Ein- und Ausschaltbetrieb, auch mit einem angeschlossenen Tonbandgerät. Das S-Meter wies brauchbar genaue Werte nach. Zwei recht steilflankige Keramikfilter genügen den meisten Ansprüchen an Nachbarkanaltrennung und Wiedergabe. Auch in der Stellung "schmal" mit 2,7 kHz Breite bei -6 dB ließ sich eine gute Sprachverständlichkeit erzielen. Wem das nicht reicht, kann ein nach schmaleres Filter zusätzlich einbauen lassen.
Störaustaster (NB) ist ebenso wie ein schaltbarer Fadingausgleich vorhanden. Der Abschwächer senkt das Eingangssignal um ca. 15 dB. er ist gut am Abend und bei starken Antennensignalen zu verwenden.
Wie aus dem Blockdiagramm zu ersehen ist, sind in der Doppelsuperschaltung mit einer 1. ZF von 45 MHz und einer 2. ZF von 455 kHz sechs automatische Bandpässe geschaltet, die in Verbindung mit einem Tiefpaß von 30 MHz für die notwendige Vorselektion des Signals sorgen. Die Frequenzaufbereitung über 2 PLL-Schleifen wird entweder vom Opto-Encoder des Tuningknopfes oder vom Tastenfeld aus über die CPU gesteuert.
Wegen der Urlaubszeit hatten wir keine Möglichkeit, die angegebenen technischen Daten nachzuvollziehen, da unser Teammitglied Jürgen zur Zeit in Quito bei dem Sender HCJB zu Besuch ist. Wir glauben aber, aufgrund des von der Leistung her überzeugenden Gerätes, daß diese recht zutreffend sind.

Technischen Daten, wie sie das Datenblatt des Herstellers ausweist:
Frequenzbereich: 0,3 bis 30 MHz
Betriebsarten: AM, LSB, USB

Empfindlichkeit bei S+N/N 10 dB

  AM SSB
300 bis 2000 kHz kleiner als 15 uV 2 uV
2 MHz bis 30 MHz kleiner als 3 uV 4 uV

Trennschärfe bei (-6dB) weit 4 kHz, schmal 2,7 kHz; (-60dB) weit 10 kHz, schmal 5,0 kHz

Frequenzstabilität: +/- 200 Hz innerhalb 60 Minuten, danach +/- 100 Hz und besser werdend Frequenzgenauigkeit: +/- 50 Hz bei normaler Raumtemperatur.
Frequenzschritte: 50 Hz, 500 Hz, 1 kHz, 1 MHz (mit Tasten)
NF-Ausgangsleistung: 2 Watt an 8 Ohm
Antennenwiderstand: 50 und 500 Ohm
Stromversorgung: 13,6 Volt, 500 mA / 220 V Wechselstrom

Neben den schon genannten Funktionen ist der mit verschiedenen Möglichkeiten zu verwendende Suchlauf zu erwähnen, der bei logischer Belegung der Speicherplätze eine wesentliche Hilfe beim Abhören von AFU und Hörfunkstationen sein kann. Die englischsprachige Bedienungsanleitung ist auch für wenig sprachgewandte Benutzer durch die verwendeten Tastendarstellungen recht instruktiv. Die Bedienung des Gerätes ist recht schnell zu begreifen und klappt bald ohne Schwierigkeiten.
Die Leistung des RX 325 an einer abgestimmten Langdrahtantenne (Faltdipol 16 mtr. Unterdach) war mit vorgeschaltetem Antennentuner FRT 7700 ohne Übersteuerung zu bewerkstelligen. Bei Schaltung auf die Aktivantenne VS 30 von Singer mußte meistens der Abschwächer eingeschaltet bleiben. Die Frequenzstabilität z.B. bei RTTY-Signalen und Zeitzeichensendern war recht gut.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß der neu vorgestellte Empfänger das Angebot in der mittleren Klasse der Stationsempfänger nach oben hin erweitert und eine echte Alternative besonders bei beschränkten Platzverhältnissen durch ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis bietet. Der Importeur, die Firrna Zimmer in Wuppertal, bietet das Gerät mit DM 1.685 ,- in der Exportausführung mit den hier angegebenen technischen Daten an. Ob auch in Bälde eine postfromme Version zu erwarten ist, war nicht zu erfahren.

© tth, wwh 8 / 1987